E-Commerce: Fokus auf Marketing
Veröffentlicht am 22.8.2022
Digital Impact Podcast · Folge vom 22.08.2022
In dieser Folge geht es um einen oft unterschätzten Faktor im E-Commerce: das Marketing für Online-Shops. Host Timo Krause interviewt Stephan Sperling und Andreas Blumberg von der boxwise GmbH, die jahrzehntelange technische Erfahrung mitbringen und erklären, was man vor der Auswahl eines Online-Shops wissen muss und warum der Fokus schnell aufs Marketing gehört.
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Transkript der Folge lesen
[00:00:07.530] – Timo
Dann starten wir mit der nächsten Podcast Episode heute. Herzlich willkommen! Ich bin Timo, der Host vom netzstrategen Podcast und freue mich sehr, dass heute meine beiden lieben Kollegen Stephan und Andreas zu Gast sind. Von der boxwise GmbH oder von der netzstrategen GmbH. Beide sozusagen. Wir haben ja verschiedene Marken bei uns und wir widmen uns heute dem Thema E-Commerce. Das ist so euer Steckenpferd, worum ihr euch kümmert. Speziell beim E-Commerce möchten wir heute ein bisschen über die Technik und Budgets reden. Weniger Technik, mehr Marketing. So haben wir mal den Arbeitstitel genannt und so starten wir jetzt direkt kurz eine kleine Vorstellungsrunde. Noch mal wer, wie, was macht. Stephan, ein, zwei Sätze zu dir und dann steigen wir mit dem Thema ein.
[00:00:51.480] – Stephan
Jawoll! Herzlichen Dank für die Einladung heute. Ich mache E-Commerce seit vielen, vielen Jahren. 2002, 2003, die ersten Onlineshops gebaut und seitdem lässt mich das Thema nicht mehr los. Und in all den Jahren sind viele, viele Millionen für Shoptechnik über den Tisch gegangen in den verschiedensten Projekten. Und heute bin ich eben der Meinung, die Shops sind so gut, so ausgereift, ich muss nicht mehr so viel Geld in Technik investieren, muss aber gleichzeitig viel, viel mehr Geld ausgeben, um meinen Shop erfolgreich zu machen. Und das ist so ein bisschen unser Fokus in der boxwise, dass wir sagen spar bei der Technik, dann hast du mehr Budget, um deinen Shop erfolgreich zu machen.
[00:01:29.850] – Timo
Apropos Technik gutes Stichwort. Neben dir sitzt der TechNICK. Dieser kleine Wortwitz muss einfach sein. So steht es auch in deinen Intro Slides, wenn ich mich recht erinnere. Ja, Andreas, ein, zwei Worte zu dir.
[00:01:40.920] – Andreas
Zu mir, ich bin Projektmanager aus Leidenschaft, habe von der Pike auf quasi die Informatik nicht studiert, aber gelernt an der Stelle. Habe vom Strippenziehen angefangen und bin mittlerweile voll überzeugt in den verschiedenen Rollen. Überall da, wo es um Schnittstellen geht und eben auch um technische Themen. Von dem her heute auch mit einem technischen Thema unterwegs, nämlich den Landing Pages.
[00:02:06.690] – Timo
Wunderbar. Da widmen wir uns auch gleich dem Thema. Jetzt steigen wir mal mit dem E-Commerce Thema noch mal ein. Stephan, du hast ja jetzt gerade mal die Jahreszahl 2002 in den Raum geworfen. Das ist ja schon ein recht langer Zeitpunkt. Jetzt sind die letzten Jahre auch viele Shopsysteme entstanden, die auch so ein bisschen aus der sich für die Allgemeinheit schnell umsetzen lassen wie Shopify und co. Wir sind jetzt, wenn ich das weiß ich ja das wir mit WordPress und in der WooCommerce Umgebung unterwegs sind. Die technischen Anforderungen an den Shop heutzutage wie wie manifestieren die sich und wie haben die sich auch die letzten Jahre verändert? Beziehungsweise was muss ein Shop heute wirklich auch können?
