Warst Du schon einmal auf unserer Website unterwegs? Dort oder vielleicht auch an anderer Stelle (zum Beispiel Zusammenarbeit mit uns, im Webinar oder hier im Podcast) ist Dir vielleicht schon einmal unser Digital Game Plan begegnet. In dieser Folge geht es genau darum, Host Sarah und André Hellmann sprechen über unseren Digital Game Plan, wie wir diesen für große bis kleine Projekte skalieren können und aus welchen Komponenten er beispielsweise bestehen kann. Es geht also darum, wie wir arbeiten und wie unser Prozess hinter den Kulissen aussehen kann.
Ressourcen und Links:
Strategie mit Substanz: Im Zentrum steht der Digital Game Plan – das modulare Framework der netzstrategen für strategische Digitalberatung. Er strukturiert komplexe Fragestellungen entlang von Analyse, Marktverständnis, Personas und Zieldefinition – bis hin zur Umsetzung.
Datengetrieben & praxisnah: Mit Tools, Benchmarks und strukturierten Prozessen entstehen faktenbasierte Entscheidungsgrundlagen. Quick-Wins werden direkt umgesetzt, größere Projekte mithilfe einer Vier-Felder-Matrix priorisiert.
Skalierbar & flexibel: Der Game Plan ist kein starres Produkt, sondern Denkweise und Methode. Vom kleinen Impulsprojekt bis zur umfassenden Digitalstrategie lässt er sich individuell anpassen – auch an externe Frameworks.
[00:00:00.300] – Sarah
Willkommen zum Digital Impact Podcast. Mein Name ist Sarah Stock. Ich bin Host dieser Folge und Marketingstrategin bei den netzstrategen. Heute sprechen wir über das Herzstück unserer Arbeit, den Digital Game Plan. Den findet ihr ganz präsent auf unserer Website und in vielen unserer Projekte. Aber nicht in allen. Deswegen spreche ich heute mit André, Gründer und Geschäftsführer der netzstrategen, genau darüber, was der Digital Game Plan eigentlich ist und wie wir ihn einsetzen. Nicht jedes Projekt ist ein Digital Game Plan beispielsweise, aber die meisten sind Teil eines gesamten größeren Plans. Nun starten wir aber in die Folge, die wir am 26. März 2025 aufgenommen haben, mit André, der sich einmal kurz vorstellt.
[00:00:42.230] – André
Hallo, ich bin André Hellmann. Ich bin Gründer und Geschäftsführer von den netzstrategen hier aus Karlsruhe und arbeite bei uns im Digital Business Team. Und da darf ich natürlich viel mit dem Digital Game Plan arbeiten, über den ich heute ein bisschen berichten kann.
[00:00:55.400] – Sarah
Unser Digital Game Plan ist quasi allumfassend für digitale Projekte, die wir mit unseren Kunden umsetzen möchten. Ich würde da heute gerne mehr ins Detail gehen, was der alles beinhaltet und wie man sich das Ganze vorstellen kann, wenn jemand mit uns arbeiten möchte und so einen Plan haben möchte. Nehmen wir mal an, ich habe ein Produkt, ich möchte gerne Füller verkaufen und möchte dafür meine Website relaunchen und ich gehe jetzt auf die netzstrategen zu. Was passiert denn dann?
