Wie arbeiten wir, wenn KI die Norm ist?
Veröffentlicht am 27.10.2025
Digital Impact Podcast · Folge vom 27.10.2025
Wie unterschiedlich denkt, lernt und arbeitet man, wenn KI schon immer ein selbstverständlicher Teil des Alltags war? Christina D’Ilio und Chris Sattel ordnen ein, was „AI Natives” auszeichnet und was das für Unternehmen und neue Rollen bedeutet.
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Transkript der Folge lesen
[00:00:00.000] – Sarah
Willkommen zum Digital Impact Podcast und unserer heutigen KI-News-Folge. Ich bin Sarah Stock, Marketing-Strategien bei den netzstrategen und ich produziere diesen Podcast. Meine Kollegin Christina und mein Kollege Chris beraten Unternehmen täglich in strategischen KI-Themen und diese Expertise teilen sie auch heute in dieser Folge. Es geht darum, wie unterschiedlich Personen arbeiten oder sogar auch denken, wenn sie mit KI aufgewachsen sind und zu den AI-Natives gehören. Die Folge wurde am 9. Oktober produziert und alles Wichtige, das wir erwähnen, verlinken wir in den Show Notes. Nun starten wir auch schon in die Folge.
[00:00:38.680] – Christina
Hi Chris, wir haben uns ja überlegt, dass wir heute über AI-Natives sprechen wollen, also Menschen, die mit der KI aufwachsen werden, im Gegensatz zu Digital Natives, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Und ich habe ChatGPT gefragt, was der so zu diesem Thema denkt. Ich habe einen Custom GPT für unseren Podcast, mit dem gehe ich immer ins Sparring vor jeder Folge und der hat ein paar Thesen rausgehauen, die würde ich gerne mal mit dir teilen. Also der sagt, Digital Natives, also Menschen, die mit dem Internet, dem Smartphone aufgewachsen sind, das sind so Leute, die eigentlich eher so Mitte der 90er geworden wurden. Da fängt das an, also du und ich, Chris, zum Beispiel nicht, sondern wir sind migriert ins Digitale. Aber der sagt, die haben als „default“, sozusagen als Standard-Einstellung, wenn die über Sachen nachdenken, Informationszugang, also wo finde ich Sachen, und Vernetzung, wie kriege ich Daten miteinander vernetzt, automatisiert, teilautomatisiert, manuell, egal, aber wo finde ich die Info und wie kann ich Sachen miteinander vernetzen? Und die These ist jetzt, dass AI-Natives, dass die Codenken mit Maschinen als Standard-Einstellung haben. Also wenn die über Probleme nachdenken, dann denken die nicht: Wo kriege ich jetzt Informationen, um mich zu informieren, mir eine eigene Meinung zu bilden, wie kann ich Daten vernetzen? Sondern das ist alles schon passiert. Und die haben jetzt als Standard-Einstellung Codenken. Also dass die, das, was ich jetzt auch gemacht habe mit CustomGPT, erst mal ins Sparring mit der Maschine gehen, bevor die überhaupt über sich selber auf die Suche machen, sondern dass die erst mal die CustomGPT oder ihre KI fragen, was denkst du eigentlich darüber, bevor sie sich selber die Frage stellen.
[00:02:24.180] – Chris
Ist es dann wirklich Co-Denken oder Auslagern des Denkens? Kann man jetzt ja ketzerisch sagen. Ich glaube, für komplexe Fälle ist es sicher sinnvoll, so wie wir das ja auch machen im Sparring, wenn ich es natürlich auch für einfache Dinge schon verwende und das wird sich ja dann zeigen, wenn Menschen damit schon aufwachsen, kann es vielleicht auch kritisch sein. Ähnlich wie es heute auch mit Smartphones und Touchscreens und Social Media und so weiter ist.
[00:02:59.640] – Christina
Findest du?
[00:02:59.780] – Chris
Ist ja nicht alles positiv, die Entwicklung, wenn ich damit aufwachse. Na ja, also speziell Social Media.
[00:03:07.640] – Christina
Ja, auf jeden Fall.
[00:03:08.740] – Chris
Hat ja vielleicht irgendwo einen starken turn genommen.
[00:03:13.500] – Christina
Ja, ich bin froh, dass ich jetzt nicht mehr zur Schule gehe. Ich glaube, das ist jetzt ein anderer Schnack als in den 90ern.