[00:02:48.210] – Stephan
Ja ein Shop muß halt in erster Linie verkaufen. Das ist mal das Wichtigste. Mir bringt der schönste beste Shop nichts, wenn er nicht verkauft. Und das ist so ein bisschen das Problem, auch bei der Auswahl eines Systems. Das weiß ich halt vorher auch nicht unbedingt. Das heißt, da braucht es viel Erfahrung. Es gibt Shopsysteme wie Sand am Meer. Ich kann mir auch selber einen Shop programmieren lassen, wenn ich ganz viel Geld übrig habe und es nicht so wichtig ist, dass da was zurückkommt. Aber ja, das Entscheidende ist im Prinzip, dass ein Shop funktioniert und funktioniert im Sinne von Verkaufen. Und da macht Shopify zum Beispiel du hast es gerade angesprochen, einen sehr, sehr guten Shop. Die haben halt den perfekten check out. Da bleibe ich nicht hängen, da komme ich gut durch. Das ist zum Beispiel eine ganz, ganz wichtige Komponente, die da, die da reinspielt. Das macht für mich den perfekten Shop aus. Das, das ich darüber erfolgreich verkaufen kann?
[00:03:36.610] – Timo
Ja. Ist das auch so, dass die diese Messlatte von. Was den Verkauf angeht wenn ich jetzt an Amazon und Co. Denke, einfach dieser so eine Messlatte richtig setzt im Sinne von der check out muss smooth sein, es muss alles bequem und schnell und gut laufen. Ich muss die Informationen finden. Können kleinere Shops oder generell Shops diesen Anforderungen auch gerecht werden mit anderer Technik?
[00:04:00.600] – Stephan
Ich denke schon, weil weil halt so ein Shopsystem im Prinzip ja eben zum Beispiel einen check out mitbringt und wenn ich nicht den Anspruch hab, mein check out muss, völlig anders funktionieren als alle anderen check outs auf dieser Welt, kann ich in aller Regel zum Beispiel so ein Shopify check out, aber auch von WooCommerce den check out kann ich einfach verwenden und dann ist ja schon mal gut. Das sind so viele Jahre in Entwicklung, Erfahrung reingeflossen, dass ich sagen kann, damit kann ich mit gutem Gewissen arbeiten, ohne dass ich Angst haben muss, dass das nicht funktioniert. Ich rate eher davon ab, sich selber lustige Dinge auszudenken und zu sagen Bei mir muss aber alles anders funktionieren. Das ist im E-Commerce genau das Falsche. Du hast gerade Amazon angesprochen. Jeder von uns weiß, wie ich bei Amazon einkaufen kann, wie das funktioniert, wie der check out ist. Warum sollte ich davon abweichen? Von etablierten Prozessen, die in den Köpfen der Menschen drin sind? Gelernte Verhaltensmuster, die da, die da ablaufen, will ich ja gar nicht aufbrechen und überraschend sein. Das ist manchmal das Argument Ich will ja die Nutzer überraschen, ja, aber bitte nicht im check out oder du kannst ihn mit deinem Produkt überraschen. Du kannst mit gutem Content überraschen, aber alles, was Richtung Kauf dann geht, muss halt irgendwie für den Nutzer vertraut am besten sein, damit er dann schnell und einfach durch diesen check out kommt und dann auch den den Warenkorb bei dir auscheckt und nicht woanders.
[00:05:17.460] – Timo
Okay. Frage an euch beide. Wir sind jetzt in der WordPress, WooCommerce Umgebung primär einfach unterwegs. Das was ihr auch tut. Jetzt möchte ich, ich bin jetzt mal in der Rolle, ich möchte einen Shop haben und komme jetzt mit euch ins Gespräch. Und welche, welche, welche technischen Anforderungen gibt es Mindestanforderungen oder wo man sagt so den die Plugins braucht man jetzt auf jeden Fall um als Basis zu starten und, und vieles ist on top. Ich habe mal auf der Seite geguckt, da sind ja wirklich über 150 Plugins, wenn ich die Zahl richtig im Kopf habe, die da mittlerweile verfügbar sind und wo wir auch wieder viel tut, könnt ihr da noch mal erklären, was da so Basics sind? Auch gerne Andreas. Dann werf ich euch die Bälle einfach zu.
