Jetzt Haltung gegen Rechts zeigen: Mein Appell an Unternehmen đŸ€

Ich bin die Tochter eines italienischen Gastarbeiters und lebe mit einer Frau zusammen. Zwei UmstĂ€nde, von denen ich bisher nie das GefĂŒhl hatte, dass sie mich einschrĂ€nken oder zu Diskriminierung fĂŒhren. Damit das so bleibt (und aus vielen weiteren guten GrĂŒnden) gehen gerade Hunderttausende auf die Straße. Doch auf dem Spiel stehen nicht nur individuelle Schicksale, sondern auch das Wohlergehen unserer Wirtschaft. Warum es wichtig ist, sich auch als Unternehmen zu positionieren und wie das aussehen kann, erklĂ€re ich im heutigen Newsletter.

Warum Positionierung gegen rechts wichtig ist

„Ökonomen warnen vor Erstarken der AfD“, titelte die Tagesschau am 23. Januar auf ihrem Onlineportal. FĂŒhrende Ökonomen, so die Tagesschau, riefen die Wirtschaft in Deutschland dazu auf, sich öffentlich stĂ€rker gegen Rechtsextremismus und die AfD zu positionieren. Grund dafĂŒr sei, dass eine freie Marktwirtschaft vor allem eine starke Demokratie benötigt. Die Risiken liegen auf der Hand, wenn die Demokratie ins Wanken gerĂ€t.

Zuspitzung des FachkrÀftemangels: Bei uns netzstrategen arbeiten Menschen aus acht Nationen. Setzt sich eine nationalistische Politik mit strengeren Einwanderungsgesetzen durch, hat das massive Auswirkungen auf einen sowieso schon knappen Arbeitsmarkt. Insbesondere hochqualifizierte FachkrÀfte werden dann immer schwerer zu finden. Die Folge ist, dass UmsÀtze nicht erwirtschaftet und Innovationen verpasst werden. Ganz zu schweigen von der kulturellen und sozialen Bereicherung, die Menschen aus anderen Nationen ins Team bringen.

EinschrĂ€nkung des internationalen Handels: Nationalistische Politik neigt dazu, den Freihandel zu beschrĂ€nken, was zu Handelsbarrieren wie Zöllen und Quoten fĂŒhrt. Dies kann den Zugang zu auslĂ€ndischen MĂ€rkten erschweren und den Im- und Export von Waren verteuern. Das wiederum fĂŒhrt zu höheren Kosten fĂŒr Konsument:innen und Unternehmen.

Investitionsrisiken und Kapitalflucht: Nicht nur fĂŒr deutsche Unternehmen wird es dann schwierig im Ausland zu investieren, auch internationale Investoren werden sich zurĂŒckziehen, da sie ihr Geld nicht in einem politisch und wirtschaftlich unsicheren Land ausgeben wollen. Das hĂ€tte direkte Auswirkungen auf unser Wirtschaftswachstum und die Schaffung oder den Erhalt von ArbeitsplĂ€tzen.

Wie Unternehmen sich engagieren können

In Anbetracht von steigenden Umfragewerten der Rechtspopulisten und Wahnvorstellungen, die bei Geheimtreffen ausgetauscht werden, kann man sich ziemlich machtlos fĂŒhlen. Das treibt die Menschen gerade auf die Straße. Unternehmen können noch mehr tun als das:

Bild einer Demo gegen Rechts viele Menschen sind auf einem Platz versammelt und halten Schilder hoch

Haltung zeigen: Mit dem Slogan „Braun sind bei uns nur Flaschen“, zeigt die Kölner Brauerei zur MalzmĂŒhle, eine 160 Jahre alte Familienbrauerei, Haltung und Humor zugleich. Auch Edeka hat auf seinem Instagram-Kanal ein Video veröffentlicht, das einen Supermarkt zeigt, der nur noch mit Produkten aus Deutschland gefĂŒllt ist. Da bleibt nicht mehr viel ĂŒbrig. Begleitet wird das Video mit den Worten „Wir lieben Vielfalt und stehen auf gegen rechts“.

Anzeigenbild von MĂŒhlenkölsch. Eine braune Bierflasche ist zusehen und daneben der Spruch: "Braun sind bei uns nur Flaschen".

Zivilgesellschaftliches Engagement: Lokale Initiativen und Organisationen, die sich entweder fĂŒr GeflĂŒchtete einsetzen oder gegen Rechtsextremismus aktiv sind, freuen sich immer ĂŒber Spenden. Wir netzstrategen unterstĂŒtzen beispielsweise die FlĂŒchtlingshilfe Karlsruhe e.V.


Zivilcourage und Vorbildfunktion: In Unternehmen, aber auch an allen anderen Orten, an denen Menschen zusammenkommen, sollten wir respektvoll und weltoffen miteinander umgehen. Und die Stimme erheben, wenn es jemand nicht tut.


Ich möchte diesen Newsletter mit einem Appell schließen: Lasst uns gemeinsam fĂŒr eine offene, vielfĂ€ltige und demokratische Gesellschaft eintreten. Nicht nur Einzelschicksale hĂ€ngen davon ab, sondern auch unsere Zukunft als wirtschaftlich erfolgreiche und sozial gerechte Gesellschaft.