[00:01:23.990] – André
Der Digital Game Plan ist unser Framework in der Strategieberatung. Über den lösen wir Probleme, sozusagen. Wir haben uns den vor Jahren überlegt, weil wir immer wieder, logischerweise, ganz unterschiedliche Problemlösungen, ob das jetzt irgendwie Füller oder Traktoren oder medizinische Produkte waren, immer wieder verschiedene Gegenstände hatten, für die wir die gleichen Probleme lösen mussten. Eigentlich die Kernfrage immer: Was macht für mich am meisten Sinn im Internet? So ganz grob oder in der Digitalisierung. Wir haben dann gesagt, wir müssen das mal irgendwie strukturieren, weil wir natürlich in mehreren Teams, fachlichen Teams, in mehreren Themenbereichen arbeiten, weil sich das Internet oder die Digitalisierung auch immer weiterentwickelt, immer schneller weiterentwickelt, haben wir gesagt, wir müssen mal irgendwie so ein paar Pflöcke für uns reinschlagen und einen Baukasten aufbauen, aus dem wir dann schöpfen können, wenn uns jemand mit seinem Problem konfrontiert. Das macht dieser Digital Game Plan. Der ist also ein Baukasten, der ist modular aufgebaut. Wir können da so eine Mix-und-Match-Struktur machen. Und können uns immer wieder Einzelmodule rausgreifen, von denen wir glauben, dass sie uns bei der Problemlösung helfen werden. Beginnen tun wir immer mit einem Verständnis für das Business des Kunden. Seit der Gründung sagen wir: Du kennst dein Geschäft, wir kennen das Internet, oder heute sagt man vielleicht besser die Digitalisierung und gemeinsam kommen wir da sicherlich auf gute Ideen, wie man das für dich lösen kann. Das ist mal das Allererste, dieses Scoping. Wer bist du? Was machst du? Um was geht es eigentlich? Was glaubst du denn auch, was heute deine Probleme sind oder deine Ziele? Warum verkaufen sich deine Füller nicht? Warum brauchst du uns überhaupt? Warum suchst du das Gespräch? Wenn wir das verstanden haben, setzen wir zunächst mal eine Recherche-Phase auf. Da machen wir zum einen Analysen von dem, was bereits geschieht. Wir gucken uns die bestehende Webseite des Füllerproduzenten an oder das aktuelle Campaigning, die Sicht von Google auf die Seite, also so eine SEO-Analyse machen wir da auch, nutzen eben auch alle Tools, die bereits im Einsatz sind, bringen auch Tools mit, die wir eben nutzen, um Kennzahlen zu erheben und versuchen uns datenbasiert mal anzuschauen, wo man eigentlich steht. Die andere Seite ist der Markt. Da haben wir einmal Markt, Volumen, Nachfrage-Seite, den Wettbewerb. Wir versuchen zu verstehen, was da auf dem Markt gerade passiert. Wächst die Nachfrage? Sinkt sie? Ist sie saisonal? Sinkt sie relativ? Steigt sie relativ? In welcher Phase befinden wir uns gerade bei den Produkten? Und was macht der Wettbewerb? Wie sieht da die Preisstruktur aus? Das wir ein möglichst holistisches Bild haben. Wie gesagt, müssen wir nicht alles für alle Produkte machen, aber das Repertoire, das wir haben, ist sehr groß. Und wir suchen uns daraus dann die Dinge, die wir besonders sinnvoll erachten.
[00:04:10.230] – Sarah
Ich höre da auch raus, dass vieles datenbasiert passiert. Also wir uns konkrete Daten und Fakten anschauen.
[00:04:16.860] – André
Ja, Daten, Daten, Daten. Man darf nicht verleugnen, dass die Daten dann später sicherlich immer noch die Grundlage für menschengemachte Entscheidungen sind, aber erst mal ist es ganz gut zu wissen, was eigentlich Sache ist und Daten müssen auch interpretiert werden. Ist auch ein Evergreen bei uns in der Analyse. Wir gucken zuerst in die Performance der Website rein über Matomo oder Google Analytics oder so. Also gucken erst mal, was passiert auf der Website. Wir gucken uns die Daten aus den Kampagnen bei den Google Ads, bei Meta, bei LinkedIn an. Wir setzen Tools wie SEOcrawl oder Systrix oder Ryte ein, um besser zu verstehen, was drumherum passiert. Über die Search Console ziehen wir uns Nachfragedaten. Wir nutzen den Business Manager bei LinkedIn, bei Meta, um die Märkte zu erschließen. Wir holen uns mal alles an Daten her, was wir glauben, uns bei der Beantwortung unserer Fragen helfen kann und haben die dann mal alle sauber strukturiert auf dem Tisch. Und hier ist der Vorteil, dass wir sehr standardisiert vorgehen. Das heißt, wir können auch verschiedene Ergebnisse verschiedener Projekte nebeneinander legen und haben dann auch so einen Benchmark und wissen eben ganz grob, wo man da steht. Und wir können natürlich auch für viele Daten, gerade die, die wir von außen erheben, Vergleiche zwischen Marktteilnehmern ziehen. Auch wenn wir gar keinen Zugang auf die Daten der anderen, der Wettbewerber haben, können wir trotzdem verschiedene Dinge, zum Beispiel wie Google die andere Seite sieht, sagen, auch ohne jetzt Zugriff auf die Tools zu haben. Und diesen ganzen Teil nutzen wir eben in dieser ersten tiefen Recherche-Phase, wo wir einfach mal eine grundsätzliche Bestandsaufnahme des gesamten Marktes machen. Und das kann sein, dass das ein – wenn der Füllerhersteller ein kleiner Füllerladen ist in der Karlsruhe Innenstadt Ist das eben eine Sache. Das kann aber auch ein Füllerhersteller sein, der weltweit agiert. Dann schauen wir uns eben verschiedene Märkte, verschiedene Länder oder Kontinente an und versuchen da, die Fragen zu beantworten. Die Fragen und die Datenquellen sind immer die gleichen. Das ist quasi nur der Scope, der sich eben ändert.
