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Podcast

Geschichte des Cyberforums

Veröffentlicht am 29.4.2024

Titelbild: Geschichte des Cyberforums

Digital Impact Podcast · Folge vom 29.04.2024

In dieser Folge geht es um die Entstehung des CyberForums. Der CyberForum e.V. in Karlsruhe ist mit über 1.200 Mitgliedern das größte regional aktive Hightech-Unternehmer-Netzwerk in Europa. Host André Hellmann spricht mit Matthias Hornberger über seinen Weg zum CyberForum und die Herausforderungen der Anfangsjahre.

Transkript der Folge lesen

[00:00:00.000] – André

Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge des Digital Impact Podcasts der netzstrategen. Ich bin André Hellmann, Gründer und Geschäftsführer der netzstrategen und bei uns im Digital Business Team tätig. In der heutigen Episode spreche ich mit Matthias Hornberger, dem Vorstandsvorsitzenden des CyberForums aus Karlsruhe. Es ist mit 1200 Mitgliedern das größte regionale Unternehmernetzwerk der Digitalbranche in Europa. Disclaimer, auch ich bin Teil des geschäftsführenden Vorstands. Wir besprechen heute, wie Matthias zum CyberForum kam, was er davor gemacht hat und wie es überhaupt entstanden ist. Wer mehr über das erfahren möchte, was das CyberForum heute macht, der kann sich die Episode mit dem Geschäftsführer David Hermanns anhören. Wir verlinken sie in den Show Notes. Jetzt aber rein in das Gespräch mit Matthias Hornberger, das wir am 7. Juli 2023 aufgezeichnet haben. Und los geht es mit Matthias Weg zum CyberForum.

[00:00:56.090] – Matthias

Ja, also ich bin ja auch schon Ü60. Insofern muss da ja auch ein bisschen was schon drin sein im Lebenslauf. Ich bin in der Wolle gefärbter Banker, habe eigentlich eine klassische Bankenkarriere gemacht, so mit Kaufmannsgehilfenprüfung, Studium in Mannheim und dann insgesamt zehn Jahre im Investment Banking, dort sehr stark im Beteiligungsbereich. Und dann kam, wenn man so will, der Moment der Wahrheit. Ich habe damals noch für eine Kölner Bank die Pre-IPO-Beteiligung von web.de betreut oder an web.de betreut, 1999. Und die haben ‘99 einen kaufmännischen Vorstand gesucht für den anstehenden IPO. Und das war dann der Moment, wo ich zugegriffen habe und gesagt habe, ich muss mal was Neues machen und habe, wenn man so will…

[00:01:51.010] – André

Fronten gewechselt.

[00:01:52.790] – Matthias

…auf die gute Seite der Macht gewechselt und bin zum 01.01.2000, also eine Millenniumsentscheidung, sozusagen, zu web.de hier nach Karlsruhe gekommen.

[00:02:03.140] – André

Okay, und hast dann den IPO dann auch begleitet und die Zeit danach wahrscheinlich.

[00:02:06.930] – Matthias

Ja, der IPO war ja ein sehr wilder Ritt. In der zweiten Hälfte 99 sind die Werte am neuen Markt explodiert. Und tatsächlich saßen wir hier noch Weihnachten 99, wo ich schon dabei war, und haben diskutiert: Gehen wir jetzt schnell an die Börse, um den Trend mitzunehmen? Oder warten wir noch, bis die Online-und Likos auch an der Börse sind und dann sind wir noch X Fantastilliaden Mehrwert und hatten dann aber doch das richtige Gefühl, haben gesagt, so schnell wie möglich raus und haben dann zusammen mit Eventim, die man heute als großen Ticketverkäufer, vermarkter kennt, am 17. Februar 2000 an die Börse gegangen, als die ersten beiden Unternehmen, die das 2000 geschafft haben. Und vier Wochen später, da ist der Markt zusammengebrochen.

[00:03:01.370] – André

Okay, also das Timing gut erwischst.

[00:03:03.220] – Matthias

Timing ist alles. Das ist sozusagen, was man mitnehmen kann fürs Leben.

[00:03:07.030] – André

Okay. Und dann saßt ihr hier in Karlsruhe und ihr hattet ja erst mal kein operatives Geschäft mehr, oder?

