Google-AI-Steuerung: Google-Extended und Search Generative AI Control richtig einsetzen
Veröffentlicht am 12.10.2026 · Sven Eric Maier
Die meisten Websites leben davon, über Suchmaschinen Besucher anzuziehen. Gerade in der neuen Welt der generativen KI-Antworten, gilt es für sie möglichst sichtbar zu bleiben. Das bedeutet, dass die Verwendung der untenstehenden Möglichkeiten für die meisten Website-Betreiber keine Rolle spielt. Es gibt jedoch einige sehr wichtige Ausnahmen, die wir hier schildern wollen. Zunächst zur grundlegenden Funktionsweise.
Inhalt
- Google-Extended: Grundlegendes LLM-Training & Grounding in Gemini-Apps
- Search Generative AI Controls in der Google Search Console
- Kombination von Google-Extended & Search Generative AI Controls
- Beispiel-Strategie
1. Google-Extended: Grundlegendes LLM-Training & Grounding in Gemini-Apps
Google-Extended ist kein eigenständiger Crawler, sondern ein User-Agent-Token, der als Filter-Regel in der robots.txt eingesetzt werden kann. Anders als bei klassischen robots.txt-Anweisungen – die den Crawl blockieren, aber bereits im Suchindex vorhandene Seiten nicht rückwirkend löschen – fungiert Google-Extended als nachträglicher Nutzungsfilter für bereits von Google gecrawlte Inhalte.
Mit ihm entzieht man Google die Erlaubnis, Daten für die folgenden KI-Dienste zu verwenden:
- Das KI-Training zukünftiger Gemini-LLMs: Greift ab dem nächsten Trainingslauf. Bereits fertig trainierte Modell-Generationen können einmal Gelerntes jedoch nicht rückwirkend „vergessen“ (kein Unlearning).
- Das Echtzeit-Grounding von KI-Antworten: In den Gemini-Apps (wie dem Gemini Chatbot) und für Vertex AI APIs wirkt die Sperre ab sofort, da Google die Erlaubnis live bei jeder Nutzerabfrage prüft.
WICHTIG: Die Verwendung von Google-Extended hat keinerlei Auswirkungen auf die Indexierung und das Ranking in der klassischen Google-Suche.
Eine Website kann dem Googlebot vollen Zugriff gewähren, um in der klassischen Suche zu ranken und gleichzeitig Google-Extended in der robots.txt sperren, um ganz allgemein zu verhindern, in den Trainingsdaten der Gemini-LLMs zu landen und ganz explizit in den Gemini-Apps als Antwort herangezogen zu werden.
Was Google-Extended nicht verhindert, ist das Echtzeit-Grounding in Google AI Overviews und Google AI Mode – dafür gibt es explizit die Search Generative AI Controls in der Google Search Console.
1.1 Globales Beispiel für Google-Extended
www.example.com – robots.txt:
User-agent: *
Disallow:
User-agent: Google-Extended
Disallow: /
→ Die Inhalte von www.example.com fließen nicht mehr in das Training zukünftiger Gemini-Modelle ein und stehen den Gemini-Apps und Vertex AI nicht mehr als Grounding-Quelle zur Verfügung. Google AI Overviews und AI Mode sind davon nicht betroffen – sie bestücken ihre Textantworten und Link-Quellen ohnehin per Echtzeit-Grounding aus dem Suchindex. Auch die klassische Suche bleibt unberührt: Alle User Agents können weiterhin alles crawlen und in ihre Web-Indizes aufnehmen.
1.2 Lokales Beispiel für Google-Extended
www.example.com – robots.txt:
User-agent: *
Disallow:
User-agent: Google-Extended
Disallow: /news/
→ Die Inhalte des Newsbereichs unter www.example.com/news/ fließen nicht mehr in das Training zukünftiger Gemini-Modelle ein und stehen den Gemini-Apps und Vertex AI nicht mehr als Grounding-Quelle zur Verfügung. Alle anderen Website-Bereiche bleiben davon unberührt. Google AI Overviews und AI Mode sind ebenfalls nicht betroffen – sie arbeiten ohnehin per Echtzeit-Grounding aus dem Suchindex. Auch die klassische Suche bleibt vollständig zugänglich: Alle User Agents können weiterhin alles crawlen und in ihre Web-Indizes aufnehmen, inklusive aller Website-Bereiche.
2. Search Generative AI Controls in der Google Search Console
Search Generative AI Control schützt Website-Inhalte nur vor der Ausspielung und Verlinkung in den generativen KI-Suchfeatures sowie vor der Nutzung als Grounding-Quelle dort, hat aber keinerlei Einfluss auf das Training der Gemini-Sprachmodelle.
WICHTIG: Die Search Generative AI Controls sind neu. Google hat sie zunächst nur für UK-Properties eingeführt, als Reaktion auf eine verbindliche Auflage der britischen Wettbewerbsbehörde CMA. Seit dem 31. August 2026 sind sie global ausgerollt.
2.1 Globales Beispiel für die AI Controls
www.example.com – GSC Search Generative AI Controls:
Exclude my site’s links and content from Search generative AI features
→ Google AI Overviews, AI Mode & KI-Features in Discover können die Inhalte gar nicht mehr anzeigen oder als Quelle nutzen.
2.2 Lokales Beispiel für die AI Controls
www.example.com/news/ – GSC Search Generative AI Controls:
Exclude Links and Content from my website for Generative AI Features in Google Search (Hierfür muss eine eigene Property in der Google Search Console angelegt werden, um sie über Exclude nur diesen bestimmten Website-Bereich auszuschließen)
→ Google AI Overviews, AI Mode & KI-Features in Discover können die Inhalte des Newsbereichs unter www.example.com/news/ gar nicht mehr abrufen und anzeigen, weder in den Textantworten noch als Link-Quellen. Andere Website-Bereiche sind davon nicht betroffen.
