WebWissen: Google Search Console

Hinter der Google Search Console verbirgt sich eine Toolsammlung, die Google allen Website-Betreibern kostenfrei zur Verfügung stellt. Sie bietet wertvolle Informationen, die der Analyse und Optimierung der eigenen Website dienen. Jede Website, die wir netzstrategen erstellen oder betreuen, verknüpfen wir daher mit der Google Search Console. Wie man die Search Console einrichtet und welche Funktionen darin enthalten sind, erkläre ich Dir hier.

Wie man die Search Console einrichtet

  1. Es wird ein Google Konto benötigt

  2. Wenn Du die GSC nutzen wollt, kommst Du um einen Google-Konto nicht herum. Das einzurichten ist ein leichtes und im Handumdrehen erledigt. In unserem Fall haben wir ein zentrales Konto, das alle Propertys verwaltet. So hat man beim umswitchen verschiedener Websites nicht das Problem, dass man das Konto wechseln muss. Des weiteren ist schlicht und einfach übersichtlicher.

  3. Alle Varianten der Property hinzufügen

  4. Hier gibt es nun zwei verschiedene Varianten. Google unterscheidet hier nach URL-Präfix-Property & Domain-Property und erklärt das folgendermaßen:

    Eine Property auf URL-Präfixebene enthält nur URLs mit dem angegebenen Präfix, wozu auch das Protokoll gehört (http oder https). Wenn Deine Property alle Protokolle oder Subdomains (http, https, www, m usw.) umfassen soll, können Sie stattdessen eine Domain-Property hinzufügen.

    Eine Property auf Domainebene enthält alle Subdomains (m, www usw.) sowie mehrere Protokolle (http, https, ftp).

    Jede URL-Variante ist für Google eine eigenständige Seite. Hier ein Beispiel:
    http://netzstrategen.com
    http://www.netzstrategen.com
    https://netzstrategen.com
    https://www.netzstrategen.com

    Die oberen zwei URLs unterscheiden sich lediglich im vorangestellten „www.“, das technisch gesehen eine Subdomain ist. Die beiden unteren URLs unterscheiden sich zu den beiden oberen zusätzlich noch durch das „s“ im Protokoll (https), das eine verschlüsselte Verbindung anzeigt.
    Je nachdem, für welche Variante man sich entscheidet, sind das für Google vier unterschiedliche URLs und entsprechend vier unterschiedliche Websites – auch wenn sie den gleichen Inhalt anzeigen. Genau das ist aber das Problem: Gleiche Inhalte (Fachjargon: Duplicate Content) findet Google nicht toll und sollte vermieden werden.
    Trägst du deine Website in der Search Console ein, solltest du das immer für alle Varianten tun (Domain-Property). Das sind mindestens zwei, sollten im besten Fall aber vier sein (Stichwort: https als Rankingfaktor)

  5. Website-Inhaberschaft authentifizieren
    • Bestätigung per HTML Datei
    • Bestätigung per HTML Tag
    • Bestätigung per Google Analytics
    • Bestätigung per Google tag Manager
    • Bestätigung per DNS-Eintrag

  6. Nationale oder Internationale Ausrichtung?

  7. Hast du eine einsprachige Website, die sich nur an Besucher aus einem Land richtet, dann solltest du ein Zielland in der Google Search Console hinterlegen. Ein Beispiel dafür ist die Website eines Frisörs in Karlsruhe. Dieser wird seine Inhalte wohl nur auf deutsch anbieten und ist sehr wahrscheinlich auch nur für Suchende in Deutschland relevant. So kannst du die Einstellung vornehmen:

    Screenshot Google Search Console Internationale Ausrichtung
    Internationale Ausrichtung in der Search Console definieren

    Wähle links in der Navigation (alte Search Console) die Punkte „Suchanfragen“ und „Internationale Ausrichtung“. Klicke dann auf den Tab „Land“. Wähle wie im Screenshot zu sehen, im Dropdown das passende Land aus und klicke auf Speichern.
    Wenn deine Website mehrere Sprachen hat und sich an Menschen in unterschiedlichen Ländern richtet, dann solltest du hier keine Einstellungen vornehmen. Hier gibt es andere Wege, um Google mitzuteilen, welche Variante wann ausgespielt werden soll. Unter anderem diese:

    • Länderdomain, zum Beispiel .de oder .ch
    • IP-Adresse des Servers
    • Standortinfos auf der Website
    • Linkquellen der Seite
    • Angaben im zugehörigen Google My Business Eintrag

    Nähere Infos dazu bekommst du auch direkt bei Google.