[00:05:56.730] – Stephan
Ich würde vielleicht kurz anfangen, bevor ich dann zu Andreas übergebe. Weil wenn du, wenn du zu uns kommst und sagst, du hättest gerne einen Shop, sprechen wir gar nicht über Technik als allererstes, sondern wir gucken uns ja erst mal an was ist das Produkt, das du da hast, das du verkaufen willst? Hast du schon einen Shop oder fängst du bei null an. Wenn du einen hast, auf welcher Basis bist du gerade unterwegs? Was können wir daraus lernen? Was können wir daraus ableiten? Wenn du noch nichts hast, gucken wir uns auch erstmal den Markt an und schauen Was machen andere da draußen? Wir gehen mit dir ins Gespräch, wollen rausfinden, okay, du willst jetzt vielleicht kleinen starten, aber wo siehst du dich denn in fünf Jahren? In zehn Jahren? Also wo entwickelt sich das Ganze auch hin? Weil du ja dann wieder in die Technik gedacht, nicht alle paar Jahre umziehen willst. Und sagen wir so jetzt fange ich auf der grünen Wiese wieder an und baue mir nen neuen Shop, weil der alte meinen Anforderungen nicht mehr genügt. Deswegen entwickeln wir mit dir zusammen erst mal ein Anforderungsprofil und auch so eine, zumindest eine grobe Roadmap, um zu wissen, wo könnte es denn mal hingehen und was könnten denn die maximal Anforderungen in den paar Jahren, in zwei Jahren, in fünf Jahren sein, um sich da nicht hinterher irgendwie falsch festzulegen, auf ein falsches Tech Stack zu springen und dann sich zu ärgern hinterher? Das ist leider was, was oft passiert, dass Leute bei den ganz, ganz einfachen Shops anfangen. Es gibt da draußen ja jeder Hoster hat einen Shop im Programm für irgendwie 1,99 € im Monat. Die eignen sich halt sehr, sehr schlecht, weil sie extrem unflexibel sind und ich dann halt sehr schnell umsteigen muss auf andere Technik und dann praktisch wieder neu anfangen muss. Bei null anfangen, die haben oft keine Exportfunktion usw. Und dann bringt mich das nicht weiter, sondern verursacht in jedem Entwicklungsschritt neue Kosten Und im schlimmsten Fall noch mal komplett bedeutet von vorne anzufangen. Deswegen erst Anforderungen definieren, eine gewisse Roadmap aufzeichnen und dann entscheiden, was, was was, was die technische Basis dafür sein kann und was, was sich da anbietet, was da optimal wäre.
[00:07:42.360] – Andreas
Ich greife mal die Zahl der 150 Plugins auf, die du gerade in den Raum geworfen hast, so schön. Da geht es natürlich auch nicht nur um Shop Funktionalitäten. Also es geht nicht nur darum, quasi den Shop zu erweitern, sondern auch die Schnittstellen Prozesse dahinter abzubilden. Und da sind natürlich auch noch mal eine Vielzahl von Plugins, die ich brauche, die sehr individuell sind, je nachdem, was ich für eine Supply Chain habe dahinter was für Systeme habe ich angekoppelt. Eine Warenwirtschaft, ein CRM, all diese Systeme, die dahinter hängen und die mir noch weitere Insights bieten oder eben die Abwicklung der ganzen Prozesse dahinter. Das muss natürlich auch alles ineinander greifen. Weswegen gerade solche One Click Shopsysteme. Auf den ersten Blick vielleicht attraktiv sind. Aber wenn dann im Haus nach irgendwo noch eine AS400 rumsteht, die dann angebunden werden muss, dann kippt das Ganze sehr schnell linksseitig weg und ich fange wieder von vorne an.