[00:03:13.010] – Matthias

web.de ist an die Börse gegangen mit drei Millionen Umsatz, 10 Millionen Verlust, 30 Mitarbeitern, ein paar hunderttausend Free-E-Mail-Kunden, also Free-Mail, wie wir das ja genannt haben. Und dann haben wir versucht, das Geschäft erst mal sehr, sehr stark auf Onlinewerbung basiert zu entwickeln. Das ist uns bei einem Marktvolumen von unter 200 Millionen Onlinewerbung ganz Deutschland, alles zusammen, sozusagen dann so leidlich gelungen. Allerdings nur bis zum 11. September 2001, wo dann alle Lichter ausgegangen sind und auch wir dann unser Geschäftsmodell komplett überdenken mussten.

[00:04:02.990] – André

Dann bist du irgendwo hier irgendwann Richtung CyberForum gekommen. Das ist ja so ein Teil der großen Geschichten, die wir erzählen wollen, wie wir hier in Karlsruhe dieses riesige Unternehmernetzwerk aus der Taufe, aus der Wiege gehoben und jetzt eben weiterentwickelt haben. Wie ist die Kurve verlaufen? Wie bist du da…

[00:04:17.960] – Matthias

Also das CyberForum selbst ist ja ein bisschen älter, 1997. Die Legende sagt, da war ich nicht dabei, die Legende sagt, dass die damalige Bürgermeisterin ein Ansiedlungsprogramm für Industrieunternehmen und IT-Unternehmen hier starten wollte und dann der Friedrich Georg Höpfner und der Jakob Karst, ein guter Freund von ihm und IT-Unternehmer, bei der Promet AG, dann einen Vorschlag entwickelt haben, den dann der damalige OB Seiler so gut fand, dass er dann gesagt hat: Friedrich, du machst das. Und dann hat die CyberForum-Geschichte begonnen. Der Name CyberForum stammt übrigens, noch eine kleine Anekdote, von Margret Mergen, die damalige Kämmerin und spätere erste Bürgermeisterin, dann Oberbürgermeisterin in Baden-Baden, die kam mit dem Namen CyberForum.

[00:05:19.000] – André

Und was sollte das bezwecken?

[00:05:21.420] – Matthias

Zum einen natürlich, damals war das ein sehr hipper Ausdruck. Heute klingt es eher ein bisschen antiquierter beziehungsweise wird es mit Cybersicherheit und Cybercrime in Verbindung gebracht. Damals war es ein moderner Ausdruck für den digitalen Raum und Forum eben als Treffpunkt für Menschen, für Unternehmen. Und das sollte es eben damals sein, ein Treffpunkt für Start-ups, für IT-Unternehmer und war eben ein Gründernetzwerk in dem Sinne.

[00:05:53.450] – André

Da war das Gefühl, dass da nicht genug gemacht wird, nicht genug gefördert wird, nicht genug Austausch da war und dafür wollte man einfach ein Forum schaffen.

[00:06:00.030] – Matthias

Ja, also der Bedarf war eben 1997 schon sehr hoch, was man eben auch daran gesehen hat, dass es sich dann sehr, sehr schnell gut entwickelt hat, dass schon die Gründung selbst war im Juli ‘97 und bei der ersten größeren Veranstaltung an einem Infomarkt, also an einem Netzwerktreffen…

[00:06:20.740] – André

Heute monatlich, oder?

[00:06:21.840] – Matthias

Heute monatlich. Ich glaube, im September oder Oktober ‘97 waren schon fast 100 Teilnehmer dabei und man hat dann binnen eines Jahres 200 Mitglieder gehabt und das zeigt schon, dass man da einen gewissen Need getroffen hat für diesen Austausch. Und dann ist man natürlich mit dieser Welle der Gründungen, die natürlich dann auch mit dem neuen Markt und der Tatsache, dass das Internet dann auch wirklich in die Fläche gekommen ist und wir uns alle mit, zumindest mal mit ISDN, ins Internet eingewählt haben. Ja, genau, Boris Becker. Ich bin ja schon drin. Damals noch auf Minutenbasis abgerechnet und auf diesem Trend sind natürlich sehr, sehr viele dann geritten. Da gab es durchaus auch schon sehr interessante Start-ups hier in Karlsruhe. Ticket-S zum Beispiel, für die Älteren, die sich erinnern. Das war also ein frühes Ticketing-System. Große Systemhäuser wie Astarte, die es heute alle nicht mehr gibt. Aber da war schon eine echte Szene hier entstanden.

[00:07:36.760] – André

Und du warst über web.de als großes Start-up dann da mittendrin?

