Konkrete Antworten mit SearchGPT
Veröffentlicht am 23.1.2025
Digital Impact Podcast · Folge vom 23.01.2025
SearchGPT liefert eine konkrete Antwort, während Google viele Links anzeigt. Wie sich Unternehmen in genau diesem Ergebnis platzieren können, ist noch unklar, genau darum geht es in dieser Folge. Host Sarah Stock spricht mit Christina D’Ilio und Chris Sattel, die beide viel mit KI in Unternehmen arbeiten.
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Transkript der Folge lesen
[00:00:00.140] – Sarah
Herzlich willkommen zur neuen Folge des Digital Impact Podcasts. Ich bin Sarah Stock, Marketing-Strategin bei den netzstrategen. Heute geht es um SearchGPT, ein Produkt von OpenAI, die man vor allem durch ChatGPT kennt. Wir sprechen darüber, dass SearchGPT das Suchverhalten im Internet und die Arbeit von Verlagen und Onlineshops und anderen Unternehmen vermutlich stark beeinflussen wird und wie das aussehen könnte. Meine Kolleg:innen Christina und Chris teilen ihre bisherigen Erfahrungen im Einsatz des Tools mit uns und wir wagen einen gemeinsamen Blick in die Zukunft. Diese Folge wurde am 14. Januar 2025 aufgenommen. Alle wichtigen Links und Informationen haben wir in die Shownotes gepackt, die auf jeden Fall einen Blick wert sind. Nun starten wir in die Folge mit Chris und Christina, die sich jeweils einmal vorstellen.
[00:00:52.820] – Chris
Hi, ich bin Chris. Ich bin seit zwei Jahren bei den netzstrategen, darf bei uns den Digital Analytics und Advertising Bereich Verantworten. Das heißt, ich kümmere mich um Datentracking und Performance Marketing und habe da als Schnittmenge ganz oft KI-Helfer, KI-Tools und KI als Hilfe für Auswertungen benutzt und bin da so seit Ende 22 mit Chat und anderen KI Tools am Start.
[00:01:19.300] – Christina
Hi, ich bin Christina. Ich bin bei den netzstrategen im Digital Business Team. Das letzte Jahr habe ich mich sehr ausgiebig mit KI beschäftigt. Ich gebe Schulungen zum Thema ich helfe Verlagen, wie sie Prozesse umstellen können, auf auf KI ausgerichtet. Und ich habe Soziologie studiert. Das ist vielleicht was, was mich noch manchmal anders auf Themen blicken lässt. Also gerade heute kann es vielleicht noch mal ein Thema werden, was eigentlich das ganze KI-zeug und speziell die Suche auch mit uns als Gesellschaft macht. Und ja, ich habe es wenigstens mal studiert, das heißt nicht, dass es viel fundierter ist als bei anderen. Aber vielleicht kann ich das ein oder andere noch mal versuchen ein bisschen einzuordnen.
[00:01:59.890] – Sarah
Ich würde gerne damit starten, was SearchGPT genau ist und wie es funktioniert bzw. wie man es einsetzen kann.
[00:02:08.410] – Chris
SearchGPT ist die Erweiterung von ChatGPT, die uns bei der Suche unterstützt. Das ist keine Empfehlung das zu benutzen, ausdrücklich. Aber man kann so ChatGPT ins Internet schicken und für jemanden recherchieren lassen. Das heißt wenn ich vorher vielleicht eine Google Suche gemacht habe zu einem bestimmten Thema, kann ich jetzt diese kleine Weltkugel aktivieren und dann ChatGPT mit SearchGPT online nach Dingen suchen lassen. Damit wäre dann mein Auftrag oder mein Prompt nicht nur auf das Wissen von ChATGPT begrenzt, sondern mit all dem, was er so bei der eigenen Recherche im Internet finden kann.
