Vero – das neue Instagram?

Nach Jahren im Facebook-Instagram-Twitter-Snapchat-Kosmos endlich wieder eine Alternative? Das schauen wir uns etwas genauer an.

Was ist dieses Vero und wo kommt es plötzlich her?

Als ich mich am Wochenende in einem Moment der Ruhe und Langeweile durch meine Instagram Stories geklickt habe, stolperte ich immer wieder über das gleiche Bild. Ein Großteil meiner Instagram Freunde probiert die App “vero” aus. Bei meiner Social Media-Müdigkeit, endlich mal wieder etwas Neues möchte man fast sagen.

Also schaue ich mir das “neue Instagram” mal etwas genauer an.

So neu, ist das alles natürlich gar nicht. Seit 2005 auf dem Markt, galt die App eher als Geheimtipp. Nun schafft sie wohl den Sprung auf den Mainstream-Markt. Der Name Vero, lässt sich, wenig schwer erkennbar, von dem Begriff Wahrheit ableiten.

Hiermit komme ich auch schon zum angeblichen USP von vero.

True social

So der vielversprechende Slogan: Keine Algorithmen, keine Datensammelei, keine Werbung – nur echte Personen. Es soll wieder darum gehen, dass wahre Leben der User darzustellen. Keine gestellten, glorifizierenden Instagram Lifestyles. Freunde werden nicht zu Followern degradiert und somit kommt der User auch nicht in die Bredouille nur interessante und verrückte Dinge aus seinem Leben zu posten. Sondern auch ganz alltägliche. True social eben.

Man gibt Usern die Möglichkeit, ähnlich wie bei Facebook, selbst zu entscheiden, wer welche Beiträge sieht. Hierzu kann man seine Kontakte in drei Freundschfatskategorien einteilen: “enge Freunde“, „Bekannte“ oder „Follower“. Die Möglichkeit selbst zu kontrollieren wer welche Inhalte sieht, führt laut Vero Manifest eben dazu, dass sich User viel natürlicher verhalten.

Anders als bei Facebook, Instagram und Co. werden bei Vero keinerlei Daten gesammelt. Somit besteht der Stream lediglich aus Inhalten deiner Freunde oder eben den Usern, denen du folgst. Somit werden auch alle Inhalte angezeigt. Also keiner keinerlei Restriktionen, wilde Relevanz-Berechnungen von KIs, personalisierte Feeds und eben keine bezahlten Inhalte. Keine Werbung.

Vero: Nicht nur Bilder!

Die User können neben Bildern eben auch Texte und Links teilen, sowie Songs von iTunes, Foursquare-Orte und einiges mehr. Das ist ein entscheidender Unterschied zu Instagram. Zudem gibt es eine Art Nachrichtenfunktion und last but not least: #HASHTAGS. Diese haben die gewohnten Funktionen von Instagram, Twitter und Facebook.

So weit, so gut. Aber wie finanziert sich das Modell?

Bei sogenannten InApp Käufen verdient Vero mit und es fallen Transaktionsgebühren an. Gerade diese Möglichkeit könnte für Unternehmen in Zukunft interessant sein.
Aktuell ist die App noch kostenlos verfügbar, so lange bis eine Millionen User registriert sind. Für diese bleibt die App auch zukünftig kostenfrei. Alle Nutzer danach müssen zahlen. Konkrete Preise gibt es hier allerdings noch nicht. Es ist nur von einem „kleinen jährlichen Beitrag“ die Rede. Alle Mitglieder würden gleich behandelt und bekämen Zugriff auf alle Funktionen.

Hallo, ich bin jetzt Influencer.

Genau für diese „Berufsgruppe dürfte Vero äußerst interessant sein. Theoretisch hat man nämlich die Möglichkeit ALLE Follower zu erreichen. Wie oben erwähnt, gibt es keinen Algorithmus, der die Reichweite beschneiden könnte. Ein noch größerer Vorteil für Influencer ist aber, dass es keine klassische Werbung mehr auf Vero gibt. Möchte ein Unternehmen also über Vero werben, führt kein Weg am Influencer Marketing vorbei.

Erhöhte Nachfrage, ausgelastete Server

So richtig Spaß macht die Vero-App momentan noch nicht. Das liegt in erster Linie daran, dass die Server aktuell überlastet sind und ein erfolgreiches Anmelden eher einem Glücksgriff gleich kommt. Auf der Vero Website steht dazu lediglich ein kurzer Hinweis: „We are experiencing higher than normal load“ – es gibt eine größere Nachfrage als sonst

Am Sonntag entschuldigte sich Vero auf Twitter für die Ausfälle durch den starken Traffic.

vero-twitter-server-auslastung

Hier geht es zum Download:

Ob sich die App allerdings auch langfristig in Deutschland etabliert, bleibt abzuwarten – ein Instagram Ersatz ist sie zum aktuellen Zeitpunkt natürlich noch nicht. Zudem bleibt es spannend, wie sich der User Zuwachs verhält, sobald das zahlungspflichtige Abo-Modell greift. Einen aktuell kostenlosen Test ist Vero jedenfalls wert.

Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen mit Vero. Schreibt doch einfach in die Kommentare.

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