  8. Sitemap einreichen

  9. Google (und natürlich auch andere Suchmaschinen) sollte deine wichtigsten Inhalte sofort erkennen können. Eine sitemap.xml teilt dem Crawler die wichtigsten URLs mit. Insbesondere bei größeren Seiten (>10.000 Unterseiten) sollte eine Sitemap vorhanden sein. Allerdings schadet eine Sitemap auch bei kleineren Websites nicht und ist daher immer zu empfehlen.

    Screenshot Sitemap der netzstrategen
    Sitemap der netzstrategen

    Mit den WordPress Plugins Yoast SEO oder Google XML Sitemaps lassen diese sich im Handumdrehen erstellen. Sollte deine Website keine gute interne Verlinkung haben, haben Crawler auch bei kleineren Websites Schwierigkeiten, alle Inhalte zu identifizieren (das Problem wird mit einer Sitemap nicht gelöst, aber die Folgen davon etwas abgeschwächt).
    Damit du deine Sitemap besser auswerten kannst und potentielle Probleme erkennen kannst, solltest du sie daher in der Search Console hinterlegen.

    Screenshot XML Sitemap in Google Search Console einreichen
    XML Sitemap in Google Search Console einreichen

    Klicke links in der Navigation auf „Sitemaps“. Dort wird Dir dann direkt die Möglichkeit geboten, Deine Sitemap hinzuzufügen. Klicke darauf und trage den Pfad zu deiner XML Sitemap ein. Häufig ist das sitemap.xml oder sitemap_index.xml.

  10. Verantwortlichkeit bestimmen und GSC freigeben

  11. Du hast alle Schritte umgesetzt? Prima! Die Arbeit fängt aber erst jetzt an: Du oder (mehrere) Personen müssen nun alles im Blick behalten, die Berichte auswerten und auf Probleme reagieren. Das sollte regelmäßig geschehen. Je nach Häufigkeit der Änderungen am Code, den Inhalten etc. sollte das wöchentlich bis monatlich geschehen. Du solltest dabei beachten, dass Google Änderungen in der Search Console nicht live anzeigt, sondern durchaus auch mal mehrere Tage bis Wochen (je nach Analysebereich) auf sich warten lässt.
    Bei Bedarf kannst du dann den Zugriff zur Search Console freigeben.

Funktionen der Google Search Console

Mit der Google Search Console kann man die Performance und den Search-Traffic von Websites messen. Sie hilft dabei, Fehler auf Websites zu erkennen, gibt Hinweise zum Crawling/Indexierung und zeigt dir deine Backlinks an. Eine gute Möglichkeit, um zu überprüfen, ob Google deine Website auch so interpretiert, wie du es dir vorgestellt hast.

Hier liste ich nun übersichtlich die Sektionen aus der linken Navigationsleiste der GSC auf und erkläre, was sich dahinter verbirgt und gebe Dir hin und wieder auch ein paar Beispiele mit an die Hand.

Leistungsbericht

Im Leistungsbericht sticht das Dashboard direkt ins Auge. Dort kannst Du verschiedne KPIs erkennen – Anzahl der Klicks, Impressionen insgesamt, ø Klickrate und ø Position in den SERPs. Durch Anklicken der verschiedenen Reiter, verändert sich das Dashboard und zeigt weitere Graphen an.

Screenshot Search Console Leistungsbericht
Search Console Leistungsbericht

Unter dem Dashboard bieten sich weitere interessante Informationen für SEOs: Hier ist eine Analyse nach Klicks, Suchanfragen, Seiten, Länder und Geräte möglich. Wenn man nun ein bisschen mit den Filtern spielt bieten sich hier einige Möglichkeiten.
Beispielsweise kannst du Keywordpotenziale identifizieren (Schwellenkeywords). Gefiltert nach Position und dem Kriterium „Größer als 10“ kannst Du so Keywords sehen, die knapp an der Suchergebnisseite 1 vorbeigerutscht sind. Hier kann man oft mit kleinen Anpassungen am Inhalt den Sprung auf Seite 1 schaffen.