[00:02:49.510] – Christina
Es ist eigentlich so die ziemlich unverhohlene Konkurrenz zu Google, Bing und Co., zu allen Suchmaschinen. Also es ist erst mal eine Erweiterung, so wie Chris sagt, aber schon auch sehr offensichtlich, dass da ein ganz großer Markt angegriffen wird, nämlich der von den Suchmaschinen.
[00:03:03.810] – Sarah
Was ist denn der Unterschied in der Ergebnisausspielung zu Google oder Bing?
[00:03:08.520] – Christina
Also erst mal muss man vielleicht sagen, dass die Mechanik dahinter schon eine ganz andere ist. Während ich bei Google ja eigentlich nur einen Wegweiser bekomme, also ich stehe an der Kreuzung und sage ich möchte nach, ich weiß nicht nach Karlsruhe und dann sagt Google mir guck mal, es gibt eine Million Wege, um nach Karlsruhe zu kommen. Das sind dann die Links und die führen mich auf unterschiedliche Landingpages, aber alle führen irgendwie nach Karlsruhe. Aber der Weg, den ich nehme, der ist erstmal mir überlassen. Natürlich macht Google über das Ranking da schon eine Vorsortierung, eine Priorisierung. Aber erstmal ist Google erstmal nur die, die sagen, es gibt hier Seiten, die dir helfen könnten und SearchGPT ist anders. SearchGPT versucht dir die Antwort zu geben auf deine Frage, die du hast. Es gibt also dann im Prinzip nur den einen Weg, nämlich der, der von SearchGPT gewählt wurde. Das kann manchmal viel, viel schneller sein. Also es kann manchmal einfach viel schneller zum Ergebnis führen, bedeutet aber auch, dass ich viel weniger Alternativen angezeigt bekomme und mir gar nicht selber eine Meinung bilden kann über das, was da draußen an Alternativen zur Verfügung steht. Das vielleicht mal so als als erster – als erste Mechanik, die dahinter steht oder die sich unterscheidet.
[00:04:13.380] – Chris
Ich glaube auch, der Suchauftrag ist an sich ein anderer. Also wenn ich bei Google suche, dann suchen viele Leute ja schon quasi einfach mit Worten und nicht mit ganzen Sätzen. Also man macht sich dann immer so ein bisschen vielleicht noch lustig über die Leute, die so einen ganzen Satz oder eine Frage tatsächlich in die in die Suchspalte da eintragen. Die lachen jetzt zuletzt, weil das können sie dann zukünftig tun….
[00:04:35.280] – Christina
Mit Bitte und Danke.
[00:04:36.600] – Chris
Genau. Und können sich dann sozusagen dann schon fast damit unterhalten. Aber es ist ja – sonst kennt man das ja von der Suche Restaurant bei mir in der Nähe oder thailändisches Restaurant bei mir in der Nähe. Da könnte man jetzt schon bei SearchGPT viel komplizierter formulieren und sagen: Such mir bitte ein thailändisches Restaurant, das ebenerdigen Zugang hat, weil ich eine:n Rollstuhlfahrer:in dabei habe, wie auch immer. Also ich kann die Anfrage viel komplexer gestalten und SearchGPT sucht schon in den Suchergebnissen für mich nach der Antwort und sortiert dann noch mal anders vor. Und diese klassischen Suchanfragen, die sonst eben zu einer Anzahl von Links geführt haben, wie Christina gerade sagte, fällt dann weg. Kann schon sein, dass es mal mehrere Quellen noch angibt, aber es formuliert sozusagen eine Antwort, die für dich am besten geeignet ist. Also eigentlich so, als würde man einen Menschen fragen, der sich auskennt in dem Thema. Und so wirkt das Ganze ein bisschen organischer.