[00:03:20.120] – Chris
Absolut, aber finde ich spannend. Ich glaube, da verändert sich das Interface. Vom Gefühl her ist die erste Nutzung gar nicht so viel anders von Google und Google ist ja auch ein KI-Player. Das heißt, wenn ich jetzt an den AI-Mode denke, der jetzt ausgerollt wird, auch in Deutschland, dann würde ich jetzt mit meinem Smartphone sprechen oder mit einem Device sprechen, wie auch immer. Sagen wir mal, das ist auch Google, Gemini oder der AI-Mode der Google-Suche, dann kriege ich daraus eine Antwort. Das ist jetzt nicht so viel anders vom Eintippen in den Suchschlitz, eine andere Form der Frage und der Antwort, aber im Grunde ist es halt gesprochenes Wort statt geschriebenes. Wenn ich jetzt tatsächlich was komplett damit angehe, dann ist ja ein Interface und das Vorgehen dann auch schon komplett anders. Dann überspringe ich ja gewisse Schritte.
[00:04:19.900] – Christina
Ja, also in der weiteren Ausführung von ChatGPT heißt es, also bei Digital Natives ist es eher so „Knowhere, Knowhow“. Also ich weiß, wo ich was finde. Ich kann zum Beispiel auch Quellen einschätzen und weiß, ist das eine vertrauenswürdige Quelle, von der ich gerade die Informationen bekomme und wie kann ich das miteinander vernetzen oder umsetzen. Und das andere ist die AI-natives, „Know Ask“, also die richtige Frage stellen und „Know Judge“, also zu bewerten, was daraus kommt an Output von der KI. Dass ich aber eben gar nicht mehr so stark die Quellen mir selber angucke, sondern dass ich versuche, erst mal den Outcome zu bewerten. Wenn wir eine Google-Suche machen, dann gehen wir auf eine Seite und was ich schon als erstes mache, ist: Was ist das hier für eine Seite? Wenn ich sie nicht kenne, dass ich irgendwie aufgrund der Gestaltung der Header das Logo, keine Ahnung, irgendwie so ein Gefühl dafür kriegen will: Was ist das für eine Seite? Und dann natürlich auch auf die Inhalte gucke, aber der Absender ist schon ein wichtiger Teil meiner Bewertung oder dass ich einfach gucke, wo kriege ich es her, während es bei den AI-Natives eher darum geht, den Outcome zu bewerten. Das fand ich irgendwie – Also dass diese Quellen, kann man angucken, muss man aber nicht. Also das, was ChatGPT zum Beispiel immer so ein bisschen als Fußnote rangibt oder auch jetzt Google, die geben ja auch Quellen an, aber ja wirklich auch irgendwie schriftgröße drei, hell, grau auf weiß, nicht ganz so, aber eben schon deutlich weniger präsent. Ja, also ich glaube, dass das das Tor noch mal öffnet für andere Player. Das sehen wir jetzt schon, aber dass der Absender – und auch zum Beispiel Gestaltung von Webseiten und so und so Anmutung von Webseiten und so. Ich glaube, dass das alles tendenziell eher weniger wichtig wird, als die Bereitstellung der Inhalte, dass die KI das gut durchsuchen kann.
[00:06:24.300] – Chris
Ja, da habe ich zwei Gedanken zu. Erstens, gut, dass wir in Deutschland im Bildungssystem übersprungen haben, jungen Menschen Medienkompetenz beizubringen. Die braucht man dann ja offensichtlich nicht mehr, wenn ich den Outcome judge. Da sind wir fortschrittlich, so wie Apple den einen oder anderen Standard überspringt.
[00:06:46.180] – Christina
In Deutschland kann man halt nur sagen, Reklamheft. Gut. Guter Absender. Gelbes Buch? Gut.