[00:07:40.150] – Matthias

Ja. Das CyberForum hatte natürlich – war am Ende des Tages eine Veranstaltung, die sehr stark auf Herrn Höpfner zugerichtet war, auch von Herrn Höpfner finanziert worden ist, auf 30 Quadratmetern in der Höpfner Burg, da in diesem schönen Türmchen, was da am Eingang ist.

[00:07:57.840] – André

Muss man vielleicht auch wissen, dass das eine Brauerei ist. Es ist gar nicht allen klar, dass Höpfner ein Brauer oder wie nennt man denn das – ein Brauer ist.

[00:08:04.040] – Matthias

Ja, das ist eine Brauereifamilie damals auch tatsächlich noch mit einer aktiven eigenen Brauerei. Die ist dann 2006 verkauft worden an einem niederländischen Konzern, zumindest der Brauereiteil, nicht dieses Gebäude. Und der Höpfner hat das, wenn man so will, auf seinen eigenen Schultern getragen, ein bisschen Förderung bekommen von der Stadt, aber eben nichts, was belastbar war, sodass man dann nachdem als der neue Markt zusammengebrochen ist und natürlich auch dann viele Mitglieder nicht mehr so zahlungskräftig waren, doch in erhebliche Finanzierungsprobleme gekommen ist und dann war web.de so ein bisschen der weiße Ritter. Wir hatten ja dann Geld aus dem Börsengang und haben damals 100.000 Euro aus dem Geld des Börsengangs eben als Cofinanzierung in ein Projekt namens Campus gegeben, was eben dann vom Land oder ich glaube, es war Land und EU, cofinanziert wurde und das war dann die Lebensversicherung für das CyberForum für die, sagen wir mal, dürren Jahre, weil klar war, dass zwischen 2001 und 2004 – das war schon so ein bisschen….

[00:09:18.340] – André

Schwierige Zeiten.

[00:09:19.400] – Matthias

Die sieben schlechten Jahre. Das waren keine sieben Jahre glücklicherweise, aber das war die schwere Zeit, wie man so schön sagt.

[00:09:24.890] – André

Und bist du da auch schon operativ in den CyberForum reingerutscht zu der Zeit? Hast du da schon Aufgaben übernommen?

[00:09:29.480] – Matthias

Ich habe beim CyberForum, wenn man das jetzt in der – Rückwirkend betrachtet, ich habe sozusagen eine Benjamin Button-Karriere gemacht. Ich habe angefangen im Kuratorium, was also eigentlich heute die politische Ebene ist, wo eher so die seniorigen KIT-Präsident, Bürgermeister, Ehrenmitglieder vertreten sind und bin dann Mitte der Nuller Jahre in den erweiterten Vorstand gekommen und dann in den Geschäftsführenden und dann 2010 zum Vorstandsvorsitz. Also unser Geschäftsführer muss sich in Acht nehmen, wenn ich so weitermache, werde ich dann irgendwann mal noch richtig operativ und werde dann als Werkstudent meine Karriere beim CyberForum beenden.

[00:10:22.480] – André

Ich sehe schon. Du – dich als Assistent vom David Hermanns. Das kann ich mir gut vorstellen. Vorstandsassistent. Sehr schön. Dann bist du schon ein langer Wegbegleiter auf dem CyberForum.

[00:10:33.290] – Matthias

Ja, absolut. Jetzt bin ich im 14. Jahr Vorstandsvorsitzender und wie gesagt im Geschäftsführenden seit dann 2008. Also das ist schon ein nachhaltiges Hobby.

[00:10:50.400] – André

Ja, auf jeden Fall. Was für Meilensteine siehst du denn so, wenn man jetzt mal so ein bisschen zurückblickt? Wir haben die Gründung, wir haben eben diesen Start mit den vielen Gründern, die wir hier in Karlsruhe zusammengebracht haben, eben auch quasi – Also als es nur Gründer gab, im Internet wahrscheinlich. Da gab es noch noch keine Etablierten. Dann haben wir den Crash. Wie ist es danach weitergelaufen am CyberForum?