[00:06:14.920] – Sarah
Ich habe in der Phase oder an der Stelle dieses Prozesses beobachtet, dass Kunden oft mit einem spitzen Problem kommen. Zum Beispiel sagen, unser SEO funktioniert nicht oder unser Design muss anders sein. Aber langfristig gesehen dann nicht nur dieses Problem, wirklich das Problem, was du ja auch vorhin kurz angeteasert, sondern umfassender daran gearbeitet werden muss. Wie reagieren wir da drauf?
[00:06:37.640] – André
Ja, oft ist es halt wie beim Arzt, man geht wegen einem Symptom hin und man glaubt zu wissen, was es ist und nachher ist halt aber die Ursache für das Symptom was ganz anderes. Also ich habe einfach Rückenschmerzen, aber was jetzt genau mit meiner Wirbelsäule ist, weißt du nicht. Und so ähnlich ist es bei uns in der Praxis auch, da kommt jemand und sagt: Ich brauche da Hilfe, ich brauche da Hilfe. Und oft liegt man damit ja auch gar nicht falsch, weil es ja irgendwie einen Pain gibt. Aber genauso oft können wir auch zeigen, wo die Ursachen für die Problematik liegen. Wenn ich jetzt zum Beispiel im SEO-Bereich ein Thema habe oder im Campaigning, stellen wir oft fest, dass Personas und Customer Journeys, die die Grundlagen dafür eigentlich gar nicht richtig gelegt sind und dass deswegen dann auch die Maßnahmen nicht richtig greifen, weil die dahinterliegende Strategie nicht richtig ausgegoren ist oder nie eine Strategie gemacht wurde, sondern man direkt auf diese Maßnahmen gesprungen ist. Das ist auch gar nicht verwerflich, aber führt natürlich irgendwann zu solchen Problemen, dass man merkt: Wir geben da so viel Geld aus, da kommt gar nichts, sei das jetzt für Content, für SEO, für Technik, für Design oder auch für Campaigning. Und genau da können wir eben mit diesen Maßnahmen und Werkzeugen ansetzen und versuchen, einfach die Problematik zu strukturieren und dann eben zu sehen, wo unsere Schwachpunkte sind. Das ist wirklich nicht viel anders wie bei einem Arzt.
[00:07:57.010] – Sarah
Und was passiert als Nächstes?
[00:08:00.440] – André
Wir sammeln in dieser ersten Phase unheimlich viel Informationen zusammen aus allen Teams, die wir haben. Wir haben ein super starkes Data und Tracking – Digital Analytics Team. Die gucken sich natürlich unheimlich viel von der Datenseite an. Wir haben ein starkes UX-Design Team, das sich immer anschaut, ob man überhaupt Spaß hat an der Nutzung dieser verschiedenen Elemente, seien das jetzt Kampagnen und Kampagnenvisuals oder eben die Website, der Onlineshop, die Journeys da drauf. Ist der Checkout überhaupt halbwegs verständlich? Kann man Varianten vernünftig auswählen? Also findet man immer ganz oft auch mal schnell die Probleme, wenn man dann merkt, das, was ich mir hinten wünsche an Conversion, ist vorne gar nicht für den Nutzer möglich, weil es einfach so counterintuitive, also gegenintuitiv gebaut wurde, dass das gar nicht funktioniert. Wir haben eben auch das SEO und Content Team, dass mal schaut, ob Google versteht, was man so macht und der Nutzer auch verstehen kann, was man macht. Wir schauen die Kampagnen an, ob man die die richtigen Zielgruppen hat, ob die Frequenz richtig eingestellt ist, ob die Conversions funktionieren können. Wir gucken aus ganz vielen verschiedenen Perspektiven drauf. Und der nächste Schritt ist danach die Strukturierung der Ergebnisse, dass man das erst mal alles in der Form bringt, dass man vielleicht auch das Wichtige vom unwichtigen trennt und sagt, okay, ein paar Sachen lohnen sich nicht, weiter anzugucken. Das ist, kann man – verschiedene Märkte, die einfach gar nicht genug Umsatzpotenzial mit sich bringen, zum Beispiel, oder Wettbewerber, die einfach viel zu klein sind, um sie sich genauer anzuschauen. Dann schert man mal eben ab, was einfach keinen zweiten, dritten Blick mehr wert ist. Und wir versuchen dann, aus dieser Strukturierung der Ergebnisse – wir nennen es Insights and Conclusions, also Einblicke