Mobile SEO 1×1 – Wie Du deine Seite fit für Mobilgeräte machst

Nicht erst seit gestern reden wir im Online-Marketing von Mobilfähigkeit und Responsive Design. Doch wie beeinflusst das die Rankings in den Suchmaschinen und was erwarten die Nutzer? SEO-Strategin Lena erklärt Dir, was es mit “Mobile SEO” auf sich hat und was Du tun kannst um deine Website zu optimieren.

Was ist mobile SEO überhaupt?

Mobile SEO schließt alles ein, was bei Google unter die Mobilfreundlichkeit fällt. Diese wurde 2015 zum Ranking-Faktor um durch den entstehenden Druck des Positionsverlusts die mobile Nutzbarkeit von Seiten zu verbessern.

Für die Mobilfreundlichkeit gibt es einige Faktoren:

  • Die richtige Darstellung
  • Deine Website muss über mobile Endgeräte problemlos nutzbar sein. Das heißt, die Seite sollte funktionieren ohne das der Nutzer beispielsweise zoomen muss, um etwas zu erkennen oder einen Menüpunkt aufzurufen. Auch Buttons oder Links sollten gut per Finger auswählbar sein. Die Kernanforderung hier ist, dass die Website sich an die Größe des Bildschirms anpasst. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

    • Zwei unterschiedliche URLs
    • Als Nutzer fällt uns häufig gar nicht auf, dass eine andere URL aufgerufen wird. Bei News-Portalen ist dieses Vorgehen oft Gang und Gebe: Zusätzlich zur Desktop-Seite gibt es eine mobile Seite, wie zum Beispiel “mobil.ka-news.de” oder einfach m.domain.de.

      Vorteil: Technisch ist man weniger eingeschränkt und muss weniger Kompromisse beim Design der Desktop-Seite eingehen.

      Denn was auf dem Desktop funktioniert, funktioniert nicht immer auch auf einem Mobilgerät.

      Nachteil: Es müssen zwei Websites gepflegt werden. Sowohl inhaltlich als auch technisch. Das bedeutet auch, dass mehr Serverkapazität in Anspruch genommen werden muss, mehr Zeit für Updates und gegebenenfalls Bugfixes notwendig sind. Langfristig ist die Möglichkeit sowohl zeit- als auch kostenintensiv.

      Dennoch kann die Entscheidung für eine mobile Website auf einer Subdomain durchaus sinnvoll sein. Beispielsweise dann, wenn Du eine große Seite wie ein News-Portal oder einen Shop hast. News und Shops haben abhängig vom Gerät eine ganz unterschiedliche Usability, die sich durch zwei getrennte Websites besser darstellen lässt. Auch inhaltliche Anforderungen können klar getrennt und aufbereitet werden.

    • Dynamic Serving
    • Es gibt eine zentrale Website, die je nach Angabe im User Agent verschieden dargestellt wird. Der User Agent enthält Informationen für den Server, von welchen Programm eine Anfrage gestellt wurde, beispielsweise deinen verwendeten Browser sowie das Betriebssystem.

      Vorteil: Es muss nur eine Website gepflegt werden, was Zeit und Kosten spart. Auch kann angepasst werden, welcher User-Agent welchen Code zu sehen bekommt, sprich Tablet, Mobilgerät oder Desktop.

      Nachteil: Häufig kommt es zu Fehlern bei der Einstellung des User Agents oder zu Problemen mit Cloaking. Von Cloaking wird gesprochen, wenn der Suchmaschine anderer Code/Content angezeigt wird als dem User. Eine Lösung dafür ist ein Hinweis, der mit dem Vary-HTTP-Header implementiert werden kann.

    • Responsive Design
    • Diese Möglichkeit ist die am häufigsten verwendete Version zur Darstellung von Websites in unterschiedlichen Formaten.

      Vorteil: Es muss nur eine Website gepflegt werden. Zudem entstehen keine Probleme mit Cloaking oder Duplicate Content da jeder Crawler und jeder User dieselbe Seite und denselben Code sieht. Die Website passt sich an die Bildschirmgröße des Geräts an, dazu müssen lediglich relative Größenordnungen im Viewport hinterlegt werden.

      Nachteil: Da Das Design sowohl auf dem Desktop als auch auf Mobilgeräten funktionieren muss, sind häufig Einschränkungen und Kompromisse in der Programmierung und im Design an der Tagesordnung.

      Durch Mobile First Indexing wird zudem häufig der Fokus auf das mobile Design gelegt ohne die Funktionalität auf dem Desktop noch einmal zu testen. Die Folge ist eine schlechte Usability auf dem Desktop.

      Viele Entwickler bieten nur noch Responsive Design an und nutzen die anderen beiden Möglichkeiten gar nicht mehr. Wenn Du einen Relaunch planst und unsicher bist wie die Entwickler das mobile Design umsetzen wollen, frag am besten direkt zu Anfang nach.

  • Optimierte Meta-Angaben
  • Die Suchergebnisse sehen auf mobilen Endgeräten anders aus als auf dem Desktop. Klar, denn wir haben einfach weniger Platz in den Suchergebnissen.

    Dementsprechend solltest Du überprüfen ob Titles und Meta-Descriptions auch auf Mobilgeräten vollständig angezeigt werden.

    Natürlich sollten deine Titles und Meta-Descriptions optimiert sein, um kein wertvolles Potenzial zu verschenken.

