Die wichtigsten Google Updates im Überblick

Um die Qualität der Suchergebnisse für den User immer weiter zu steigern, schraubt Google permanent an seinem Algorithmus. Meistens erfährt man aber wenig bis gar nichts von diesen Updates.
Ob angekündigt, oder nicht, eine Veränderung am Google Algorithmus sorgt immer wieder für Aufruhr in der SEO-Szene, denn jedes dieser Google Updates kann einen mehr oder weniger starken Einfluss auf die Rankings einer Webseite haben, im positiven wie im negativen.
Um dabei die Qualität und Relevanz einer jeden einzelnen URL zu bestimmen, nutzt Google mehrere hundert Ranking-Faktoren, die mit jedem Update mehr oder weniger an Bedeutung gewinnen.
Weiter unten erläutere Dir die wichtigsten Google Updates und was das für SEO bedeutet.

Was ist der Google Algorithmus und welche Aufgabe hat er?

Wie schon oben erwähnt, verwendet Google mehrere Algorithmen, um die Wichtigkeit und Relevanz von Webseiten zu ermitteln. Er ist auf die beiden Google Gründer Larry Page und Sergey Brin zurückzuführen, die ihn entwickelt und umgesetzt haben.

Beim klassischen Google Algorithmus dient die Linkstruktur als Grundlage für die Bewertung von Webseiten. Aufgabe des Algorithmus ist es, die Links nach ihrer Bedeutung in den Suchergebnissen zu sortieren.

Im ersten Schritt werden die eingegegeben Wörter analysiert und Webseiten gesucht, die zu der Suchanfrage passen. Dabei durchsucht der Algorithmus den Index nach dem Begriff, um die passenden Seiten zu finden. Um dem User die besten Seiten zuerst anzuzeigen, stellt der Algorithmus fest, wie nützlich die einzelnen Webseiten sind.
Dabei kommen Hunderte unterschiedlicher Faktoren zum Einsatz, um die besten Informationen im Web zu finden. Wichtige Kriterien sind unter anderem Aktualität des Inhalts, die Häufigkeit des Suchbegriffs auf der Seite und die Nutzerfreundlichkeit der jeweiligen Webseite.

Google erkennt ebenso, wie vertrauenswürdig eine Webseite ist. Wenn andere bekannte Webseiten zu einem bestimmten Thema auf eine Seite verlinken, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass diese Seite passende Informationen bereitstellt. Ebenso werden mithilfe von Informationen wie dem Standort, dem bisherigen Suchverlauf und den Sucheinstellungen genauere Ergebnisse angeboten. Alles was der User davon mitbekommt, sind die präsentierten Suchergebnisse.

Da es aber auch immer wieder vorkommt, dass unerlaubte Methode eingesetzt werden, versucht Google dem mit Updates am Algorithmus entgegenzuwirken. Das kann im allerschlimmsten Fall mit einer starken Abstufung im Ranking enden.

Google Page Rank Formel

Wie erfahre ich von einem Google Update?

Einige Google Updates werden im Voraus von Google Mitarbeitern angekündigt. Besonders über ein Data Refresh oder kleinere Anpassungen am Algorithmus erfährt man meistens wenig. Es ist aber auch schon häufig vorgekommen, dass Google den Einsatz eines neues Updates erst im Nachhinein kommentiert. Und dann gibt es auch noch die unbestätigten “Phantom Updates” bei Google.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Update und einem Data Refresh?

Wenn man von einem Update spricht, ist damit eine tatsächliche Änderung am Google Algorithmus gemeint. Solche Updates sind quasi Filter, die über den Algorithmus gelegt werden und sich auf einen bestimmten Aspekt des gesamten Algorithmus, bestehend aus zigtausend Faktoren, beziehen.

Diese Filter brauchen aber immer eine Datenbasis, auf der sie funktionieren können. Wenn Google einen beliebigen Filter verändert und einzelne Faktoren des Filters anders gewichten möchte, dann wird hierfür nur die Datenbasis aktualisiert – sprich einen Data Refresh.
Ein Data Refresh eines Updates hat weniger spürbare Auswirkungen, da meist nur geringfügige Faktoren/Signale in ihrer Relevanz geändert werden.

Wird der Algorithmus jedoch bei einem Update mit neuen Funktionen bestückt, dann handelt es sich wiederum um ein Google Update, wie Penguin etc.
So zeigen sich Updates mit einem sehr viel größeren Effekt auf Websites als ein Data Refresh.

