Recap: K5 Future Retail Conference – das Familientreffen der Goliaths

“David vs. Goliath - was prägt und bewegt den Handel von morgen” war die Überschrift zum Vorwort des rund 110 Seiten starken Programmhefts der K5. Die Konferenz war perfekt inszeniert - vielleicht zu perfekt für die Davids der Branche?

Als Neuling auf der K5 war ich erstaunt über die Fülle an Themen, Vorträgen (150 Stück), Stages (3 Bühnen) und Expo-Ständen (100 Aussteller), die die rund 2.999 Besucher und mich im Estrel in Berlin erwarteten. Entsprechend schwer fiel es mir, ein für mich sinnvolles Vortragsprogramm zusammenzustellen. Die wirklich spannenden Masterclasses durfte ich als Agentur-Besucher (trotz deutlichem Ticket-Aufpreis) leider nicht besuchen. Die Vorträge auf den für mich zugänglichen Stages blieben meist deutlich hinter meinen Erwartungen zurück und waren meist entweder zu oberflächlich oder zu vertrieblich.

Trotzdem konnte ich ein paar spannende und für mich neue Impulse mitnehmen und Kontakte knüpfen, wodurch sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt hat.

K5 Konferenz 2018 Estel
Ruhe vor dem Sturm im Estrel Congress Center Berlin – vor dem Start der K5 Future Retail Conference.

Aber wo waren eigentlich die vielen Davids?

Im Vergleich zu den großen Playern auf den Bühnen (von Adidas bis Zalando) habe ich doch sehr wenig von den Davids der Branche mitbekommen. Meine Vermutung ist, dass davon einfach zu wenige da waren – auf der Bühne wollte oder konnte wohl kein David präsent sein. Dadurch wirkte die K5 auf mich vor allem wie ein Familientreffen der großen Player und weniger wie eine Plattform für Händler jeder Größe.

Den Veranstaltern ist das natürlich nicht unbedingt vorzuwerfen – sie haben ja nur bedingt Einfluss darauf, wer sich ein Ticket für die Konferenz kauft. Sie haben allerdings einen Einfluss darauf, wer auf den Bühnen steht und Vorträge hält.

Ich selbst habe die K5 sozusagen als Vertreter von ein paar Davids (unsere Kunden) besucht. Unsere Kunden sind eher klein und global betrachtet vermutlich (noch 😉 ) unbedeutend, was aber nicht heißt, dass sie in ihren Nischen und mit ihren Shops nicht erfolgreich sind. Im Gegenteil! Aber ich vermute, dass die kleinen Davids sich von der schieren Größe der Veranstaltung und den vielen großen Namen auf einer solchen Konferenz abschrecken lassen. Natürlich ist es spannend, den Vorträgen der Großen zu lauschen, aber was kann ich davon wirklich lernen, wenn ich als David nicht über die Budgets der Goliaths verfüge?

Gerade hier wäre eine Vernetzung der Kleinen gut gewesen, um sich über alternative Strategien, Erfolge und Misserfolge und ganz operative Dinge auszutauschen. Ich hoffe, dass zumindest manches davon in den Masterclasses Thema war.

Für die nächste K5 wäre meine Anregung, einen Meeting-Point für die Davids da draußen, “Hands-on”-Workshops und “Best Practices”-Sessions einzuführen, in denen mehr Austausch zu ganz konkreten Themen und Fragestellungen möglich ist.

So paradox es vielleicht klingen mag: für die Davids sind in der Expo vor allem die (nicht anwesenden) Goliaths spannend. Denn erst wenn ich als kleiner Händler mit den großen Playern wie Amazon, Paypal und Google klarkomme, mache ich mir Gedanken über die vielen Spezialisten im Detail, die in diesem Jahr vertreten waren.

Was bleibt sonst hängen von der K5?

Die hervorragende Organisation, eine gute Konferenz App, etwas ruckeliges WLAN und erstklassiges Catering zu jeder Zeit, was merklich zur guten Stimmung auf der Konferenz beigetragen hat.

Hinterlasse gerne Deinen Eindruck von der K5 in den Kommentaren!

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