[00:11:09.750] – Matthias

Also ich glaube, der ganz große Meilenstein kam dann im Jahr 2006, als FGH, wie er ja im Jagon heißt, entschieden hat, die Brauerei zu verkaufen und er selbst dann Vorstand der konsolidierten Inbev-Gruppe in München geworden ist, mit diversen Braureien, Fürstenbach unter anderem, und dann eben sein Amt als Vorstandsvorsitzender niedergelegt hat oder sich hat nicht wieder wählen lassen und dann eben ein Triumvirat an den Start gegangen ist mit Elma Buschlinger, Dirk Schwarz und dem Martin Hubschneider, die das dann auch wirklich strategisch auf neue Beine gestellt haben. Während das CyberForum ja als Gründernetzwerk entstanden ist, ist eben dann in 2006 dieser Claim entstanden, High-Tech-Unternehmer-Netzwerk, mit dem Antritt wirklich Tech-Unternehmen nicht nur in der frühen Phase, ich sage mal so, bis zur Schulphase, bis zum ersten Abschluss, bis zur ersten Finanzierung zu begleiten, sondern wirklich über den gesamten Lebenszyklus zur Not auch Restrukturierung und Insolvenzberatung, also von der Liege bis zur Bahre, wie man so schön sagt. Und damit natürlich die Basis deutlich verbreitert hat, auch für die Mitglieder oder potenzielle Mitglieder und natürlich auch sehr viel stärker auf den Nutzen für alle Mitglieder, nicht nur auf fördernde Mitglieder. Wir alle sind ja irgendwie bei Vereinen fördernde Mitglieder, ohne dass wir jetzt so einen direkten Nutzen daraus ziehen, außer dass wir es moralisch unterstützen. Aber da war eben die Intention, wirklich den Mitgliedern auch zu beweisen, dass was für sie drinsteckt mit Weiterbildungsangeboten, mit Ausbildungsunterstützungen Fachkräftesuche, Fachkräftefindung, Weiterbildung, aber auch sehr viel Netzwerkaktivität auch auf der politischen Ebene zu wirken, dass eben die richtigen Projekte hier nach Karlsruhe kommen.

[00:13:27.730] – André

Und dann wurde im CyberLab irgendwann mal auch das Gründerthema noch mal deutlich professionalisiert, oder? Das war ja noch mal so ein Schnellboot, quasi.

[00:13:33.720] – Matthias

Also wir haben dann Anfang des letzten Jahrzehnts, 2012 war es, glaube ich, hatten wir den ersten Piloten für das CyberLab. Das war, wenn man so will, der erste strukturierte Akzelerator, vom Land geforderte Akzelerator, den wir innerhalb des CyberForums installiert haben und die ersten Start-ups dort als Output hatten. Tatsächlich gibt es aus der Zeit auch noch Start-ups, die sehr erfolgreich waren und das heute noch gibt. Die Campus Jäger, heute Workwise, war eins der ersten Start-ups aus dieser Zeit, inzwischen auch schon zehn Jahre alt. Oder ArtyMinds-Robotik oder eine Software für leichtbare Roboterarme hier im Technologiepark. Das war der erste Pilot und der war dann eben so überzeugend, dass wir dann die Anschlussfinanzierung vom Land bekommen haben für den IT-Akzelerator des Landes Baden-Württemberg. Das ist der offizielle Titel, den wir tragen dürfen seitdem. Inzwischen sogar noch etwas erweitert Cybersicherheit und künstliche Intelligenz. Und das war der erste vom Land geförderte Akzelerator. Und inzwischen sind wir, glaube ich, gerade letzte Woche sind die neuen Förderbescheide herausgegangen, bei knapp 20 Akzeleratoren für fast jedes Thema, für Stoff, für Food, für natürlich Impact, für viele, viele Themen. Und das Land hat eben für sich entschieden, das möglichst breit zu streuen, eben auch diesen Start-up-Gedanken im ganzen Land zu verankern, von Biberach an der Ritz bis Konstanz bis eben die Rheinschiene hoch. Und wir sind da so ein bisschen, ich der Leuchtturm oder der Dinosaurier, wie man es ausdrücken will. Auf jeden Fall sind wir die, die das schon am längsten betreiben und dann natürlich auch ein sehr gutes Standing haben.

[00:15:41.210] – André

Hast du da ein Gefühl, wie viel sind da durchgelaufen? Wie viele Start-ups haben wir da beschleunigt?

[00:15:46.220] – Matthias

Die Zahl der Start-ups habe ich nicht greifbar. Seit Gründung des CyberForums haben wir so um die 5.000 Gründerinnen und Gründer betreut. Aber ich würde mal sagen, dass die Zahl der Start-ups, vielleicht die durchs CyberLab gelaufen sind, in der Größenordnung zwischen 200 und 250 sind. Aktuell haben wir pro Jahr 60. Wir haben das deutlich nach oben gefahren, wobei auch da man auch nicht das mit den früheren Jahren vergleichen kann, weil heute eine Teilnahme auch sehr oft rein virtuell stattfindet. Früher hatten wir die Situation eigentlich immer, dass die Start-ups dann auch ein Büro hatten und wollten.