Für die Generative Search AI Controls gibt es eine komplexe Vererbungslogik auf der Eltern-Kind-Property-Ebene, mit der man die Auswirkungen genauer steuern kann. Bis zum 3. März 2027 hat die CMA Google dazu verpflichtet, Einstellungen auf Seitenebene nachzuliefern.
3. Kombination von Google-Extended & Search Generative AI Controls
Beide Regelungen, Google-Extended und Search Generative AI Controls, funktionieren über Opt-out. Das heißt, man muss aktiv etwas ausschließen. Im Wesentlichen gibt es vier Möglichkeiten, diese Funktionen zu kombinieren, hier dargestellt als Matrix:
| Classic Search Only – blockiert alle AI Tools (beides sperrt) | Search Only – blockiert Chatbots (Google-Extended sperrt) |
|---|---|
| – Durch Google-Extended gesperrt – Durch Search Generative AI Control gesperrt Bedeutung: Absoluter Riegel vor Googles KI-Diensten. Inhalte werden weder für das langfristige KI-Training zukünftiger Modelle genutzt, noch tauchen sie live in den Gemini-Apps oder Vertex AI auf. Gleichzeitig sind sie für die KI-Suchfunktionen (AI Overviews, AI Mode, KI-Features in Discover) komplett gesperrt. In den klassischen Suchergebnissen (normale Google-Suche) bleibt die Website jedoch weiterhin voll indexiert und sichtbar. | – Durch Google-Extended gesperrt Bedeutung: Inhalte werden nicht für das zukünftige KI-Modelltraining verwendet und sind in den Gemini-Apps gesperrt. Aber: In der Google-Suche (AI Overviews, AI Mode, KI-Features in Discover) darf die Such-KI die Website live im Suchindex abfragen (Echtzeit-Grounding) und Links als klickbare Quellen prominent ausspielen, was weiterhin wertvolle AI Search Visibility bringen kann. |
| Non-AI-Search – blockiert nur AI Search, aber keine Chatbots (AI Controls sperrt) | Search & AI Search – blockiert nichts (keine Sperrung) |
| – Durch Search Generative AI Control gesperrt Bedeutung: Die Inhalte sind für die KI-Suchergebnisse (AI Overviews, AI Mode, KI-Features in Discover) komplett tabu. Google darf hierfür keine Texte anzeigen oder Links platzieren. Aber: Da Google-Extended erlaubt ist, darf Google die Website-Texte im Hintergrund weiterhin uneingeschränkt verwenden, um zukünftige Gemini-Sprachmodelle zu trainieren und Antworten in Gemini-Apps/Vertex AI zu grounden. | – Durch nichts gesperrt Bedeutung: Google hat vollen Zugriff auf die Website. Die Inhalte fließen in das dauerhafte Modell-Training ein und werden live für das Echtzeit-Grounding in Gemini-Apps, Vertex AI sowie in sämtlichen KI-Suchergebnissen der Google-Suche genutzt und verlinkt. |
4. Beispiel-Strategie
Die “Walled Garden”-Strategie maximiert die organische Auffindbarkeit und schützt zugleich konsequent Premium-Inhalte. Website-Betreiber setzen eine durchlässige Paywall (“Flexible Sampling”) ein, die klassischen Suchmaschinen-Crawlern erlaubt, die Inhalte zu lesen und in der klassischen Suche zu ranken, während menschliche Besucher dazu incentiviert werden, sich anzumelden.
Damit Google keine kostenlose KI-Zusammenfassungen aus den Inhalten erzeugen kann, aktivieren die Website-Betreiber parallel Google-Extended und die Search Generative AI Control in der Search Console. Dieser hybride Ansatz erhält die Sichtbarkeit in der klassischen Suche, aber verhindert, dass die Inhalte durch KI-Antworten zweitverwertet werden. Der klassische Google Search Console Performance Report kann sich dadurch allerdings verändern, weil hier auch AI Feature Kennzahlen einfließen.
Welche Einstellung passt zu eurem Geschäftsmodell?
Die beiden Schalter steuern unterschiedliche Dinge, und die meisten Websites sollten beide offen lassen. Welche Einstellung passt, hängt vom Geschäftsmodell ab. Sichtbarkeit in KI-Antworten lässt sich zudem aktiv gestalten, nicht nur sperren. Mit unserer GEO-Strategie klären wir gemeinsam, was für euer Geschäft richtig ist.
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Quellen:
- https://developers.google.com/crawling/docs/crawlers-fetchers/google-common-crawlers
- https://support.google.com/webmasters/answer/16908024
- https://www.seroundtable.com/google-search-generative-ai-control-explained-41569.html
- https://www.seroundtable.com/google-search-generative-ai-controls-41653.html
- https://www.gov.uk/government/news/cma-secures-fairer-deal-for-publishers-and-improves-google-search-services-in-uk
- https://ppc.land/google-gives-site-owners-a-toggle-to-exit-ai-overviews-and-ai-mode/
- https://ppa.co.uk/cma-publishes-final-decision-on-google-search-publisher-controls
- https://developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features?hl=de
Autor & redaktionelle Verantwortung
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Als SEO-Stratege verbindet Sven Eric Maier nutzerzentrierten Content mit technischer Performance. Seine Expertise basiert auf jahrelanger E-Commerce-Erfahrung und dem Aufbau eigener Plattformen im Web.
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