  • Schnelle Ladezeiten ermöglichen
  • Mobile Nutzer erwarten schnelle Auslieferung von Informationen. Denn wer mobil im Internet unterwegs ist, hat oft wenig Zeit. Deine Website sollte daher keine zu hohe Ladezeit aufweisen und auch unter hoher Last auslieferbar sein.

    Viele Dateien oder Code der nachgeladen werden muss, verlangsamen deine Seite. Es gibt einige Möglichkeiten mit denen du überprüfen kannst ob die Ladezeit im Rahmen ist:

    • Pagespeed-Tool von Google
    • Am einfachsten ist es. wenn Du das Pagespeed Tool von Googleselbst nutzt. Hier kannst Du die Geschwindigkeit sowohl auf dem Desktop als auch mobil prüfen und erhältst direkt einige Tipps, wie Du die Seitenladezeit verbessern kannst.

    • Lighthouse
    • Lighthouse ist ein Addon, welches Du im Browser installieren kannst. Du kannst dann damit einen Seitenreport generieren und unter “SEO” anschließend nachschauen welche Optimierungen Du für die Seitenladezeit vornehmen solltest.

      Lighthouse Reporting unserer Seite
      Lighthouse Reporting unserer Seite mit Tipps zur Optimierung
    • Chrome Developer Console
    • Mit Fn + F12 rufst Du die Console auf. Mit diesem Tool kannst Du nicht nur die Seitenladezeit prüfen, sondern auch die Struktur deiner Website analysieren, das Rendering prüfen, Probleme mit JavaScript aufdecken und vieles mehr. Du kannst dir sogar anzeigen lassen wie deine Seite auf verschiedenen mobilen Geräten angezeigt wird, vorausgesetzt Du nutzt Responsive Design oder Dynamic Serving.

      Lighthouse und die Chrome Developer Console kann ich dir empfehlen, wenn Du bereits Erfahrung und einiges an technischem Verständnis mitbringst. Für eine einfache Überprüfung und erste Tipps reicht das Pagespeed-Tool von Google vollkommen aus.

      Wozu brauchst Du mobile SEO?

      Nach einigen kleineren Updates Mobile betreffend hat Google 2015 die Mobilfreundlichkeit zum Ranking-Faktor erklärt. Spätestens seit dem Update ist die mobile Nutzbarkeit ein wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung.

      Durch Mobilgeräte sind wir rund um die Uhr online. Über die Hälfte der Seiten wird von einem Handy aus aufgerufen. Deshalb ist es so wichtig, deine Inhalte auch mobil bereitzustellen.

      Der Großteil meiner Kunden kommt aber nicht über mobile!

      Diese Aussage hören wir tatsächlich immer noch sehr oft und für viele Branchen trifft das auch zu. Gerade im B2B-Bereich kommen die Nutzer meist über den Desktop. Dennoch gibt es zwei gute Gründe für die mobile Optimierung.

      1. Kunden on Top
      2. Der Großteil deiner Kunden kommt vermutlich tatsächlich noch über den Desktop (Check doch mal Google Analytics oder die Search Console, um das zu überprüfen!). Eventuell ist das sogar bedingt dadurch, dass Du deine Inhalte nicht mobil bereitstellst.

        Viel wichtiger ist jedoch der Gedanke, dass Du mehr Kunden erreichen kannst, wenn Du deine Inhalte für jeden zugänglich machst. Mobile erweitert also den Desktop und eröffnet neue Möglichkeiten.

      3. Mobile First Index
      4. Google hat bisher primär die Desktop Seite gecrawlt um sie anschließend zu indexieren, Desktop First sozusagen. Mittlerweile stellt Google nach und nach alle Websites auf Mobile First um und crawlt primär die mobile Seite. Wenn keine vorhanden ist, kann sich das negativ auf dein Ranking auswirken – sowohl für Desktop, als auch mobil. De facto erreichst Du in Zukunft auch deine Desktop-Nutzer schwieriger.

      Mobile Friendliness vs. Mobile First Index

      Achtung: Mobilfreundlichkeit und der Mobile First Index sind nicht das Gleiche. Der mobile First Index sagt “nur” aus, welche Darstellung Google primär crawlt um deine Seite zu indexieren.

      Die Mobilfreundlichkeit dagegen ist ein Rankingfaktor. Darunter fallen die oben genannten Punkte, die umgesetzt werden sollten um in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Daher sprechen wir auch von mobile SEO.

      Deine Seite ist mobil optimiert – was nun?

      Bitte mach nicht den Fehler und denke, dass Du dich komplett auf mobile Optimierung konzentrieren solltest. Stelle sicher dass die Basics passen: Darstellung, Meta-Angaben, Ladezeiten.

      Der Rest der SEO-Faktoren darf jedoch nicht auf der Strecke bleiben. Die technische Basis als auch relevante Inhalte, die dem Nutzer weiterhelfen sind weiterhin wichtiger Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung, sowohl für Mobile als auch für den Desktop.

      Nachdem Du eine Darstellung auf verschiedenen Geräten bereit stellst solltest Du diese auch auf dem Desktop überprüfen. Häufig wird der Desktop dabei nämlich vernachlässigt. Die Folge davon sind: Hamburger-Menüs auf Desktop-Seiten, Schmale Textbreiten, sprich: Die Usability wird auf der Desktop-Seite total vernachlässigt. Daher gilt: Immer beide Versionen testen.

      Was sind deine Erfahrungen mit mobile SEO und den verschiedenen Möglichkeiten zur Bereitstellung von mobilen Websites?

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