Die #strategenmeinung zum Internet Trends 2018 Report

Viele Trends sind schon wieder vorbei, bis sie es in einen Bericht geschafft haben. Ausgenommen davon sind Mary Meekers Beobachtungen, die jedes Jahr mit Spannung erwartet und viel diskutiert werden. Deswegen haben sich die Experten aus unseren unterschiedlichen Disziplinen den Internet Trends Report 2018 genauer angeschaut und erklären euch ihre #strategenmeinung zur diesjährigen Präsentation.

Seit 1995 veröffentlicht Mary Meeker einmal im Jahr einen Bericht über ihre Einschätzungen zu aktuellen und zukünftigen Trends, die unseren Umgang mit dem Internet nachhaltig beeinflussen. Während sie in Deutschland wenige kennen, wird ihre Meinung von Experten weltweit so sehr geschätzt, dass sie auch das „Orakel des Internets“ genannt wird. Wir haben den Vortrag einmal genau unter die Lupe genommen und möchten euch hier unsere Einschätzung zu einigen spannenden Folien präsentieren.

Folie 96: Der Wechsel zu Mobil schreitet voran

André Hellmann

André Hellmann Chef-Stratege


Stellt man sich diese Grafik in einer BCG-Matrix vor, dann wird schnell klar, dass Print aus Sicht des Werbemarktes von der Cash Cow zum Poor Dog wird, während Mobile sowohl die Aufmerksamkeit als auch der Werbemarkt wächst. Während auch alle anderen Gattung relativ ausgeglichen sind, kann der Gap im Mobile-Bereich schnell über den Werbeüberhang in Print ausgeglichen werden.

Von daher ist zu befürchten, dass die Werbegelder in den kommenden Jahren noch schneller aus Print ins mobile Internet (im weitesten Sinne) abwandern, weil alle anderen Märkte eigentlich ausgeglichen sind. Hier müssen die Printtitel also schnell reichweitenstarke Alternativen schaffen, wenn sie nicht wollen, dass die abgezogenen Gelder bei den großen Playern landen.

Folie 23: Video wird immer beliebter

Isabel Schrage

Isabel Schrage Projekt-Strategin


Video-Content erfreut sich zunehmender Beliebtheit auf Mobilgeräten. Die immer schneller werdende mobile Internetverbindung ermöglicht diese Entwicklung.

Die Zeit, die Nutzer online verbringen erreicht langsam ein Maximum und stagniert. Lediglich der Anteil welche Art von Inhalt konsumiert wird verteilt sich um: So laufen Videos in vielen Anwendungsgebieten reinem Text- und Bild-Content den Rang ab. Hier geht es aber nicht um Filme oder Serien, die mobil gestreamt werden, sondern um kurze Clips, die sich unkompliziert im Alltag konsumieren lassen. Die Feeds der Social-Media-Plattformen, wie Facebook oder Instagram, sind voll mit kurzen Videos, sogenanntem „Snackable Content“. Die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer ist mittlerweile sogar geringer als die eines Goldfischs. Da macht es Sinn, dass Nutzer sich über aufbereiteten, man könnte sagen mundgerechten, Content freuen.

Die Anforderung an Inhalte verändert sich und Videos müssen für die mobile Nutzung anders als gewohnt aufbereitet werden. Breitbild Formate sind ungeeignet für die schmalen Displays, Untertitel sind notwendig, um Videos auch ohne Ton unterwegs verstehen zu können und Story-Formate, wie auf Snapchat oder Instagram, die nur für begrenzte Zeit sichtbar sind, ermöglichen neue Interaktivität und Formate.

Folie 143: Technische Innovation verändert die Welt

Tom Hare

Tom Hare Development-Stratege


As a child of the late 80s, I grew up at a time when lots of futuristic, never-before-seen shiny technologies started to become mainstream. Cassette tapes became CDs (and then MiniDisc and MP3 players!); mobile phones became small enough to fit inside your pocket rather than a suitcase; VHS became DVDs; and, of course, the internet gained widespread adoption.

However, even the 80s and 90s have nothing on how quickly technologies are being adopted nowadays. It took around 15 years for 75% of homes to have a microwave or a colour TV but much less than half of that for smartphones to become an everyday, and often integral, part of our lives. Incredible!

For better or worse, my generation and younger are willing to accept new forms of technologies into their lives in a way that our parents were not.

Amazon and Google have sold tens of millions of voice-activated devices worldwide with a reach of hundreds of millions of potential customers. Surely the next big thing that is going to revolutionise our lives?

Folie 31: Das Privatsphäre-Paradox

Jim Morrison

Jim Morrison UX-Stratege


Internet adoption has plateaued with growth in user numbers dropping from 12% to 7% and smartphone shipments seeing 0% growth. The remaining 50% of the worlds population are difficult and expensive to reach. Internet usage however is continuing to rise with the average adult spending 6hrs a day with a digital device (30mins of which watching video on mobile).
Increasingly, the digital business is focusing on retaining users, of which a key element is improving the UX of a product to deliver more delightful and more importantly, relevant experiences.
The optimisations to achieve this, often use decisions based upon users digital behaviour via tracking, and incorporate personalisation, using personal user data provided to the system.
In parallel, both users and regulatory bodies are, amid current events, taking a increasingly sceptical eye of user data collection practises.
Meeker has termed this situation a ‘Privacy paradox’ with many consumers debating the value of privacy over an optimised personalized experience.

Folien 81 + 82: Das Wachstum des Abo-Marktes


Lars Grasemann

Lars Grasemann Marketing- und Akademie-Stratege


Bei der digitalen Mediennutzung führt der Erfolg der Streaminganbieter zu einer Tendenz weg vom Einzelkauf oder der Einzelnutzung hin zu Mitgliedschaften. Besonders interessant ist nicht die wachsende Nutzerzahl an sich, sondern dass der Anteil der zahlenden Nutzer unter den regelmäßigen Nutzern steigt. Als Treiber wird die mittelfristige User Experience identifiziert, die anscheinend zur Zahlungsbereitschaft führt, zumindest am gezeigten Beispiel Spotify.

Paid Content Skeptiker halten gerne dagegen, dass sich Erkenntnisse aus dem Musikstreaming nicht auf nachrichtliche Angebote übertragen lassen. Dem lässt sich entgegenhalten, dass die New York Times eine ähnliche Wachstumsrate wie Spotify und sogar eine deutlich höhere als Netflix aufweist.

Was denkt ihr?

Obwohl der Bericht auf Daten aus dem amerikanischen und asiatischen Markt fokussiert ist, glauben wir an eine ähnliche Tendenz für die deutschen Branchen.
Wir würden gerne weiter mit euch über dieses Thema diskutieren, schreibt eure Fragen und Kommentare dazu gerne unter unseren Facebook-Beitrag.

Wer war am Dienstag bei unserem #nmfka? 🖐️Der Vortrag "What would Mary Meeker do?" von Chef-Stratege André hat zu einer…

Gepostet von netzstrategen am Donnerstag, 14. Juni 2018

Vorschläge zu was ihr unsere #strategenmeinung als nächstes lesen möchtet gerne in die Kommentare oder kommt einfach beim nächsten #nmfka bei uns im Büro auf dem alten Schlachthof Gelände vorbei.

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