[00:08:32.960] – Timo
Was steht da? Das musst du mir erklären. Ich frage hier einfach Wir sprechen hier miteinander.
[00:08:37.460] – Andreas
Also ein etwas älteres Modell einer Buchhaltungssoftware.
[00:08:42.860] – Stephan
Das sind so alte IBM Rechner mit Bildschirm. Schwarzer Hintergrund mit Grün.
[00:08:47.390] – Timo
Ja, die kenne ich auch.
[00:08:48.890] – Stephan
Das gibt es auch heute, im Jahre 2022 noch solche Systeme. Und wenn du das anbinden musst, ist auch nicht besser oder schlechter als ein SAP zum Beispiel anzubinden, was wir auch schon gemacht haben. Aber das muss man halt irgendwie vorher wissen und dann brauche ich halt entsprechende Erweiterungen dazu, die mir das auch ermöglichen. Und das Shopsystem grundsätzlich muss ja so offen sein, das es das überhaupt erlaubt. Das ist das, was Andreas gerade gesagt hat. Wenn ich da auf einem dieser Minishopsysteme unterwegs bin, das kann ich vergessen, dass ich da was größeres irgendwie anbindet, sondern da kann ich halt, das ist mehr ein Spielzeug, aber kein, kein ernstes, kein ernstes Ding.
[00:09:26.000] – Timo
Also pro Tipp nicht auf ein… Ich nenne sie mal 1 € Shops setzen.
[00:09:29.930] – Stephan
Ja, genau.
[00:09:30.470] – Andreas
Ja, das auf jeden Fall. Anderer Pro Tipp sich erst mal umgucken am Markt. Also wirklich damit beschäftigen, was will ich erreichen, was will ich verkaufen? Was habe ich für Schnittstellen und Anforderungen? In Summe, die mal zusammentragen. Und dann kann man auf die Suche gehen und sagen okay, das wäre ein geeignetes Shopsystem für die spezielle Situation, in der ich gerade bin.
[00:09:51.740] – Timo
Wenn ich jetzt der Laie bin ich meine, das Angebot ist ja wie bei allem riesig und enorm. Also wie finde ich das denn im Endeffekt raus? Also habt ihr da eigentlich Praxistipps oder was?
[00:09:59.420] – Stephan
Du kannst natürlich uns fragen, aber was ich meine, jede dieser Shopsoftwareanbieter haben natürlich Feature Lists, mit denen du mal arbeiten kannst, um dich grundsätzlich vertraut zu machen. Und dann ist es aber wie beim Autokauf. Du solltest eine Probefahrt machen, auch wenn das Zeit kostet und Aufwand kostet. Wenn du dir nicht sicher bist und du hast am Ende eine Liste von zwei oder drei möglichen Shopsystemen, die infrage kommen. Lohnt sich schon mal den ein oder anderen Tag noch zu investieren, um wirklich mal damit zu arbeiten. Die meisten erlauben auch die komplexeren relativ schnell mal so ein Demoshop aufzusetzen oder haben auch Demoshops. Dann würde ich die aber auch mal ausprobieren und dann mal in das Backend reingehen, mal ein Produkt anlegen, einfach um ein besseres Gefühl dafür zu kriegen, wie denn das ganze funktioniert und ob ich mir vorstellen kann, damit in den nächsten Jahren auch jeden Tag zu arbeiten. Also das wäre wie die Probefahrt beim Auto, machen wenige aber würde ich total empfehlen, sich einfach mal auch unter der Haube umzuschauen und nicht nur den Feature Lists der Shopverkäufer zu glauben. Weil das ist wie immer, die können alle, alles und jeder ist der Beste. Aber ich sage auch immer das perfekte Shop system gibt es nicht. Das ist eine Lüge. Es gibt auch keins, das wirklich gut ist, wo ich sagen würde, das würde ich absolut empfehlen für alles und jeden. Das gibt es nicht, sondern es ist eine sehr, sehr individuelle Entscheidung. Und egal für was ich mich entscheide, ich werde immer auch gegen Wände rennen und Probleme haben. Das muss man ganz ehrlich auch dazu sagen.