[00:05:35.000] – Christina
Und der Mensch, den ich frage, der hat halt eben eine Präferenz auch meistens. Also meistens, wenn ich jemanden frage, was glaubst du denn, thailändisches Restaurant ebenerdig, dann sagt er ja hier, dass da um die Ecke geht dahin und nennt mir nicht die zehn anderen. Und das ist, das ist natürlich Segen und Fluch zugleich, weil ich dadurch einfach viel weniger Auswahl habe in dem, was ich mir angucken will. Ich glaube in, weiß ich nicht, 50, 60, 70 % der Fragen, die ich habe, vielleicht auch gut Zeitersparnis. Aber bei manchen Fragestellungen wäre es vielleicht schon schön, auch einen größeren Ausschnitt der Welt gezeigt zu bekommen als den einen von dem einem Dude.
[00:06:08.050] – Chris
Zumal wir nicht wissen, wie er zu dem Ergebnis kommt. Also ist es eine Information, die auf der Webseite des Betreibers fehlt? Oder ist es irgendwas, was in ChatGPT eingebaut ist, in den Algorithmus eingebaut ist, in das Sprachmodell eingebaut ist, was dazu führt, dass es uns ein bestimmtes Ergebnis gibt, was wir so an der Stelle gar nicht nachvollziehen können.
[00:06:28.450] – Christina
Oder, Kooperation?
[00:06:29.890] – Chris
Ja gut oder Kooperation. Bei Google wären es immerhin so halb transparent noch die Werbung und die ADs, die dann angezeigt werden, die viele Leute auch nicht als solche erkennen. Aber ja, natürlich, wenn wir dann Richtung Publisher und Ergebnisseiten schauen, dann sind es natürlich Kooperationen, für die Geld bezahlt wird in die eine oder andere Richtung, die das Ergebnis dann ändern.
[00:06:51.550] – Christina
Also vielleicht um es mal zu erklären. Zurzeit gibt es noch keine klassischen ADs In SearchGPT. Wir nehmen heute am 14. Januar auf, das kann sich ja täglich ändern. Aber zurzeit ist das so, aber was es gibt im Bereich der Nachrichten, sind Kooperationen. Also der Springer Verlag zum Beispiel hat mit OpenAI eine Kooperation eingegangen, dass die Artikel zur Verfügung stellen, damit die KI trainiert wird. Also im Prinzip durch crawlt OpenAI ja das ganze Netz, aber die Springer Publikationen bereiten die Inhalte noch mal extra auf, dass es besonders leicht ist für den Crawler von OpenAI, also für GPT, sich die Inhalte zu ziehen und als Testdaten zu verwenden. Und siehe da, wenn ich jetzt nach bestimmten Themen SearchGPTe, ich weiß nicht, gibt es schon ein Verb für SearchGPT, so wie googeln? Naja, wenn ich SearchGPT benutze und nach Nachrichten suche, also ich habe das jetzt mal gestern gemacht für die Bundestagswahl, dann bekomme ich als erste Einträge immerhin ZDF und ARD, also öffentlich rechtliche, aber dann ausschließlich links von Welt und Bild, die ja zu Springer gehören. Andere private Medien oder Publisher werden da nicht genannt. Und das ist kein Zufall. Also man kann das mit mehreren Keywords oder Suchbegriffen mal nachmachen und man bekommt immer nur als private Medien die Springer Nachrichten und das ist natürlich schon, also mal ganz unabhängig wie man zu Springer steht, ist es einfach – sorgt es nicht dafür, dass ich mir aus unterschiedlichen Quellen eine Meinung über irgendwas bilden kann, was erstmal schon mal nicht so gut ist.