und Schlussfolgerungen zu ziehen und zu sagen: Wenn das so ist, muss folgendes dann auch entsprechend so sein. Wenn ein Wettbewerber Produkt zu einem bestimmten Preis verkaufen kann, dann müssten wir eigentlich auch dazu in der Lage sein. Warum sind wir das nicht? Das ist eine ganz klare These oder Fragestellung, die wir im nächsten Schritt versuchen zu beantworten. Andersrum definieren wir und da kommen dann oft die betriebswirtschaftlichen Themen des Kunden ins Spiel, einfach mal: Welche Märkte willst du denn bearbeiten? Geografisch, thematisch, produktseitig? Wen definieren wir wirklich als Wettbewerb? Dass wir das mal einfach einloggen und nicht ständig herumspringen, weil irgendjemand wieder irgendwas gemacht hat im Markt. Und welche Ziele setzen wir uns da? Was ist denn da realistisch? Das versuchen wir eben. Wir versuchen dann, nach dieser ersten Rechercherunde mal eine Klammer darum zu bauen, dass wir nicht ewig im unendlichen Ozean unterwegs sind, sondern uns auf einen Weg machen, in Richtung einer Lösungsfindung. Und dieser Weg ist dann auch oft im nächsten Schritt die Entwicklung der klaren Personas, die sich aus den Märkten und Zielgruppen ableiten und den Journeys, die wir glauben, dass diese Personen einnehmen werden, um am Ende zu unserem Produkt zu gelangen. Und dann mit diesen Elementen, einmal mit den Marktdefinitionen, mit den Personas, Journeys und dann eben unseren Schlussfolgerungen aus der Recherche heraus, können wir eigentlich ganz gut in eine wirkliche Strategiephase starten.
[00:11:12.850] – Sarah
Bei den Personas arbeiten wir auch mit dem Sinus-Institut zusammen und haben da ja auch noch mal mehr Daten. Wie gehen wir da denn vor, um das mit den Erfahrungen der Kunden zu verbinden?
[00:11:24.150] – André
Wir bauen – Also Sinus hat eine Standardmarktsegmentierung gebaut, vor vielen Jahren schon, die auch jedes Jahr neu erhoben wird und die in vielen deutschen ganz großen Marktforschungen verankert ist. Und darüber können wir, wenn wir da Personas ausbilden, auf Basis dieser verschiedenen Marktforschungsattribute, eben unsere Kunden nachbauen. Und wir können die dann auch in einem Business Manager von Meta, von Instagram nachbauen oder auch auf LinkedIn und dann die Matchings wieder machen. Das heißt, wir können sagen: Hier meine MAFO-Persona, also die Sinus-Marktforschungspersona ist folgende und von denen gibt es so und so viele auf Facebook, zum Beispiel, in den und den Städten und Regionen, Ländern. Und das, und das machen sie eben auf Facebook. Also ich reichere quasi diesen doch etwas statischeren Datensatz der Marktforschung, da würden mir jetzt bestimmt Marktforscher widersprechen, wenn ich sage, dass es statisch ist, aber es ist halt statischer als das, was ich über Facebook oder Instagram über die Verhaltensweisen der Nutzer herausfinden kann. Und das legen wir übereinander und haben einfach noch mehr Informationen zu unseren Kunden. Und wenn wir jetzt zum Beispiel Hochrechnungen machen zu Kampagnenkosten, zu Conversions, zu potenziellen Umsätzen, wir haben halt eine Quantifizierung und wir können später mit den Zahlen, die wir jetzt für die Hochrechnung genutzt haben, auch nachher operativ arbeiten. Das heißt, wir haben da nicht, wie in der Marktforschung, so einen Break, wo wir sagen, wir haben einmal eine Marktforschung gemacht, es müsste grob eine Million potenzielle Kunden geben und dann gehen wir mal in den Markt und hoffen, dass die Million erreichen. Sondern wir wissen genau, mit der Million haben wir auch gerechnet, weil die Million hat uns Facebook auch zurückgegeben an potenziellen Kunden. Das heißt, wir haben so eine Direktverdrahtung aus der Strategieentwicklung in die operative Umsetzung. Das ist halt super, dass wir das eben so mit Sinus inhaltlich anreichern können, aber dann eben mit den digitalen Möglichkeiten auch wirklich hart quantifizieren und umsetzen können.
