Open Source: ein Geben & Nehmen

In nahezu allen Projekten setzen wir Open-Source-Software ein. In diesem Beitrag wollen wir kurz erklären, warum wir Open Source gut finden und wie wir die Idee aktiv unterstützen.

Was bedeutet Open Source?

Wikipedia liefert hier die perfekte Definition:

„Als Open Source (vom englischen „open source“, wörtlich „offene Quelle“) wird Software bezeichnet, deren Quelltext öffentlich und von Dritten eingesehen, geändert und genutzt werden kann. Open-Source-Software kann meistens kostenlos genutzt werden.
Software kann sowohl von Einzelpersonen aus altruistischen Motiven zu Open-Source-Software gemacht werden als auch von Organisationen oder Unternehmen, um Entwicklungskosten zu teilen oder Marktanteile zu gewinnen.“

Der Gedanke ist also, dass sich viele an der Entwicklung einer Software beteiligen und das Ergebnis ihrer Arbeit anderen ebenfalls kostenlos zugänglich machen. Am Ende profitieren alle Beteiligten, weil sie eine Software erhalten, die sie aus eigener Kraft vermutlich niemals hätten entwickeln können.

Konkretes Beispiel: WordPress
Wir setzen in vielen unserer Projekte das kostenlose Open Source Content Management System WordPress ein. Würde man ein vergleichbares System selbst programmieren wollen, müsste man nicht nur jede Codezeile aus eigener Tasche bezahlen, sondern viele Jahre arbeiten, um ein vergleichbares Produkt und Ergebnis zu erschaffen.

netzstrategen in BCN office
Als Open-Source-Software wird WordPress von einer weltweiten Entwicklergemeinde getragen und weiterentwickelt – und es steht kostenlos zur Verfügung.

Warum setzen wir Open-Source-Software ein?

Wir verwenden die Budgets, die uns unsere Kunden anvertrauen, lieber für sinnvollere Dinge als die Programmierung von Systemen, die es schon gibt. Entsprechend kommen oft Open Source Anwendungen zum Einsatz, die je nach Projekt bereits eine solide Basisfunktionalität bieten. Anstatt also bei Null anzufangen, beginnen wir lieber bei 60% oder 80% und setzen das Budget ein, um die restlichen, eventuell noch nicht vorhandenen Features zu bauen.

Wie tragen wir zur Open Source Community bei?

Genau an dieser Stelle gibt es oft Verständnisprobleme. Zwar wird die kostenlose Basis liebend gerne verwendet, aber viel zu selten geben Agenturen und Unternehmen auch etwas zurück. „Die restlichen 20% hat schließlich der Kunde bezahlt und daher gehören die so entstandenen Funktionen natürlich auch ihm“ – so die oft vorgebrachte Argumentation.

Wir sehen das etwas anders. Wer 80% geschenkt bekommt und nicht bereit ist, eigene Erweiterungen, Verbesserungen und Funktionen an die Gemeinschaft zurückzugeben, der hat die Idee hinter „Open Source“ nicht verstanden.
Und oftmals handelt es sich in der Tat eher um ein Verständnisproblem als um böse Absicht.

Wir sind daher bemüht, Verbesserungen, die im Rahmen unserer Projekte erarbeitet werden, auch an die Community zurückzugeben.
Und das aus gutem Grund: Verbesserungen, die nur wir verwenden, werden mit jedem neuen Update der verwendeten Open-Source-Software Probleme machen. Viel schlauer ist es, dafür zu sorgen, dass die Verbesserung fester Teil der Software und damit „updatesicher“ wird.

Stichwort Plugins:
In vielen unseren Projekten verwenden wir neben dem Open Source CMS auch eine Vielzahl an Plugins – die meisten davon wurden ebenfalls als Open Source veröffentlicht und stehen unseren Kunden damit kostenlos zur Verfügung. Das ist ein gigantischer Wert, denn für fast jedes Problem und jeden Feature-Wunsch gibt es auf dieser Welt auch eine Lösung. Ist diese als Open Source verfügbar, kostet die Lösung des Problems nicht mehr als die Zeit für die Recherche und den funktionalen und qualitativen Test. Werden wir tatsächlich einmal nicht fündig, dann bauen wir eben selbst eine passende Lösung – und unsere Kunden bezahlen das in aller Regel. Und trotzdem behalten wir uns das Recht vor, einige dieser Lösungen als Open-Source-Software an die Gemeinschaft zurückzugeben. Denn wir wollen nicht nur nehmen, sondern im Rahmen unserer Möglichkeiten auch etwas beitragen.

Selbstverständlich veröffentlichen wir nicht automatisch alles, was wir bauen – sondern prüfen sehr genau, ob die Lösung auch für andere von Interesse sein kann. Wenn eine Lösung in mehreren unserer Projekte zum Einsatz kommt (und damit bereits von einer Gemeinschaft finanziert wurde), stehen die Chancen ganz gut, dass wir damit auch anderen in der Gemeinschaft helfen können.

Gallerya – unser erstes Plugin für WordPress
Unser erstes Plugin im offiziellen Plugin-Verzeichnis von WordPress heißt „Gallerya“. Weitere werden folgen.

Wir interessieren uns für deine Erfahrungen und Fragen zu Open-Source-Projekten – hinterlasse uns gerne einen Kommentar oder sprich uns beim nächsten Feierabend an.

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