[00:06:52.730] – Chris
Das muss gut sein. Und zum anderen haben wir uns ja schon öfter mal über die Sache des Interfaces ausgetauscht und dass Webseiten und deren Anmutung und Seriosität eben dann ja gar nicht mehr ausschlaggebend sind, sondern wenn eine KI die Information zusammensucht, dann ist eben vor allem Maschinen lesbar sein soll. So eine Disziplin wie UX dann muss sich anders aufstellen oder muss ich für andere Dinge interessieren und spezialisieren. Und sehe ich tatsächlich dann auch eher kritisch, wenn ich so gar keinen Absender mehr habe, also gerade bei journalistischen Produkten oder Informationen, das sehen wir ja heute auch schon, die ja eine gewisse Färbung in alle Richtungen kriegen können und wer dann die KI kontrolliert, kann sozusagen auch Meinungen und Ansichten kontrollieren, ähnlich wie es bei Social Media ist. Und das wäre ja gar nicht so von Vorteil, ist ja eher ein düsterer Ausblick.
[00:07:59.280] – Christina
Das wäre gar nicht so gut, meinst du?
[00:08:01.330] – Chris
Ja, auf jeden Fall. Das trübt mein Bild gerade.
[00:08:04.820] – Christina
Ja, ich glaube auch, dass das schwierig wird, wenn die Quelle keine Rolle mehr spielt oder noch weniger Rolle als es jetzt tut. Ich glaube, dass es auch jetzt schon unkritischere Nutzende gibt, denen die Quelle nicht so wichtig ist. Aber das scheint mit KI, und das kommt mir auch total logisch vor, dass das mit KI noch weniger wichtig wird, weil ich es einfach gar nicht mitbekomme. Gerade wenn ich in dem Interface, so wie du das schon sagst, in das Chatfenster bin oder auch bei Google, dann habe ich einfach formatierten Text und das andere ist echt ein Logo, in die, keine Ahnung, ich weiß gar nicht, wie viel Pixel das dargestellt wird. Kann nicht viel sein, vielleicht neun mal neun Pixel oder irgendwie, keine Ahnung was. Oder vielleicht auch 20 mal 20, aber echt klein und das ist mehr so, joah, okay. Und das, glaube ich, wird sich wahrscheinlich verschärfen, dass wir noch mehr Anbieter draußen haben, die die Inhalte generieren. Jetzt ist es ja sehr stark so, wir haben ja im Internet die „The Winner Takes It All-Methode“ oder Mechanik. Das heißt, ich bin ein Anbieter für irgendwas und ich setze mich durch, weil der Aufwand für Nutzende das zu nutzen, nur ein Tab entfernt ist. Was weiß ich, man hat mehrere Bäcker in seiner Stadt und der Bäcker, der am nächsten an einem dran ist, der hat nur die zweitbesten Brötchen. Da werde ich wahrscheinlich doch in sehr vielen Fällen dahin gehen, weil es einfach morgen zu leichter ist, als einmal durch die Stadt zu fahren, weil die Brötchen dann noch ein bisschen besser sind. Dafür sitze ich aber eine Stunde im Auto oder so. Das macht man halt nicht oder macht man nur am Geburtstag. Und im Internet ist es eben alles gleich weit entfernt. Das heißt, der Aufwand für mich, zu dem Dienstleister zu gehen, der die besten Brötchen hat, ist eben genauso hoch wie der, der die Zweitbesten hat. Deswegen verliert der Zweitbeste, deswegen gibt es halt diese ganzen Monopole. Und die Frage ist, ob die KI was daran ändert. Also ob wir da einfach dann auch wieder nur dieselben fünf von allen möglichen in unsere Ergebnisse gespült bekommen oder ob es da eine größere Diversität gibt, weil der Absender nicht mehr so wichtig ist. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, wie die KI so aufgebaut sind, aber das wäre auf jeden Fall noch mal was, ja, da bin ich gespannt, was da so rauskommt.
[00:10:18.340] – Chris
Eigentlich haben wir das ja schon mal erlebt. Das ist so ein bisschen die Demokratisierung der Informationen oder der Berichterstattung. Das gab es ja früher schon von Print zu digital. Da gab es Zeitungsverlage, die hatten eine gewisse Marktmacht.
[00:10:38.180] – Christina
Also eine Druckmaschine hatten, die sehr teuer war.
[00:10:40.300] – Chris
Ja, die hatten eine Druckmaschine, die konnte eine gewisse Auflage produzieren und die Informationen kamen daher, also raue Vorzeit. Dann kam das Internet, da konnte schon mal jeder reinschreiben.
[00:10:50.640] – Christina
Vielleicht wer sich daran erinnert.