[00:11:23.390] – Timo
Das ist ein schönes Stichwort, dieses Individuelle, das höre ich jetzt auch so raus, so wie das da erzählt. Also ich, wenn ich mich mal in diese Rolle rein versetze, was kostet dann der ganze Spaß jetzt irgendwo? Also wo fängt da was an, wo hört da was auf? Das ist also wie, wie geht ihr damit um, wenn ihr mit den Leuten sprecht und euch da unterhaltet? Gerade wenn es um das Thema nachher geht, zu skalieren, zu sagen: Hey, wir haben jetzt eine Roadmap aufgebaut, wir gucken das Produkt an, das Marketing auch dahinter und, und deklinieren schon ein paar Sachen vor und definieren diese Sachen. Wir haben jetzt gesagt mehr, weniger Technik, mehr Marketing. Wie sieht es da von der Preisstruktur aus? Kann man da trotzdem irgendwelche Nummern nennen oder ist es da wirklich so individualisiert?
[00:12:02.090] – Stephan
Es kommt darauf an. Ne quatsch, aber was uns am Herzen liegt, ist es eben mit einer relativ geringen Hürde, das heißt relativ günstig starten zu können. Weil am Ende sind die Kosten ja relativ. Wenn ich einen erfolgreichen Shop hinstelle, kann ich auch, habe ich auch Geld um weiter zu investieren, um das Ding weiter auszubauen. Wenn ich aber schon irgendwie und das ist keine Seltenheit, mal eine halbe Million hinlegen muss, um einfach mal einen Shop zu haben, dann kann ich mir halt nicht erlauben, damit einfach mal ein bisschen zu spielen und zu gucken, sondern dann muss das halt funktionieren. Und unser Ansatz ist und das kann mir keiner garantieren, natürlich nicht. Deswegen ist unser Ansatz eher, wir fangen so einfach und günstig wie möglich an und bauen dann aus und sparen. Aber das einfach und günstig heißt nicht billig im Sinne von wir lassen alle wichtigen Features weg, machen keine Suchmaschinenoptimierung oder so was.
[00:12:51.110] – Timo
Das wäre jetzt auch die Frage.
[00:12:52.520] – Stephan
Das sind ja entscheidende Faktoren, die mit drin sein müssen. Und dann habe ich eben Budget lieber um Marketing zu machen. Einen Shop heute im Netz zu haben, bringt mir überhaupt nichts. Ich muss da Traffic drauf kriegen und das kostet Geld und dafür brauche ich Budget. Und von daher, was den Shop betrifft es kommt darauf an, wie viele Produkte du hast, welche Schnittstellen du brauchst. Wie Andreas eben meinte wenn es ein ganz, ganz einfacher ist, dann kannst du damit zumindest 20-30.000 solltest du auf jeden Fall mal rechnen. Das ist aber wirklich die unterste Grenze. Kostet auch ein einfacher Shop, also die 1,99 vom Hoster im Monat, das hat einen Grund, warum die so billig sind. Die wollen halt wenigstens die Kohle ein bisschen mitnehmen, aber funktionieren tut es nicht. Es ist kein ernsthafter Shopbetreiber drauf.
[00:13:32.420] – Timo
Okay, kommen wir doch einmal zum Marketing. Wie gesagt, hast mehr Marketing und wie kriege ich den Traffic auf meinen Shop drauf? Also ist aus eurer Praxiserfahrung, was ihr da gerade aktuell tut, was ihr vielleicht vor ein paar Jahren getan hat, was da auch funktioniert. Könnt ihr da ein bisschen was zu erzählen, was da einfach gerade state of the art ist? Ich gucke genau erst Richtung Stephan und dann schauen wir zum Andreas.
[00:13:55.250] – Stephan
Ja. Also klar, Es ist, woran kein Weg vorbeiführt, dass Google sowohl bezahlt als auch organisch. Also über Google Suchmaschinenoptimierung in vielen der Shops, die wir betreuen, betreiben, wo wir Einblick in die Zahlen haben, machen die die Trafficquellen von Google mindestens mal 60 % des Umsatzes dann am Ende aus. Das heißt, ich muss, was Google macht, in Perfektion machen. Ich muss Google Ads so machen, dass es für mich funktioniert. Ich muss Suchmaschinenoptimierung auf sehr professionellem Niveau betreiben. Dann kriege ich nur über diesen Kanal schon mal 60, 70, teilweise 80 % des Umsatzes. Eine hohe Abhängigkeit aber geht halt auch nicht anders. Der große Vorteil von dem Google Kanal ist halt, dass Nutzer dort schon konkrete Suchanfragen formulieren und ich… Deswegen fangen wir immer mit Google erstmal an, weil da kann ich den Traffic abfischen von den Leuten, die schon wissen, was sie wollen. Wenn ich bei Google meinen konkreten Suchbegriff eintippe, dann gebe ich ja, sage ich der Suchmaschine und damit auch den Werbetreibenden, ja genau, was ich möchte. Und das ist anders als jetzt Social Media oder Influencer usw., was eher in Richtung Marken Bekanntheit geht. Das machen wir meistens in der zweiten Stufe, wo wir sagen okay, erstmal das Abfischen an Nachfrage, was da ist über Google und wenn ich das geschafft habe und da praktisch am Anschlag bin, dann ziehe ich den Kreis größer und gehe sozusagen an die Zielgruppen, die weiter weg sind vom Kauf. Wenn ich natürlich jetzt ein völlig neues Produkt habe, das noch keiner kennt, wonach auch keiner sucht, dann muss ich sofort irgendwie in die Social Kanäle gehen und da investieren, um mein Produkt, meine Marke erstmal bekannt zu machen. Aber die allermeisten Produkte da draußen gibt es ja schon und haben auch eine Nachfrage. Also wir haben es ganz selten mit Produkten zu tun, die so neu und so anders sind, dass da kein Mensch danach sucht, habe ich selten erlebt.
[00:15:43.010] – Andreas
Der Idealfall ist natürlich: ich habe ein Problem, was schon allseits bekannt ist, und es gibt keine adäquate Lösung. Oder ich präsentiere eine bessere Lösung an den Stellen. Stichwort Abomodell, wo es noch keine Abomodelle gibt in einem Bereich, das zu platzieren, das ist natürlich wunderbar einfach, da quasi die Anzeigen draufzutexten und genau spezifisch in diese Nische reinzugehen. Bei Produkten, die es am Markt schon gibt, wo jetzt aber kein wahnsinniges Problem dahinter steht und auch relativ viele Produkte am Markt sind, habe ich es natürlich deutlich schwieriger. Dann muss ich halt versuchen, eher in Richtung Community Aufbau zu denken. Wichtig dabei ist in Summe glaube ich einfach, dass ich mir Gedanken mache, wo, in welcher Phase hole ich die Leute ab? Also wo befindet sich der Nutzer, wie weit weg ist er vom Kauf? Und entsprechend müssen die Maßnahmen einfach andere sein, um das Ganze zu steuern. Rückwärts aufgezogen. Grundsätzlich aus Kostensicht gedacht, ist es am einfachsten, die am nächsten, am Kauf abzuholen und dann quasi rückwärts weiterzugehen und das Ganze aufzubauen, um eben auch da das Budget grundsätzlich zu schonen, weil die Leute, die noch komplett weit weg vom Kauf sind, die also noch nicht wissen, dass sie ein Problem haben und ich die Lösung dafür habe, den muss ich beides erst beibringen. Das ist halt kostenintensiv an der Stelle.
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So geht es weiter
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