Google Updates im Überblick

Ich stelle Euch nun chronologisch die wichtigsten Updates vor. Beginnend mit dem Caffeine Update, das 2010 ausgerollt worden ist.

  • Caffeine
  • Panda
  • Freshness
  • Penguin
  • Hummingbird
  • Pigeon
  • Mobile
  • RankBrain
  • Fred
  • User Localization
  • Pagespeed Update
  • Medic Update
  • Phantom
  • Caffeine (2010)

    Bevor das Caffeine Update ausgerollt worden ist, bestand der Suchindex von Google aus mehreren Schichten, wovon einige schneller aktualisiert wurden als andere. Mit Caffeine geht der Crawler von Google schrittweise und kontinuierlich vor. Webinhalte werden schneller gefunden und indexiert.

    Die Suchergebnisse sind dadurch bis zu 50 Prozent aktueller. Dazu zählen nicht nur statische Inhalte, sondern auch Bilder, Videos und News.
    Seit dem Caffeine Update können Inhalte schon kurz nach ihrer Veröffentlichung gecrawlt und indexiert werden.

    Panda (Februar 2011)

    Das Panda Update wurde erstmals 2011 ausgerollt und bewertet die Qualität der Inhalte einer Website. Dem Nutzer sollen bessere Suchergebnisse geliefert werden. Ist die Qualität auf der kompletten Seite oder nur in Teilen minderwertig, macht sich das häufig mit einem Rankingverlust bemerkbar.

    Es ist also wichtig, dass man hochwertigen Inhalt erstellt, der dem Nutzer einen Mehrwert bietet. Ein absolutes No Go sind 1 zu 1 kopierte Inhalte oder Informationen, die zusammenhanglos auf der Website eingebunden werden.

    Das Panda Update wird stetig weiterentwickelt (letzte bekannte Aktualisierung 2015, seitdem Bestandteil des Core-Algorithmus). Mit jedem weiteren Panda Update verbessert Google seinen Algorithmus, um so immer besser qualitativ hochwertige Inhalte von minderwertigen zu unterscheiden.

    Kleine Bemerkung am Rande: Der Name stammt vom Google Mitarbeiter Navneet Panda.

    Google Panda Update

    Freshness (November 2011)

    Das Freshness Update brachte frischen Wind in die Suchergebnisse. Mit Freshness werden dem User die Inhalte angezeigt, die für eine gewisse Dauer im Mittelpunkt stehen, wie z.B. aktuelle Nachrichten zu einem bestimmten Thema.

    Jedoch reicht die reine Aktualität des Inhalts dabei nicht aus. Man sollte den eigentlichen Inhalt nicht vernachlässigen und sollte daher immer noch themenrelevant und qualitativ hochwertig sein.

    Penguin (2012)

    Beim Penguin Update, das im Jahr 2012 eingeführte wurde, dreht sich alles um das Identifizieren von Spam, unnatürlichen Backlinks und Keyword-Stuffing. Es soll verhindern, dass Websites durch Spam ein besseres Ranking erzielen können. Die letzte Aktualisierung gab es im Herbst 2016.

    Mit Penguin ist der Algorithmus nun in der Lage nicht mehr die Rankings einer ganzen Website zu beeinflussen und bei spammigen Inhalten abzuwerten, sondern anhand der URL Spamsignale zu erkennen und nur die jeweiligen URLs mit spammigen Inhalten abzuwerten.

    Hummingbird (2013)

    Hummingbird wurde im Jahr 2013 ausgerollt. Hummingbird gilt als das wichtigste Update und ist ein weiterer Schritt in Richtung der semantischen Suche.
    Mit Hummingbird ist Google in der Lage, die Suchanfrage komplett zu analysieren und eine semantische Beziehung zwischen den einzelnen Wörtern herzustellen. Davor wurde lediglich nach einzelnen Wörtern gesucht und diese dann einzeln interpretiert.

    Durch diese neue Möglichkeit können Suchergebnisse nun schneller und vor allem genauer ausgeliefert werden. Die Nutzer-Intention hinter der Suchanfrage wird somit besser interpretiert und ebenso kann auch die Ausrichtung und Intention einer Website besser ausgelesen werden.
    Aus SEO-Sicht ist es wichtig, seine Website mit strukturierten Daten auf die semantische Suche auszurichten, da so die auf der Website vorhandenen Daten von Suchmaschinen besser ausgelesen und interpretiert werden können.