[00:08:26.100] – Chris
Ergänzen muss man da natürlich auch dazu sagen, dass viele Verlage ja ChatGPT auch aktiv aussperren. Also es läuft ja auch immer noch die Klage in den USA, der Times, der New York Times gegen OpenAI wegen geklauter Inhalte, vereinfacht gesagt. Und natürlich viele Verlage auch in Deutschland den Crawler immer noch ausschließen, dass er gar nicht auf die Inhalte kommt und nicht nur durch die geschlossene Kooperation, sondern auch aufgrund dessen wird es natürlich schwer. Das hatten wir ja auch letztes Jahr in verschiedenen Vorträgen schon mal thematisiert, dass es dann natürlich dazu führen könnte, wenn seriöse Medien den OpenAI Crawler aussperren, dass es dann natürlich dazu führt, dass sozusagen alle möglichen anderen Informationen, oder jeder eine Seite ins Netz stellen kann, den Crawler drauf lassen kann und so natürlich auch ein bisschen die Realität verdrehen kann. Damit meine ich gerade ausdrücklich nicht Springer, sondern tatsächlich könnte das ja natürlich eine Möglichkeit der Manipulation dieser Suchmaschine sein.
[00:09:29.180] – Christina
Aber ich bin mir relativ sicher, dass es noch weitere Medien gäbe außer Welt und Bild, die zur Bundestagswahl was gesagt haben, die den Crawler nicht ausschließen. Ich gebe dir recht, wir kriegen ja auch Anfragen. Wir sind ja im Zeitungsbereich auch unterwegs und haben ein paar Kunden aus dem Bereich und haben schon einige Anfragen bekommen. Erstens wie das technisch geht, aber auch, ob das sinnvoll wäre. Wie das technisch geht, kann unser Kollege Henning auf jeden Fall beantworten. Das haben wir auch schon zum Teil gemacht, wobei wir eher dazu raten würden, das nicht zu tun. Aus dem Grund, den wir gerade gehört haben von Chris. Es ist wichtig, die Testdaten so divers wie möglich zu füttern, um unterschiedliche Perspektiven drin zu haben. Jetzt kann man überlegen mit Paywall und so, aber die Teaser sind ja meistens ausreichend, erstmal als Information oder als Perspektive auf ein Thema. Also meine Haltung wäre, den Crawler nicht auszusperren, weil dann verwehrt man sich komplett dieser neuen Logik.
[00:10:23.390] – Sarah
Gibt es denn schon Zahlen, die zeigen, wie sich Suchverhalten verändert?
[00:10:28.160] – Christina
Also es gibt auf jeden Fall Prognosen mal und also es gibt unterschiedliche Zahlen. Es gibt noch keine offiziellen Zahlen. Soweit ich jedenfalls weiß, habe es auch im Vorfeld noch mal geschaut, ob man was rauskriegt. Also in den ersten Tagen – das Feature gibt es ja erst seit Oktober, muss man ja auch dazu sagen, oder die Zugänglichkeit zum Feature ist seit Oktober da. Und in den Anfangsmonaten ist es um 150 % gewachsen, jeden Monat. Also ordentliche Wachstumsraten, aber auf relativ geringem Niveau noch. Aber wir haben eine Statistik gesehen von Statista. Da können wir auch in die Shownotes packen, dass in Amerika von den Menschen die ChatGPT benutzen, was immerhin 13 Millionen sind. Ich weiß über 300 Millionen Amerikaner, da ist auch noch Potenzial nach oben. Aber von denen, die ChatGPT benutzen, benutzen 68 % ChatGPT, so dass sie eine Frage stellen, eine Frage beantwortet haben möchten. Und da liegt die Vermutung nahe, dass die diese Frage vielleicht sonst bei Google oder bei Bing oder wo auch immer bei einer Suchmaschine eingegeben hätten. Hat mich auch ein bisschen überrascht. Also mein Verhalten bei ChatGPT ist nicht so, dass ich mit einer Frage rein starte, sondern eher, dass das Ding was für mich tun soll. Aber für viele Leute scheint das anders zu sein. Und ja, also es gibt Prognosen, die sagen, dass ich glaube in zwei Jahren 25 % der Suchen bei Google wegfallen könnten, weil die durch KI aufgefangen werden, also 2027. Genau. Und ja, es gibt aber auch noch Prognosen, die, die deutlich radikaler sind. Aber ich glaube auch von meinem Verhalten, wie oft ich jetzt schon SearchGPT benutzt habe, an Stelle von Google, würde ich auch sagen, das hat auf jeden Fall ein Riesenpotenzial, Google wirklich substanziell Suchanfragen wegzunehmen.