[00:13:26.600] – Sarah
Wir haben jetzt über die Analyse gesprochen und wie unsere verschiedenen Disziplinen dann ins Spiel kommen. Wie gehen wir denn in die Umsetzung über? Was passiert da bei uns? Was muss beim Kunden passieren?
[00:13:39.880] – André
Hier ist eine Sache schön, weil das klang jetzt alles so theoretisch. Also oft passieren in dieser Phase schon ganz viel praktische Dinge. Es gibt einfach Sachen, die kann man sofort lösen, sofort fixen. Man kann zum Beispiel sofort Kampagnen, die schlecht laufen, abstellen, dann spart man sich das Geld schon mal. Man kann Webseiten vom Netz nehmen, die kein Mensch anguckt Wir können in der Phase schon ganz viel Sachen korrigieren. Die sammeln wir auch quasi schon direkt. Wir kommen gleich noch auf unsere Matrix zu sprechen. In der Beratung – Wir haben natürlich eine Matrix und unsere hat eben auch vier Felder logischerweise. Wir sammeln hier schon sogenannte No-Brainer und Quick-Wins direkt, weil wir wissen, das kann man ganz schnell lösen. Das brauchen wir uns gar nicht mehr mit der Geschäftsführung, Vorstandsmanagement anschauen, sondern das können wir einfach direkt mit den operativen Teams umsetzen, oder wir können es sogar während der Analysephase fixen, weil es einfach so klar ist, dass das anders laufen sollte. Das ist mal das eine, was direkt passiert, dass man ins Handeln kommt. Aber auch wenn man die ganzen No-Brainer und Quick-Wins wegnimmt, bleiben oft genug und eben dann auch größere Fragestellungen übrig, mit denen man sich tiefer beschäftigen muss. Zum Beispiel bei unserem Füllerladen, ob er jetzt eben eine neue Webseite braucht oder nicht, ob das Sinn macht, das zu tun, in welcher Form es Sinn machen würde. Da stellen sich ja Grundfragen und dann so Anschlussfragen, sozusagen. Und da haben wir auch vor einiger Zeit eine Vier-Felder-Matrix entwickelt. Kann man sich auf unserer Webseite gut angucken. Da sind auch alle Informationen dazu drauf, auch noch mal die Beschreibung, Fallbeispiele und so, wo wir gesagt haben, wir schauen uns einmal an, ob der Aufwand groß oder klein ist, etwas zu tun, also der relative Aufwand für das Unternehmen. Und ob es eher eine Risikoabwendung oder eine Chance ist. Also müssen wir ohnehin handeln, weil der Wettbewerb das schon macht? Oder würden wir uns damit quasi neue Marktchancen in irgendeiner Form erschließen? Oder auch eine Kostenchance, eine Ergebnisschance, je nachdem, was in der betriebswirtschaftlichen Auswertung am Anfang im Mittelpunkt stand. Und dann bewerten wir eben die verschiedenen Maßnahmen zusammen mit dem Management. Und das Spannende ist, weil wir können ganz gut sagen, ob ein Website Relaunch zum Beispiel für das Unternehmen aufwendig oder einfach wäre oder überhaupt ein Website Launch. Das Thema Webinfrastruktur nennen wir es mal, aber bei großen Kunden ist es ja nicht einfach eine Website, bei großen Unternehmen. Wir sagen, das ist viel Aufwand. Und jetzt ist es spannend, dann eben im Management zu diskutieren, ob die das eher als Risiko sehen, wenn wir das nicht machen, oder als Chance, das zu tun. Da merkt man dann schon das Mindset der Runde im Endeffekt, wie die jetzt die Sache betrachten und wo die auch die Firma jetzt aktuell und auch perspektivisch nachher sehen. Und in dieser Vier-Felder-Matrix ordnen wir eben diese Punkte ein. Der eine würde sagen, wir müssen unbedingt jetzt unsere Website relaunchen, weil der Wettbewerb ist halt viel besser, viel schneller, viel toller aufgestellt. Er hat Key Features auf der Seite, die wir mit unserer Seite gerade nicht machen können, wandelt deswegen eben entsprechend viel besser. Im Automobilbereich passiert es viel, dass die sich gute Sachen überlegen und dann der Wettbewerb schnell nachziehen muss, weil so was natürlich einfach wirklich wandelt. Andersherum gibt es auch die Branchen, B2B-Industrie, da gibt es in der ganzen riesengroßen Branche mit einem weltweiten Milliardenmarktpotenzial