Was stationäre Händler in Zeiten von Corona tun können

Wir haben ein paar Ideen zusammengestellt, wie stationäre Geschäfte den Shutdown (also die Schließung der Läden) aufgrund von COVID-19 überbrücken können. Vermutlich kann keine der aufgeführten Optionen den geöffneten Laden ersetzen, mit gegenseitiger Unterstützungen und stetigem Austausch werden wir die aktuellen Herausforderungen aber sicherlich meistern.

Die Verbreitung des Coronavirus hat nun auch die europäischen und vor allem die deutsche Regierung dazu veranlasst, drastische Einschränkungen des täglichen Lebens zu diktieren. Vor allem die Zwangs-Schließung von vielen Laden- und Handelsgeschäften – aber auch die klare Empfehlung zum „social distancing“ (also dem „Fernbleiben“ von sozialen Interaktionen) – wirken sich dramatisch auf die Umsätze stationärer Händler aus. Und fast noch viel schlimmer ist, dass keiner weiß, wie lange die Situation anhält. So viel Ungewissheit führt natürlich zu Unsicherheiten und damit häufig Kurzschluss-Reaktionen und vielleicht auch panischen Fehlentscheidungen.

Interessant für uns als Online-Marketer ist natürlich, dass diese Maßnahmen bereits jetzt schon eine weitere, krasse Auswirkung hatten: Die Nutzung des Internets ist nämlich nochmals nach oben geschnellt. So meldet der Frankfurter Internet-Knotenpunkt DE-CIX – der weltweit größte Datenbahnhof – am 10. März 2020 die höchste, jemals gemessene Datenmenge, die seine Kabel jemals passiert hat: über 9 Terabit an Daten wurden hier ausgetauscht; pro Sekunde!

Entwicklung des Datenaustauschvolumens an der DE-CIX (Quelle: DE-CIX)

Natürlich informieren sich viele Menschen jetzt über den Coronavirus und seine Symptome und Auswirkungen. Wie immer lässt sich hier viel über Google Trends lernen.

Themen, die Menschen im Zusammenhang mit Corona bei Google suchen

Sicherlich werden auch viele, die jetzt zu Hause gestrandet sind, YouTube, Netflix, Prime & Co. „leerschauen“. Aber irgendwann wird auch hier die letzte Folge der neuesten Serie gebingt sein.

Und dann werden viele Dinge des alltäglichen Lebens auf einmal ganz natürlich und von selbst digitalisiert werden – einfach mangels Alternativen.

Diese Krise wird erneut Katalysator sein für die Nutzung und Selbstverständlichkeit des Internet im täglichen Leben. Und sie wird auch das eher noch analoge Verhalten älterer, sicher geglaubter Zielgruppen verändern, da sie nun quasi gezwungen sind sich zu verändern und so neue Dinge zu erleben und erlernen. Und wahrscheinlich wird das gar nicht so schlimm für viele.

Amazon bereitet sich in den USA bereits intensiv darauf vor, um der durch den Coronavirus ausgelöste, stark gesteigerte Nachfrage Herr zu werden und will 100.000 neue Arbeitsplätze im Lager und der Logistik schaffen. Zusätzlich soll Geld investiert werden, um den Arbeitskräften höhere Löhne bezahlen zu können und so am Arbeitsmarkt attraktiver zu sein.

Und hier haben wir gerade wirklich Angst davor, dass der Handel sich eingräbt und versucht, die Krise möglichst auszusitzen und Kosten spart, um das Bankkonto zu schützen. Mit diesem Verhalten wird der stationäre Handel sicher als noch größerer Verlierer aus der aktuellen Situation herausgehen. Davor können wir nur warnen.

Wir wissen, dass wir mindestens auf fünf Wochen blicken, in denen die Dinge nun anders laufen müssen. Und in dieser Zeit werden ganz sicher neue Verhaltensweisen gelernt und gefestigt. Nach der Krise wird leider nicht mehr alles zum Alten zurückkehren und nicht alles wird einfach von alleine wieder gut.

Jetzt ist die Zeit zum Handeln und zur Verändern… und daher hier ein paar wertvolle Tipps für uns, was wir unseren Partnern, Kunden und Freunden nun empfehlen:

Kommunizieren

Am einfachsten und schnellsten kannst Du eine Online-Beratung per WhatsApp oder anderem Messenger-Dienst anbieten und so potentielle Käufer ansprechen. Aber auch Beratungen per Telefon, Mail oder Onsite-Chat sind möglich. Jeder Kontakt zu einem Kunden ist gerade besser als keiner.

So können spezielle Kampagnen gestartet werden, die genau auf diese Service-Angebote hinweisen. Ich habe z.B. gerade per Telefon und Mail zusammen mit einem findigen Berater des Autohauses ein Auto konfiguriert. Andere können Weine empfehlen, Küchen planen, Outfits zusammenstellen oder eine Farb- und Stilberatung machen. Die Möglichkeiten sind fast unendlich – jeder kann hier schnell aktiv werden ganz ohne neue Infrastruktur.

Messenger-Dienste

Live-Streaming (wie es viele Künstler gerade tun)

Ideal für die Übertragung von Produkt-Vorstellungen, Produkt-Präsentationen und Tastings.

Informieren

In Google My Business kannst Du schnell Beiträge erstellen und auf Bestellmöglichkeiten und geänderte Öffnungszeiten hinweisen. Hier ein Beispiel von unserer Kundin Gaby und ihrem Feinkostgeschäft „el Corazon“ in Karlsruhe.

Google My Business Beitrag Feinkost Karlsruhe
Wir liefern den vollen Genuss – Gaby macht in ihrem Beitrag auf ihre Produkte und Liefermöglichkeiten aufmerksam.

Verkaufen

  • Google Shopping kann Online-Umsätze steigern und Personal auslasten, wenn der Laden geschlossen ist
  • Paypal – Zahlungen per Paypal entgegennehmen und „kontaktlose“ Abholung ohne Geldaustausch ermöglichen
  • Gutscheine online anbieten (z.B. als Geschenke für Menschen, die man nicht besuchen kann).

Social Media verstärkt nutzen

Du kannst mehr Präsenz auf Facebook, Instagram und Pinterest zeigen, schneller auf Anfragen reagieren und eine Shop-/Produktanbindung nutzen.

Du hast selbst weitere, kreative Ideen um den lokalen Einzelhandel zu stützen? Dann freuen wir uns über Dein Kommentar und erweitern stetig die Ideenliste!

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