    Pigeon (2014)

    Das Pigeon Update aus dem Jahr 2014 sollte bessere lokale Suchergebnisse bieten. So werden nun auch kleinere Unternehmen in unmittelbarer Nähe zum eigenen Standort in der traditionellen Suche bevorzugt. Genauer gesagt, werden nun die üblichen Ranking-Faktoren mit dem Faktor “Standort” verbunden. Damit das Pigeon Update die Suche entsprechend eingrenzen kann, spielt unter anderem das Google My Business Profil eine wichtige Rolle.

    Ranking der lokalen Suchergebnisse
    Die wichtigen Faktoren für die lokalen Suchergebnisse sind in erster Linie Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Anhand dieser Kombination werden die passendsten Suchergebnisse angezeigt.

    Es kann aber auch vorkommen, dass weiter weg gelegene Unternehmen höher in den Suchergebnissen angezeigt werden, als näher gelegene Unternehmen. Das kann beispielsweise an einem besseren Angebot, besseren Bewertungen oder ganz einfach an besser hinterlegten Informationen liegen.

    • Relevanz
      Damit Google besser erkennen kann, wobei es sich bei Eurem Unternehmen handelt, ist es wichtig sein Google My Business Konto lückenlos und ausführlich zu befüllen. Dadurch kann es leichter den relevanten Suchanfragen zugeordnet werden.
    • Entfernung
      Die Positionen der potenziellen Suchergebnisse werden mit dem Standort des Nutzers abgeglichen. Das geschieht entweder dadurch, dass er einen Ort in der Suchanfrage angibt, oder auch anhand der übermittelten Standortinformationen.
    • Bekanntheit
      Es gibt Orte oder Dinge, die bekannter sind als andere. Dies wird im Ranking der lokalen Suchergebnisse berücksichtigt.
      Informationen, die Google aus dem Web (z.B. Links aus Artikeln oder Verzeichnissen) werden mit einbezogen. Auch Google-Rezensionen fließen in das Ranking der lokalen Suchergebnisse ein: Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen ein Unternehmen hat, desto besser ist das Ranking. Hinzu kommt die Position des Unternehmens in den Websuchergebnissen.

    Wer also auch in den lokalen Suchergebnissen weit oben stehen möchte, muss auch hier gute Suchmaschinenoptimierung leisten.

    Google Mobile Update (2015)

    Mit dem Google Mobile Update im Jahr 2015 werden nun mobil-optimierte Webseiten in den Suchergebnissen bevorzugt. Da die Nutzung von Smartphones und Tablets stetig zunimmt, werden daher die Webseiten angezeigt, die eine nutzerfreundliche mobile Seite anbieten.

    Eine mobil optimierte Seite ist nicht nur gut für das Ranking, sondern bringt vor allem dem Nutzer, der die Webseite mit seinem Smartphone besucht viele wertvolle Vorteile und eine bessere Benutzerfreundlichkeit.

    Generell gilt: Macht Eure Seite benutzerfreundlich für mobile Geräte! Mit dem Ausrollen des Mobile First Index 2018 wird es unumgänglich, eine mobile Ansicht bereitzustellen. Denn Google crawlt Seiten nun nur noch mit dem Smartphone-Agent und bewertet die Seiten anhand dieser Darstellung.

    RankBrain (Oktober 2015)

    Mit dem RankBrain Update im Oktober 2015 wurde die Suchmaschine um künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen erweitert (aufbauend auf Hummingbird).

    Bei unbekannten oder mehrdeutigen Suchanfragen kann RankBrain Verknüpfungen zu ähnlichen bekannten Suchanfragen eines Nutzers basierend auf Erfahrungswerten herstellen und sie somit besser identifizieren. Ebenso können Umgangssprache und Wortneuschöpfungen besser erkannt werden.
    Hinzu kommt, dass nun auch Webseiten unter den Suchergebnissen angezeigt werden, die eventuell nicht dem genauen Wortlaut der Suchanfrage des Nutzers entsprechen. RankBrain kommt bei jeder Suchanfrage zum Einsatz und beeinflusst daher die Rankings von vielen Webseiten.

    Zusammenfassend kann man sagen, dass der Unterschied von RankBrain zu anderen Rankingfaktoren darin besteht, dass nun Erkenntnisse auf Basis von Machine Learning gewonnen werden können und nicht wie vorher auf interner Forschung basieren.

    Fred Update (März 2017)

    Das Fred Update wurde Ende März 2017 eingeführt. Hier wurde hinsichtlich der Qualität der Seiteninhalte einer Website optimiert. Webseiten, die minderwertige Inhalte anbieten und mit Anzeigen überladen sind, werden im Ranking abgestraft.
    Ebenso verlieren Seiten mit stark veralteten oder schwachen Inhalten, sowie Seiten mit Keyword-Stuffing. Letztendlich alle Seiten, die den Nutzer nur anlocken und keinen Mehrwert bieten.