nur einen, der einen Online-Shop hat. Vielleicht gibt es gar keinen, der einen Online-Shop hat. Das kann natürlich eine riesen Chance sein, zu sagen: Das gehen wir da absichtlich rein. Andere Unternehmen würden sagen: Nein, ich bin nicht der First Mover, ich mache das nicht. Also lassen wir es im Endeffekt. Und die Diskussion zu verschiedenen großen Themenfeldern führen wir dann in den Strategierunden mit den entsprechenden Leuten im Raum, um da grundsätzlich die Zielsetzungen und auch später die KPIs zu klären, mit denen wir tracken wollen, ob die Strategie uns wirklich dahin bringt, wo wir uns am Anfang ausgedacht haben.
[00:17:45.310] – Sarah
Okay, und nach diesen Gesprächen geht es dann in die Umsetzung. Und wie sieht das aus?
[00:17:52.370] – André
Nach diesen Gesprächen müssen sich viele erst mal ein bisschen erholen eigentlich, weil es ja intensiv ist. Da ist dann – Wir bereiten ja nach solchen Terminen das dann eben entsprechend alles auf, dass man es auch noch mal für die Nachwelt schriftlich hat und sich es dann noch mal angucken kann. Dann ist es nicht unüblich, wenn alle mal eine Woche drüber schlafen, sage ich mal ganz ehrlich, in der Praxis. Bevor wir dann irgendwie weitermachen und überlegen dann auch noch mal in der Reflexion: Wie würde man es denn jetzt anpacken tatsächlich? Und da ist wichtig, und das ist aber so bei uns in der Firmen-DNA drin, dass wir keine Luftschlösser bauen. Wir gehen sehr pragmatisch – Mein Standard-Spruch ist, wir wollen das alle noch erleben, was wir uns hier ausdenken. Sei das jetzt tatsächlich im biologischen Leben oder zumindest mal in dem Lebens-Cycle eines Mitarbeitenden in der Firma, dass man sagt, was wir hier jetzt aufsetzen, das sollten wir alle auch noch irgendwie mitbekommen, wenn das mal dann irgendwann so ist. Wenn die neue Website da ist, die Kampagne neu aufsetzt sind, neue Prozesse oder Organisationsstrukturen eben eingeführt werden. Das ist immer so unser Ansatz. Was ist denn hier der Time to Market, sozusagen? Wir priorisieren auch ziemlich klar, was wir glauben, was hat den größten Impact und dann eben nach unten weg. Aber auch das können wir oft nur oder viel stärker von außen bewerten, als dann wirklich die Organisation das bewerten kann, wie sie denkt, was für Anstrengungen da notwendig sind. Und dann haben wir irgendwann im Prinzip den Gameplan, den wir dann auch quantifizieren. Also in mehreren taktischen Sessions, wenn wir zum Beispiel über einen Relaunch reden über eine Strukturierung von Kampagnen, über einen Rebrush der Webseite oder ein Neuaussetzen vom Tracking oder so, wird das von uns alles durchkalkuliert. Es ist egal, ob wir das jetzt mit umsetzen oder nicht. Der Kunde braucht dann nachher mal für seine Planung ein Budget. Man muss ja wissen, mit was arbeite ich jetzt denn weiter? Da quantifizieren wir einfach mal den Aufwand, den wir sehen, vielleicht auch in zwei, drei verschiedenen Ansätzen. Bei einer Website kann man sagen: Was wäre ein Open-Source-Effort? Was muss ich für eine Open-Source-Lösung machen? Was muss ich mit einer proprietären Lösung machen? Welche Anbieter gibt es da überhaupt? Wie würde man so ein Projekt runterbrechen? Da kriegt dann der Kunde von uns im Anschluss, wenn das gewünscht ist, eine relativ klare Aufdröselung der Budgets, die notwendig sind, um dann später im Markt oder auch gerne, wenn es sich anbietet, mit uns zusammen in die konkrete, praktische Umsetzung reinzugehen. Das sind so die nächsten Schritte, die passieren. Wie gesagt, vieles können auch wir aufräumen, wegräumen. Während den Analysen, während der Recherche-Phase, was wir sehen, erledigen wir mit, wenn sich das anbietet. Kommununizieren wir natürlich mit dem Kunden darüber. Und alles Weitere wird dann nach den Workshops noch mal final priorisiert, verabschiedet und dann auch monetär bewertet, damit der Kunde weiß, worauf er sich da einlässt. Das ist der nächste Schritt.