[00:10:53.100] – Chris
War schön mit Modem einbinden und der AOL-CD. Und dann konnte ja schon mal jede Information da reinschreiben. Da wurde es ja schon so ein bisschen aufgeweicht.
[00:11:04.860] – Christina
Aber es wurde halt unterschätzt, dass sich nicht so viele durchsetzen, weil – Also bei Nachrichten ist es vielleicht noch mal ein bisschen spezieller, aber weil es einfach der Beste oder die beste UX oder was auch immer, setzt sich dann eben durch, weil ich eben nicht sagen kann: Ach guck mal, diese Webseite ist jetzt ein Stück näher an mir dran. Der Aufwand ist für mich geringer, da hinzugehen, sondern jede Webseite ist gleich weit oder schwer, leicht zu erreichen und deswegen hat diese Demokratisierung nicht so stattgefunden, wie man dachte.
[00:11:36.240] – Chris
Es gab ja immer wieder Hacks. Wenn ich mich da erinnere an die, auch schon wieder lange her, aber die Huffington Post, die einfach damals über Social Media, vor allem über Facebook, einfach angefangen hat, am Tag 28-mal zu posten. Da waren auch alle so: Okay, mein Feed explodiert. Aber am Ende hat es auch skaliert und heute nicht mehr so relevant, aber war für viele Jahre schon ziemlich relevant. Da konnte man so einen Hack finden. Ist die Frage, ob man das mit KI eben auch finden kann. Also wenn ich jetzt sozusagen nur auf Maschinen lese und auffindbar optimiere und eigentlich gar kein richtig anspruchsvolles Interface oder keine Webseite mehr habe, sondern nur dafür sorgt, dass ich irgendwie in der KI auftauche, bin ich dann schon ein größerer Player? Und was bringt es mir überhaupt, außer dass ich eben Meinungen verschieben kann und so weiter, was bringt es mir denn für mein Geschäftsmodell? Im Moment ist es ja so, wenn OpenAI und die anderen meine Informationen nutzen, um mir dann eine Antwort darzustellen, habe ich keine Form der Vergütung und habe dann doch einen relativ hohen Aufwand, da reinzukommen. Das heißt, dieses einzige Interesse könnte ja noch irgendwie politisch motiviert sein. Was ich ja auch schon wieder negativ sehe. Aber entsprechend muss man sich ja als seriöses Medium oder als Unternehmen, brechen wir uns mal auf Unternehmen runter, damit ich da noch vorkomme, egal ob es jetzt B2C oder B2B ist, wenn wir davon ausgehen, dass so eine ganze Generation heranwächst, die sozusagen nur noch die KI fragt, wo ich jetzt das nächste Angebot finde oder wie ich ein Problem gelöst bekomme und da ein Dienstleister oder ein Produkt drin vorkommen soll. Was mache ich als Unternehmen, um darin dann noch vorzukommen, das irgendwie zu steuern, was ja heute mit SEO oder mit Werbemaßnahmen gesteuert werden kann, kann ich das ja gar nicht mehr in dem Sinne steuern.
[00:13:31.140] – Christina
Ja, ich glaube, dass da dieser Aspekt, dieses Co-Denken, fand ich irgendwie eine starke Aussage, zu sagen, AI-Natives haben Co-Denken als Standard-Einstellung, Co-Denken mit Maschinen. Wahrscheinlich wäre das, dass die Motivationen von Absendern überhaupt im Möglichkeitenfeld aufzutauchen, wenn die Leute irgendwas wissen wollen, irgendein Problem haben, irgendwas lösen wollen, dass dann die KI sagt: Übrigens damit kannst du das lösen, oder hier wäre ein Weg, und dann Unternehmen eine Dienstleistung, ein Produkt empfiehlt, was eben der Problemlöser sein kann. Aber klar, dann wirst du auch dort wahrscheinlich auf die Internetseite müssen, es sei denn, es gibt irgendwann den Checkout über die KI-Modelle. Kann wahrscheinlich auch nicht mehr ewig weit hin sein.
[00:14:16.840] – Chris
Shopify hat den ja schon bei ChatGPT. Das wird ja wahrscheinlich irgendwo mal ein Standard werden. Oder ich habe einen Agent, der das für mich macht. Ich glaube, das kann man durchaus mitdenken.