[00:16:34.060] – André

Platz einen Tisch.

[00:16:35.080] – Matthias

Genau. Und heute ist das eben nicht mehr der Fall. Und das führt auch dazu, dass viele Start-up sich entscheiden, nicht nur in einem Akzelerator zu sein, sondern iterativ hintereinander.

[00:16:50.830] – André

Hintereinander, sequenziell.

[00:16:52.200] – Matthias

Was absolut nachvollziehbar ist. Wie bei einer Ausbildung sucht man sich eben quasi ein, wenn man so will, einen Praktikumsplatz nach dem anderen, um dazuzulernen. Das heißt, das ganze Bild wird ein bisschen unscharfer und man kann es auch nicht mehr so ganz klar miteinander vergleichen, wenn man jetzt hier früher Jahre anguckt und heute.

[00:17:15.480] – André

Und dann erinnere ich mich, da war ich dann schon mit im Vorstand aktiv an den Smart Production Park, der auch noch mal ein riesiges Projekt war, der in den letzten Jahren im Hinterhof der Höpfner Burg entstanden ist. Das war dann noch mal ein weiterer Baustein des Baukastens.

[00:17:30.160] – Matthias

Also das ist tatsächlich so ein bisschen der nächste Stein oder vielleicht auch der Schlussstein, je nachdem, wie man das sehen will. Der CyberLab ist ja, wenn man so will, reine digitalen Produkte, wirklich Software Start-ups, die wir unterstützen, da eben mit einem sehr starken Fokus auf B2B. Es gibt ja auch diesen Spruch: Baden-Württemberg is the place to B2B. Es gibt schon ein starkes Gewicht auf das Thema B2B. Wir haben aber dann eben mit der technischen Entwicklung gesehen, dass IT immer mehr eine Wertschöpfung innerhalb von Hardware Produkten wird, embedded, wie man das so schön neudeutsch sagt, dass man Hardware und Software teilweise auch gar nicht mehr sinnvoll voneinander trennt und dass eben damit auch eine neue Kategorie von Produktionsunternehmen entsteht, die eben sehr softwarelastig sind, wo die Wertschöpfung eben sehr stark auf der Software basiert. Und während wir beim CyberLab ja selbst der, wenn man so will, der Träger des CyberLabs sind, finanziert vom Land, aber ansonsten sind das von uns selbst gestaltete Räumlichkeiten, sind wir dann bei dem Smart Production Park mit der Stadt zusammengekommen. Das ist also ein Projekt der Stadt, ein Gründungs-und Festigungszentrum der Stadt. Und wir treten dort als Betreiber auf mit letztlich den gleichen Leistungen, mit der gleichen Wertschöpfung, eben die Start-ups in dieser frühen Phase bei der Ideation, Team Building, das Testen des Geschäftsmodells, Prototyping, Beschaffung von Mentoren unterstützen. Wir haben rund 200 Mentoren, die in der Regel kostenlos uns zur Verfügung stehen, diese Start-ups zu coachen, zu beraten, den Input zu geben. All diese Komponenten, die bieten wir im Smart Production Park eben als Dienstleistung an, aber in, wenn man so will, fremden Räumlichkeiten. Also der Hausherr in dem Sinne ist die Stadt. Warum macht die Stadt das? Es ist ganz einfach. Das ist Wertschöpfung für eine Stadt. Wenn man sich anschaut, gab es mal eine Berechnung, dass ein Arbeitsplatz für die Stadt pro Jahr etwa dreieinhalbtausend Euro generiert an direkten und indirekten Steuereinnahmen. Und wenn man eben sieht, dass hier bei uns dann eben hunderte von Arbeitsplätzen entsteht, dann ist das eigentlich eine relativ einfache Investitionsrechnung, die hier gilt. Und insofern halten wir das natürlich auch für eine kluge Maßnahme der Stadt.

[00:20:38.210] – André

Aber ist ja schon ein bisschen eine Zwickmühle. Also wir haben jetzt diese quasi brick and mortar. Wir haben hier Gebäude gebaut, wir stellen eben das CyberLab auch physisch zur Verfügung. Wir haben einen Smart Production Park, ist ein riesiges Gebäude. Lohnt sich mal anzuschauen. Aber du hast ja auch selber gesagt, die Start-ups werden immer virtueller, die Unternehmen werden virtueller. Es passiert immer mehr remote. Wie geht man jetzt damit um? Und wie bringt man die zwei Sachen zueinander?

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