[00:20:47.290] – Sarah
Du hast gerade schon gesagt, wir können auch unterstützen bei der Umsetzung. Was können wir denn alles unterstützen?
[00:20:54.080] – André
Alles, was in dem Augenblick sinnvoll erscheint und wofür wir auch die Kapazitäten haben und wo wir auch eine Expertise haben. Wir sind jetzt nicht die Heavy-Lifter per se, aber wir können in der Technologie erst mal als Begleiter, als Gutachter, als Sachverständige mitarbeiten, helfen bei der Bewertung verschiedener Implementierungsstrategien. Das Gleiche können wir im Tracking-und Reporting-Bereich machen, dass wir einfach mal – weil oft das technische Know-how auf der Kundenseite fehlt, können wir da eben so Sachverständige sein, die noch mal jetzt mit so einem tiefen Verständnis über den Kunden, also die Business-Logik des Kunden, noch viel besser bewerten können, ob jetzt irgendein Anbieter oder irgendeine Implementierungslösung gut oder schlecht in die Strategie reinpasst. Das ist eine Rolle, die wir da oft einnehmen im Anschluss. Natürlich können wir auch uns mit die Hände schmutzig machen. Wir haben einige Tochtergesellschaften, die dann auch eine Webseite implementieren können, die makers99 in Barcelona. Wir haben Content Carl: hier in Karlsruhe, die dann einfach auch Inhalte die Inhaltsstrategie entwickeln und die Inhalte mit erfassen und auch publizieren können. Wir können Performance-Marketing anbieten. Die hallo.digital kann Auß-und Weiterbildung leisten, die oft auch wichtig ist, wenn man aktuell zum Beispiel im KI-Beratung Bereich tätig ist und dann die Leute erst mal lernen müssen, wie man mit so einem Chatbot oder was auch immer es ist, mit irgendeinem LLM irgendwie kommuniziert, da können die Kolleginnen und Kollegen gut helfen. Und so schauen wir eben, wo passen denn weitere Bausteine von uns gut rein und wo hat der Kunde natürlich auch einen Vorteil daraus, dass er jetzt mit uns schon so einen Strategieprozess durchlaufen hat, dass wir eben viel schneller und besser als andere unterstützen können.
[00:22:39.330] – Sarah
Zum Thema KI und Weiterbildung würde ich noch die Folge mit Christina empfehlen zur KI-Prozessanalyse. Ich vermute, dass es im Zuge des Digital-Game-Plans auch passiert, aber wenn wir uns anschauen, ob KI sinnvoll ist für ein Unternehmen, ist es nicht immer die Antwort, dass es so ist, sondern es kann auch oft Digitalisierung oder überhaupt ein Tool oder auch gar nicht KI sein.
[00:23:02.900] – André
Ja, total. Also KI ist auch nicht auf alles die Lösung. Man muss es, wie eingangs gesagt, das Internet entwickelt sich ständig weiter. Du musst ständig evaluieren, ob ein Thema und an welcher Stelle es mich vielleicht unterstützen kann und in welcher Form. Das muss man einfach auf dem Schirm haben, einfach um wettbewerbsfähig zu bleiben. Vielleicht auch marktfähig zu bleiben. Das ist gar kein Hobby, sondern es ist notwendig, dass man das macht, gerade in einer Phase, wo die Märkte sich stark bewegen, wo verschiedene Länder sich verschieden aufstellen. Es ist wichtig, dass man eben auch als deutsches, europäisches Unternehmen da weiß, wo man steht und was die Möglichkeiten zumindest sind, vielleicht Kosten zu sparen oder eben andersherum effektiver arbeiten zu können.