[00:12:13.610] – Chris
Die Zahlen, sind glaube ich, vom Dezember letzten Jahres. Wenn man sich die anschaut, muss man auch immer noch so ein bisschen rausrechnen, dass viele Leute ja immer noch zum Ersten Mal Kontakt Kontakt mit ChattGPT haben und letztes Jahr auch erst hatten. Wir merken das ja auch, wir halten ja auch Trainings dazu oder hören das auch öfter, dass Leute das noch nicht ausprobiert haben. Und wenn sie es dann ausprobieren, glaube ich, sind halt eben auch die ersten Sachen, dass sie einfach mal eine Frage stellen, wie man es halt vorher Alexa, als die neu war, vor zehn Jahren da mal gestellt hat und dann überrascht war, dass die antwortet. Deswegen da muss man glaube ich auch mal gucken, wie sich das so ändert. Vor allem, wie es auch im professionellen Bereich sich vielleicht ändert, ob das in Unternehmen schon benutzt werden darf. Da ist Deutschland ja nicht unbedingt immer weit vorne bei solchen Umsetzungen und ich könnte mir vorstellen, dass es in Zukunft ebenso komplexere Suchen ersetzen könnte. Also mein Beispiel war ja immer so der Produktvergleich. Such mir die beste Ultraschallzahnbürste raus und vergleiche sie bitte in einer Tabelle. Also das ist ja quasi eine Suchanfrage und ein Ergebnis schon. Da muss ich mir nicht selber durch die ganzen Seiten wühlen, wo diese Produkte verglichen werden, sondern kann das dort machen. Aktuell haben wir, haben wir gestern getestet, gibt es noch keine Affiliates, aber es wird immer ein UTM-Parameter dann zu der Seite mitgegeben, bei der ich es kaufen kann. Glaube ich auch ein ganz spannendes Thema in diesem Thema noch mal. Muss man schauen, was damit passiert und es wird spannend sein zu sehen, ob das dann die Menschen wirklich machen oder ob sie die Anmeldung bei ChatGPT scheuen und dann vielleicht Gemini nutzen, was ja von Google kommt und dann vielleicht dort die Suchergebnisse auch noch mal ändert. Eine Veränderung wird, glaube ich auf jeden Fall stattfinden, noch stärker als jetzt schon.
[00:14:03.590] – Christina
Ja, glaube ich auch. Und ich glaube auch, dass wir jetzt noch gar nicht abschätzen können, wie viele Geschäftsmodelle das tangiert. Also so Idealo und Co. Wenn ich mir eben ein Produktvergleich selber bauen kann über ChatGPT, und mit bauen meine ich nicht irgendwas crawlen, sondern jemanden fragen. Also in dem Fall SearchGPT und auch sonst glaube ich das – also selbst ich bei mir merke, dass ich anfange was bei Google zu tippen und denke nee, nee, das ist ja eine viel bessere Frage eigentlich für SearchGPT. Ich will mich jetzt hier nicht durch 1 Million Ergebnisse oder auch nicht durch die ersten drei – sondern ich frag mal direkt nach der Antwort, die ich brauche. Also vielleicht ein bisschen komplizierteres Beispiel. Aber ich war im Sommer bei den Olympischen Spielen in Paris und wir waren vorm Eiffelturm und haben eine Athletin gesehen, die einen Polen Shirt hatte, also wo vorne drauf stand, dass sie zum Team Polen gehört und hatte eine Bronzemedaille in der Hand. Und ich kannte sie jetzt nicht, aber ich dachte, wo die wohl die Bronzemedaille gewonnen hat und war kurz davor bei Google zu suchen Medaillenspiegel und Bronzemedaillen nach Polen, Frauen gefiltert. Und da dachte ich mir, ich frag mal ChatGPT und habe gefragt, welche Polinnen denn bei der Olympia 24 eine Bronzemedaille gewonnen haben. Das waren zwei, eine Leichtathletin und eine Ringerin und ich war mir relativ sicher, dass das eine Leichtathletin war. So, und dann hatte ich die Antwort. Also ich weiß, dass ich wahrscheinlich nach zehn Minuten oder vielleicht auch nach fünf Minuten aufgehört hätte bei Google, weil ich gedacht hätte und ist eigentlich auch egal. Aber in dem Fall ist es eben so, dass ich da die Antwort bekommen habe. Und es gibt ja auch so ein bisschen den geflügelten Term zu sagen: Google, Bing sind Suchmaschinen und SearchGPT ist eben eine Antwortmaschine. Also die gibt mir Antwort oder Ergebnismaschine, Answering machine im Englischen ist so der Term, der da benutzt wird und ich glaube, das ist der größte Unterschied, dass ich da nicht, dass mir nicht die Suche unterstützt wird, sondern ich kriege ein Ergebnis. Punkt.
[00:15:58.600] – Chris
Ja. Du hättest ja auch die Athletin fotografieren können mit der App und hättest ein Ergebnis bekommen. Also mache ich zum Beispiel im Urlaub, massiv Schilder fotografieren, auch handschriftlich auf Tafeln von Restaurants usw. geschriebene Schilder fotografieren und lass mir die übersetzen. Oder wenn es so kompliziert – in Deutschland gibt es ja komplizierte Schilder, wann man wo, wie parken darf. Auch da ein Foto: wann darf ich hier parken? Also das wäre ja mit Google wirklich schwer, wäre eine Aufgabe, das rauszufinden, würde man auch schaffen.
[00:16:29.230] – Christina
Rückwärtssuche, Bilder.
[00:16:30.640] – Chris
Rückwärtssuche oder Text zum Bild oder Schilderverzeichnis Deutschland. Also je nachdem, was man da macht, ginge das da auch. Aber es ist halt viel komplexer als jetzt zum Beispiel mit der ChatGPT App was zu fotografieren und zu sagen erklär es mir bitte. Und das funktioniert wirklich hervorragend und liefert mir oft auch da wieder eine Antwort, statt Suchergebnisse oder statt Links, die es vielleicht beantworten könnten, was man ja, ist ja gar kein Vorwurf an die Googlesuche, die ist ja ziemlich smart, aber die kann es ja nicht wissen. Also weil ja aufgrund meines Keywords oder meiner Sucheingabe ja der Zweck noch gar nicht klar wird. Und durch das Arbeiten mit SearchGPT oder mit ChatGPT gebe ich ja automatisch mehr Kontext, als die Suchmaschine überhaupt von mir bekäme.
[00:17:12.980] – Christina
Ja, und ich bin mir relativ sicher, dass Generationen, die jetzt gerade heranwachsen, dass die später sagen wie habt ihr nach Informationen – also wie habt ihr die bekommen? Dann habt ihr eine –
[00:17:24.470] – Chris
Per Fax.
[00:17:25.250] – Christina
Und direkt nach dem Fax kam dann: hier ist eine Linkliste von einer Million, bitte such doch mal, ob du das passende Ergebnis findest. Ich glaube wirklich, dass das Generationen, die diesen Schritt nicht mitgemacht haben, dass die sagen, wie umständlich war das denn?
[00:17:40.400] – Chris
Ja, ja, ist wie wenn dein erstes Telefon ein Smartphone ist, dann fragst du dich auch wie da früher Tasten dran sein konnten und ein Kabel. Also das wird genau – das wird, glaube ich, ein ähnlicher Effekt sein. Ja, sehe ich auch so.
[…]
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