[00:14:31.320] – Christina
Je mehr ich drüber nachdenke, desto mehr habe ich das Gefühl, das „The-win-takes-it-all-Prinzip“ wird sich dadurch eher verdichten, weil bei Google habe ich ja immer noch, weiß ich nicht, mindestens die erste Seite und zehn Vorschläge, die mir gemacht werden, plus Werbung. Und wenn die KI aber sagt: Ach, du hast folgendes Problem, dann hier, das ist deine Lösung, hier ist direkt der Checkout, dann sehe ich die anderen Anbieter vielleicht gar nicht mehr.
[00:15:00.220] – Chris
Ja, die Frage, wie sich das dann entscheidet. Bei der Google-KI kann man sich sicher vorstellen, dass es wie jetzt mit den Ads ist, dass man als Anbieter dafür bezahlt, dass man in der Antwort vorkommt, also eine Sponsored-Antwort. Bei OpenAI kommt es auch auf die Gesellschaftsform an oder bei anderen KIs, aber je nachdem, welcher Nutzer, welche KI nutzt, haben wir da wahrscheinlich einen deutlichen Unterschied in dem, wie so ein Checkout dann funktionieren kann oder wer davor kommt.
[00:15:32.920] – Christina
Ja, aber auf jeden Fall wird, glaube ich, die Bewertung des Einzelnen, wenn man es sehr einfach haben will und gar nicht drüber nachdenken will, geht man wahrscheinlich einfach mit der Empfehlung der KI. Also vielleicht macht die einem noch mal drei Varianten, aber bestimmt auch nicht mehr, weil man auch weiß, mehr als drei Varianten, lassen einen eher zögern und dann verdichtet sich es wahrscheinlich noch mehr auf die Player, die wir eh schon haben. Also wenn man jetzt an so ganz banales Shopping denkt, was weiß ich, ich brauche neue Gartenmöbel oder so, suche wir mal einen Tisch mit sechs Stühlen, dann wird es wahrscheinlich nicht hunderte von Ergebnissen geben, die mir die KI da ausgibt.
[00:16:18.040] – Chris
Ja, ist ja am Ende die Lösung des Marmeladenregalproblems. Wenn ich heute in den Supermarkt gehe, habe ich 17 verschiedene Erdbeermarmeladen und dann weiß ich nicht, welche ich nehmen soll oder das Netflix-Auswahlproblem. Am Ende habe ich Angst davor, einen Verlust zu machen, wenn ich jetzt das schlechtere Produkt nehme. Und das alleine wird ja schon dazu führen, dass man sich auf die KI verlässt, weil die die beste Erdbeermarmelade für einen aussucht, weil die einen ja wahrscheinlich auch kennt, ist ja auf dem Smartphone installiert, hat schon ordentlich was über einen gelernt, so wie es heute die KI ja auch schon hat und wird dann schon Beste für dich auswählen. Also warum würde man dann noch irgendwie woanders suchen? Sehr bequem. Und wenn wir eins gelernt haben über die Entwicklung im Internet und Digitalprodukten, dann das Convenience immer siegt, egal was die Warenkosten sind. Wenn man sich überlegt, wie viele Menschen für Lieferanten Uber Eats ausgeben, obwohl sie für einen Bruchteil des Geldes vielleicht gegenüber sich was zu essen holen könnten oder selbst kochen könnten, dann wird Convenience immer siegen. Deswegen habe ich da eigentlich keine Bedenken, dass sie so was durchsetzen wird. Im B2B-Kontext ist es natürlich ein anderer Fall. Da entscheidet man ja nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Firma oder für das Wohl der Firma. Und da muss die KI natürlich ein bisschen mit anderen Parametern trainiert sein, die so was vorschlagen, weil da wird es jetzt vielleicht auch nicht die auf dem Smartphone sein, sondern vielleicht immer noch die in irgendeiner Form an einem Desktop-Rechner von Microsoft gesteuert, trainiert oder Salesforce oder SAP oder irgendeinem anderen großen Anbieter, der entsprechende Parameter, was der Firma wichtig ist, dann entscheidet, aber sehe ich jetzt auch nicht mehr so eine große – Da sehe ich jetzt nicht mehr so einen langen Tisch in einem Konferenzraum, an dem ganz viele Leute sitzen, die dann da einstimmig beschließen, dass jetzt X und Y getan wird.
[00:18:25.120] – Christina
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