[00:23:47.740] – Sarah
Wir haben uns den Prozess einmal komplett angeschaut. Von der Analyse des Ist-Zustands zum Kommunizieren, was gemacht werden muss und der Umsetzung. Wenn ich jetzt mit meiner Füllerfirma komme. Und wie du vorhin gesagt hast, ich vielleicht einfach einfach nur ein kleines Unternehmen bin, muss ich denn immer durch diesen Digital Game Plan Prozess durch oder gibt es auch kleinere Anknüpfpunkte, mit denen mir geholfen werden kann?
[00:24:16.040] – André
Ich glaube, das ist ganz witzig, wenn du einen Kunden bei uns fragst: Hä, habt ihr denn den Game Plan mit den netzstrategen gemacht? Da werden die alle sagen: Hä, nein, was ist denn das? We think Game Plan. Wir denken in dieser Abfolge und in diesen Maßnahmen und bauen daraus auch unsere Angebote und Roadmaps zusammen. Bei uns ist das schon sehr verinnerlicht. Aber ich glaube nicht, dass der Kunde das immer so spürt, weil wir es auch nicht auf alle Dokumente obendrauf schreiben oder so. Der Game Plan ist quasi, ich glaube, von der Kundenseite eher so: Ja, cool, da kommen ja regelmäßig Ergebnisse. Ich bin im Bilde, was da passiert. Ich lerne mehr über meinen Markt, meinen Wettbewerb, mein Unternehmen, komme da immer weiter rein. Jetzt machen wir den Termin zu dem Thema. Das macht ja total Sinn, weil das haben wir ja gerade auch hier besprochen. Ich glaube, für die Kunden macht – Der Game Plan ist auf der Kundenseite eher so: Oh, wow, das läuft aber gut mit denen. So erlebe ich das. Das Feedback, das bekomme ich, weil wir eben so gut strukturiert sind, die Dinge so logisch aufeinander folgen. Ist das, glaube ich, gar nicht so Klar. Klassischerweise stellen wir uns mit dieser Folie hier vor, also mit der Game Plan Folie. Auf der Webseite kann man sie anschauen, aber danach sieht man den ja nicht mehr, weil danach sieht man noch die Einzelteile, die Bausteine davon. Zum anderen ist er natürlich total skalierbar. Wir können mini kleine Game Plans machen, um nur ein Thema zu durchleuchten. Wir können monothematische Game Plans machen im SEO-Bereich, wo wir Kunden jahrelang betreuen, aber immer in dieser Game-Plan-Denke, sozusagen drinnen sind. Wir lassen uns ein – Wir können natürlich auch anders arbeiten, ist gar kein Thema. Es gibt einfach manchmal auch wirklich ganz monothematische Fragestellungen, die dann zum Beispiel bei einem unserer Kunden in sogenannten Scale-Agile-Frameworks gelöst werden oder Aufgabenstellungen. Und da gehen wir auch mit in den Prozess rein und passen uns da an. Am Ende vom Tag geht es um intelligentes und agiles Arbeiten und dazu sind wir mal prinzipiell in der Lage, ob wir das in unserem Framework machen oder in einem anderen, das entscheiden wir dann mit dem Kunden zusammen.
[00:26:23.780] – Sarah
Der Digital Impact Podcast ist ein Projekt der Digitalberatung netzstrategen GmbH aus Karlsruhe. Er wird vorbereitet und produziert von Sarah Stock. Die Inhalte verantworten die jeweiligen Moderator:innen der Aufnahme. Abonniert gerne unseren Podcast, damit ihr immer mitbekommt, wenn wir neue Folgen veröffentlichen. Und wer noch mehr von uns netzstrategen hören mag, kann unseren Newsletter per Mail oder auf LinkedIn abonnieren. Ihr findet uns über Google oder die Links in den Show Notes. Dort gibt es auch das Archiv und alle vorherigen Folgen dieses Podcasts zu hören.
Hör gerne in unsere anderen Episoden mit Digital Impact rein. Diese hier passen gut zum Thema der vorherigen Folge: