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Erfolgreiches Recruiting trotz Fachkräftemangel: So klappt es bei uns!

Veröffentlicht am 15.1.2025 · André Hellmann

Titelbild: Erfolgreiches Recruiting trotz Fachkräftemangel: So klappt es bei uns!

Diese Ausgabe erschien ursprünglich im Januar 2025 im Digital Impact Newsletter.

„Wie läuft es denn bei euch mit den Leuten?” — Keine andere Frage wurde mir in diesem Jahr öfter gestellt in Terminen mit Kunden, Partnern und befreundeten Unternehmern. Aber nicht nur die Menschen mit Personalverantwortung sprechen darüber. Auch in meinem Bekannten- und Freundeskreis, unter Menschen, die keine Teams leiten oder Unternehmen steuern (beim Laufen, Radfahren, Workout oder beim Bier) kommt die Sprache oft auf die Arbeit, die dortige Kultur und die Bezahlung. Zahlreiche Anfragen rund um Recruiting, Qualifikation und Organisation bei uns im Unternehmen zeigen, dass das „Thema mit den Leuten” aktuell brennt und wirklich alle beschäftigt.

Wie läuft es denn bei uns mit den Leuten?

Die einfache Antwort ist: gut. Nach bewegten Jahren mit für uns ungewohnt vielen Wechseln im Team, nach einer Phase des Wachstums und der Konsolidierung, ist wieder Ruhe und Stabilität in unser Team eingekehrt. Für uns beginnt diese Stabilität mit den gemeinsamen Werten. Und rückblickend hat es an dieser Stelle einfach nicht mehr gepasst. Zu viele Leute hatten andere Vorstellungen, wie die Balance aus Leistung, Arbeitsbeitrag und Vergütung gestaltet sein sollte. Das packt ein kleines Unternehmen wie unseres nicht auf Dauer. Für die seelische und wirtschaftliche Gesundheit ist die Trennung unabdingbar.

Wir waren offenbar nicht das einzige Unternehmen, das von diesen Turbulenzen betroffen war und neben den wirtschaftlichen Zwängen auch kulturell-atmosphärische Tiefdruckgebiete durchkreuzte. Aktuell erreichen uns wieder mehr Bewerbungen qualifizierter und erfahrener Menschen, die sich einbringen wollen. Dass man an einem Arbeitsplatz auch eigenverantwortliche Arbeit erwarten darf und man dafür dann mit einer realistisch darstellbaren Vergütung entlohnt wird, ist wieder üblicher als die unrealistischen Vorstellungen, die wir während und kurz nach der Corona-Pandemie erlebt hatten. Daher wachsen wir wieder, gesund und mit Bedacht.

Woher bekommen wir gute Kandidat:innen?

Die nächste Frage ist zumeist, woher wir tolle Kandidat:innen bekommen, denn es tobt ein Wettkampf um die besten Talente. Wir sind definitiv nicht immer die „Gehaltssieger”, wenn es darum geht, eine:n Kandidat:in für uns zu gewinnen. Bei den Gehältern der IT-Giganten, DAX-Unternehmen oder Mittelstands-Schwergewichten können wir auf keinen Fall mithalten.

Aber wir können unsere Vorteile ausspielen. Und die sind genauso einfach wie gewichtig für die richtigen Menschen: Transparenz, Fairness, Flexibilität, Eigenverantwortung, tolle Arbeitsinhalte, spannende Projekte und keine Angst vor blöden Erlebnissen mit Kolleg:innen oder Kund:innen. Ein Arbeitsplatz, der nicht belastet, sondern beflügelt und eine wirkliche Professional-Private-Balance ermöglicht. Diese Wahrnehmung fördern wir in allem, was wir für unsere Marken tun, und lassen sie in unserer Außendarstellung leben. Gelebte Werte machen Recruiting-Marketing viel einfacher.

Das führt zum einen zu einem sehr erfolgreichen Empfehlungsmarketing, denn wie eingangs bereits erwähnt, ist Arbeit auch im Freundeskreis Thema. Aber auch über das klassische Personalmarketing kommen wir weiter. Ein „Trick”, mit dem wir sehr erfolgreich sind, ist unser großer Talent-Pool, im Marketing-Sprech „Top-Funnel” oder „Flywheel”. Diesen bauen wir uns auf, indem wir zu jeder Zeit alle möglichen und angedachten Stellen im Unternehmen als Stellen auf der Website zeigen. So erhalten wir relativ konstant Bewerbungen, die wir dann zu gegebener Zeit aktivieren können. Manchmal bringen Menschen uns auch auf Ideen und wir kommen gemeinsam auf Abenteuer, die wir angehen können.

Geschwindigkeit macht den Unterschied

Zentral dabei ist eine offene und schnelle Kommunikation mit den Bewerber:innen. Wir reagieren an Wochentagen für gewöhnlich noch am selben Tag persönlich und nicht nur per automatischer Antwort; mindestens über unser People-und-Culture-Team, häufig aber auch direkt aus der fachlichen Disziplin. Auch hier zählen wieder unsere Werte. Wir behandeln andere so, wie wir selbst behandelt werden möchten, und respektieren das Interesse und die Zeit anderer. Aus den Gesprächen wissen wir, was Bewerber:innen bei und in anderen Unternehmen erleben und was sie dazu bewegt, bei uns durchzustarten. Oft ist es neben dem positiven ersten Eindruck als Arbeitgeber einfach die schiere Geschwindigkeit, in der wir agieren und so die guten Leute anderen Firmen „wegschnappen”.

Jede (!!!) Präsenz zählt

Doch vor der eigentlichen Bewerbung kommen noch viele andere Berührungspunkte eine:r Bewerber:in mit einem Unternehmen, über die man sich im Klaren sein sollte und die man managen muss. Einige klassische Fallstricke, die wir immer wieder erleben:

Arbeitgeber-Bewertungen: Schlechte Bewertungen auf kununu, Google oder sonstigen Plattformen und ja, die sind leider super nervig, meistens sehr einseitig und häufig auch einfach Spam. Alles Jammern hilft nichts, es gibt sie einfach. Auf der anderen Seite können sie aber auch einen Vorteil bringen, nämlich indem man die Beiträge selbst kommentiert und respektvoll richtigstellt. Bei uns ist es so, dass Kandidat:innen im Gespräch sogar diese Kommentare von unserer Seite aus ansprechen und als positiv empfinden. So machen wir aus der Not eine Tugend bzw. einen Vorteil für unsere Kommunikation.

Bewerbungs-Software: Es ist zwar toll, wenn man ein schönes HR-System hat, und es macht die Arbeit intern vielleicht einfacher. Häufig verhindern sie aber auch, dass sich Menschen bewerben können. Das beginnt damit, dass die Seiten nicht mobil nutzbar sind. Schaltet man nun aber Recruiting-Anzeigen auf Instagram und TikTok, kommen die meisten Nutzer:innen über das Smartphone. Da ist es dann schade, wenn Firmeninformationen, Jobbeschreibungen oder Formularfelder nur schlecht zu lesen oder gar nicht nutzbar sind und die Nutzer:innen direkt zurückkehren zu den Katzenvideos der Freunde.

Auch viele „Pflichtfelder” für persönliche Angaben und notwendige Unterlagen verhindern eine Bewerbung. Bei uns ist es schon so, dass häufig der erste Kontakt noch oberflächlich ist und man sich dann im Prozess besser kennenlernt. Und das ist auch ok so; ich nehme lieber zuerst einmal den Handschlag und führe ein Gespräch, bevor ich die Formalitäten kläre.

André Hellmann

Autor & redaktionelle Verantwortung

André Hellmann

Gründer & Geschäftsführer

Gründer und Geschäftsführer der netzstrategen GmbH, seit 2006 an Bord. Sein Fokus: Datenmessung, Analytik und Strategiedefinition. Heute vor allem der Aufbau von AI Operations, von der Strategie bis zum laufenden Betrieb. Branchenerfahrung in Pharma, Automobil und Fertigungsindustrie.

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