    Generell scheint es sich bei Updates dieser Art um Änderungen im Kern des Algorithmus zu handeln.

    User Localization Update

    Mit diesem Update erhalten lokale Suchanfragen noch mehr Relevanz in den Suchergebnissen. Unabhängig von der eingegebenen Top-Level Domain (Bspw. google.de oder google.com) kriegen Nutzer Ergebnisse ausgespielt die basierend auf ihrer lokalen Position sind. Vorher konnte man mit der Eingabe der Top-Level Domain noch leicht einen anderen nationalen Index aufrufen. Die Suchergebnisse werden also standortbasierter.

    Speed-Update (Juli 2018)

    Das Speed Updates ist eines der wenigen Updates, die Google explizit vorher angekündigt hat. Davon betroffen waren mobile Websites, die eine schlechte Ladezeit aufwiesen. Mit dem Google Mobile Update, auch unter Mobilegeddon bekannt, hat es Google sich zur Aufgabe gemacht die Suche und das Internet mobilfreundlicher zu machen. Das Speed Update greift diese Mission wieder auf.

    Google hat keine Angaben gemacht, welche Seitenladezeit gut oder schlecht ist. Bei der Bewertung testet Google die Seitenladezeit mit anderen Seiten mit denselben Keywords. Die mit der besten Ladezeit hat dann einen Vorteil. Sprich: Ladezeit ist jetzt Ranking-Faktor, aber eben einer von vielen.

    Medic Update (2018)

    Das Medic Update betraf die E-A-T-Faktoren,

    • Expert
    • Authority
    • Trustworthiness

    und wurde in zwei Etappen ausgerollt: Das Erste im August 2018 und das Zweite im Oktober 2018. Hier waren besonders Websites betroffen die sehr sensible Themen wie Gesundheit oder Finanzen betreffen, daher der Name Medic Update oder E-A-T Update. Die Websites beinhalten sogenannte YMYL-Keywords (Your Money or Your Life). Falsche Informationen in diesen Bereichen können sich negativ auf die Suchenden auswirken, weshalb Google die Qualitätsrichtlinien für diesen Bereich überarbeitet hat. Entsprechend trafen die Auswirkungen des Updates besonders Portale die sich mit diesen Themen beschäftigen. Im Oktober 2018 hat Google noch einmal Korrekturen geupdated.

    Phantom Update oder Core-Updates

    Immer Mal wieder finden unerwartete und unerklärte Schwankungen in den Suchergebnissen statt, da Google Änderungen im Algorithmus testet und diese nicht wie bei großen Updates kommuniziert. Für den Großteil der Websites haben diese Anpassungen keine relevante Auswirkung auf das Ranking oder den Traffic.

    Da es keinen offiziellen Namen für derartige Updates gibt, hat sich der Name Phantom Update oder Core-Updates etabliert. Anders als große oder themenbasierte Anpassungen wie Panda oder Penguin kündigt Google diese Art von Updates nicht an. Deshalb herrscht in der SEO Welt immer erst große Aufregung, denn niemand weiß, welche Faktoren überhaupt am Algorithmus geändert wurden. Entsprechend werden die Rankings in den nachgehenden Tagen eines Updates sehr genau beobachtet.

    Was ist als Website-Betreiber zu beachten?

    Neben technischen Aspekten wie der Ladezeit, Mobilfreundlichkeit und HTTPS Verschlüsselung sind auch inhaltliche Aspekte nicht zu vernachlässigen.
    Wichtig ist immer noch, den Besuchern guten Inhalt von hoher Qualität zu bieten. Die Nutzung von Keywords innerhalb Eurer Texte ist ebenfalls wichtig, damit der Google Crawler deine Inhalte erkennen kann. Außerdem solltest Du deine Website mit Zusatzinhalten, wie Bildern und Videos erweitern. Nur wenn Suchende Informationen auf deiner Website finden, die sie wirklich interessieren, werden sie und Google Eure Seite als wichtig ansehen.

    Generell gilt aber, wer nach den Regeln von Google spielt, SEO qualitativ hochwertig umsetzt und dabei auch immer den Nutzer im Blick behält, muss sich vor Google Updates nicht fürchten.

    Hoffentlich hast Du einen guten Überblick über die verschiedenen Updates bekommen. Falls du Fragen hast oder Du vielleicht sogar ein Update entdeckt hast das fehlt, schreib es gern unten in die Kommentare.

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