Oder aber auch Suchanfragen erkennen, die zwar ein gutes Ranking auf Seite 1 haben, deren Klickzahl aber nicht so gut performt. Hier kannnschon eine Snippet-Optimierung weiterhelfen.
Eine weitere Möglichkeit ist die Analyse von Keyword-Kannibalismus. Wenn man über dem Dashboard den Filter nach Suchanfrage einstellt und unten den Tab „Seiten“ auswählt, kann man die Seiten sehen, die für dasselbe Keyword ranken. Sind hier nun Position oder Klickrate nicht in Ordnung, man also erkennen kann, dass zwei Seiten mit demselben Keyword in Konkurrenz stehen, sollte man direkt optimieren.

URL-Prüfungsbericht

Mithilfe der URL-Prüfung kannst du überprüfen, ob eine URL indexiert wurde und wann diese URL das letzte Mal gecrawlt wurde. Des weiteren wird die Canonical-URL angezeigt. Sollten Fehler mit einer URL auftreten, wird das auch angezeigt. Zu beachten ist allerdings, dass sich die Daten immer auf die indexierte Version der Seite beziehen. Möchte man checken, wie Google die aktuelle Seite interpretiert, dann bietet sich die Möglichkeit, die Live-URL zu testen. Und für ganz Eilige, kann man auch manuell die Indexierung beantragen.

Screenshot URL Prüfungsbericht
URL Prüfungsbericht

Indexbericht

Hier bekommt man Berichte zum Crawling. Gibt es Seiten mit Fehlern? Welche Seiten sind gültig? Welche Seiten sind ausgeschlossen? Hier kann man wieder durch Anklicken der Felder auf dem Dashboard den Status einsehen. Je nachdem was man ausgewählt hat, werden unten die entsprechenden Berichte angezeigt. Durch Anklicken gelangt man zum Bericht in dem die URLs gelistet sind.

Screenshot Indexbericht
Übersicht Indexbericht

Verbesserungsvorschläge

Google gibt hier Hilfestellung zu dem ein oder anderen Thema. Je nach Website unterscheiden sich hier die Unterpunkte. Ganz praktisch erweist sich hier der Bericht zur „Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten“. Er gibt Hinweise auf eventuelle Probleme mit der Darstellung auf Mobilgeräten. Das ist besonders wichtig, da heute schon viele Websites mit dem Smartphonecrawler gecrawlt werden.

Screenshot Bericht zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten
Bericht zur Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten

Sicherheitsbericht

In diesem Bericht werden Sicherheitsprobleme angezeigt, falls Deine Seite beispielsweise gehackt wurde oder mit Malware-Code infiziert wurde. Diese sollte man umgehend fixen. Im besten Fall treten keine Probleme auf und der Bericht zeigt nur an, dass keine Probleme erkannt wurden.

Linkbericht

Im letzten Bericht zu internen und externen Links, kann man Backlinks erkennen und welche internen Seiten am stärksten verlinkt wurden. Gerade für das Thema Linkbuilding ist dieser Bericht wertvoll. Diese Liste gibt allerdings nur einen Überblick und ersetzt keine vollwertigen Backlinktools.
Mit diesem Bericht lässt sich auch die interne Verlinkung prüfen. Welche Seiten sind am meisten verlinkt? Du kannst nun überprüfen, ob unwichtige Seiten zu oft verlinkt worden sind. Im umgekehrten Fall kannst Du auch Seiten stärken, die wichtig sind, in dem du von anderen Seiten auf sie verlinkst.

Screenshot Linkbericht
Linkbericht

Fazit

Wenn Du dir die Google Search Console anschaut, wirst Du feststellen, dass Google hier noch viele weitere Analysen zur Verfügung stellt. Außerdem werden auch noch einige Funktionen aus der alten Search Console mit in die neue Search Console fließen. Allerdings sind einige davon technischer Natur oder setzen Fachwissen voraus. Hier sollte dann nicht „rumgespielt“ werden, da damit der Website im schlimmsten Fall geschadet werden kann.
Hoffentlich konnte ich Dir das Thema „Google Search Console“ verständlich beschreiben. Falls Du Fragen hast, kannst Du diese gerne in die Kommentare schreiben!

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